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	<title>Low Volatility Archives - envestor.de</title>
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		<title>Fünf Lehren aus der Aktien-Volatilität 2025</title>
		<link>https://envestor.de/aktien-volatilitaet-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ali Masarwah]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 May 2025 08:58:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fonds & Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Anlegerrendite]]></category>
		<category><![CDATA[Low Volatility]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Aktien-Volatilität war 2025 bemerkenswert. Auch wenn sich die Kurse seit Anfang April erholt haben, sitzt der Trump-Schreck vielen Anlegern noch in den Gliedern. Wir ziehen anhand der Performance der großen Aktien fünf Lehren aus den vergangenen zwei turbulenten Monaten. Defensive Sektoren schützen &#8211; aber nicht immer Diese Weisheit hat sich nur teilweise bei der [&#8230;]</p>
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									<p class="my-0">Die <strong>Aktien-Volatilität war 2025</strong> bemerkenswert. Auch wenn sich die Kurse seit Anfang April erholt haben, sitzt der Trump-Schreck vielen Anlegern noch in den Gliedern. Wir ziehen anhand der Performance der großen Aktien fünf Lehren aus den vergangenen zwei turbulenten Monaten.</p><h2 class="mb-xs mt-5 text-base font-[500] first:mt-0 dark:font-[475]">Defensive Sektoren schützen &#8211; aber nicht immer</h2><p class="my-0">Diese Weisheit hat sich nur teilweise bei der Aktien-Volatilität 2025 bewahrheitet. Das zeigt sich anhand der Performance der großen Fondskategorien, die Morningstar regelmäßig berechnet. Voll und ganz ihrer Rolle gerecht wurden dagegen Infrastrukturfonds, die im Durchschnitt 2,5 % zulegten. Noch besser performten Aktienfonds für Versorger (siehe Tabelle). Indes haben Fonds für Pharma-Aktien, typischerweise ein Sektor, der in volatilen Märkten profitiert, im laufenden Jahr deutlich verloren, und zwar im Schnitt aller Pharma-Fonds um 8 % (in Euro gerechnet). Das liegt an der wissenschaftsfeindlichen US-Administration, die mit Robert Kennedy Jr. einen Impfgegner an die Spitze des US-Gesundheitsministeriums installiert hat.<br /><br /></p><p class="my-0">Auch Wasserfonds, die der Gruppe der Versorger zugerechnet werden können, gaben in diesem Jahr um 2,8 % nach. Dass die Märkte 2025 vom klassischen &#8222;Aktiendrehbuch&#8220; abgewichen sind, zeigt die Performance der zyklischen Sektoren. Mit einem Plus von knapp zehn Prozent konnten Fonds für Finanz-Aktien überzeugen. Aktienfonds für Industrietitel legten 2025 um knapp 5,5 % zu. Das ist keine typische Entwicklung für volatile Zeiten. Es kommt also immer auf die Marktkonstellation an, und diese war bisher nicht eindeutig. Sie wurde vom &#8222;Sell America, buy Europe&#8220;-Trade überlagert.</p><p class="my-0"><strong><br />Was Sie tun können: </strong>Defensive Sektoren wie Versorger und Infrastruktur bleiben eine sinnvolle Beimischung in Aktien-Portfolios, aber sie schützen nicht immer vor Verlusten &#8211; es kommt auf den Zyklus und das Sentiment der Anleger an. Streuen Sie daher breit über verschiedene Sektoren und Märkte und stellen Sie konventionelle Weisheiten in Frage. Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Sektorallokation nicht zu Überschneidungen mit anderen Fonds in Ihrem Portfolio führt. </p><h2 class="mb-xs mt-5 text-base font-[500] first:mt-0 dark:font-[475]">Low-Volatility-Fonds schützen – nicht nur kurzfristig<br /><br /></h2><p class="my-0">Fonds, die auf niedrig schwankende Aktien setzen, konnten in diesem Jahr insgesamt die Verluste begrenzen. Je nach Kategorie bzw. Markt konnten sogenannte Low-Volatility-Fonds sogar ein Plus verbuchen. In der Finanzwissenschaft ist vom Low-Volatility-Faktor die Rede, der im Gegensatz zur klassischen Lehre steht, wonach die Rendite eine reine Funktion des Risikos ist. Vielmehr gilt auch langfristig das Motto: Wer weniger verliert, hat weniger aufzuholen. Das spielt risikoaversen Investoren in die Hände. So war es auch bei der Aktien-Volatilität 2025. Auch in den vergangenen 30 Jahren haben Low-Volatility-Aktien überzeugt: Seitdem der Indexanbieter MSCI 1998 angefangen hat, den MSCI World Low Volatility Index zu berechnen, hat dieser den MSCI World (sehr) leicht outperformt. Grund hierfür sind die zahlreichen Krisen, die die Märkte erschüttert haben: die LTCM-Krise 1998, das Platzen der Dotcom-Blase (2000 bis 2003), die große Finanzkrise 2008/09, die Eurokrise 2011, der Covid-Einbruch 2020, der Inflationsschock 2022. Das alles hat – der Zinseszinseffekt sei Dank – defensive Portfolios beflügelt. Diese dürften allerdings dann zurückfallen, wenn die Märkte ohne große Zwischensetzter langfristig steigen, wie es in den 1990er-Jahren oder auch zwischen 2012 und 2022 der Fall war.</p><p class="my-0"><br />Leider kommt beim Low-Volatility-Faktor den Investoren das eigene Verhalten in die Quere. In der Regel kaufen Investoren dann einen Fonds oder einen Markt, wenn dieser gut gelaufen ist. Das ist bei Low-Volatility-Fonds nicht anders. Nach einer Korrektur sehen Investoren deren Outperformance und kaufen. Dann wäre es allerdings geboten, klassische Marktportfolios zu kaufen und keine defensiven Titel. Sinngemäß dazu werden Low-Volatility-Fonds dann verkauft, wenn sie in freundlichen Marktphasen (erwartbar) underperformen. Gefördert wird dieses Verhalten leider auch von den Fonds- und ETF-Anbietern: Sie lösen Low-Volatility-Fonds dann auf, wenn die Nachfrage abnimmt. So sind zwischen 2017 und 2021 etliche dieser Fonds und ETFs vom Markt genommen worden. Das ist allerdings kein gutes Signal für Anleger: Würden Sie, nachdem man Ihnen den Verkaufserlös eines liquidierten Fonds aufs Konto überwiesen hat, umgehend Ausschau nach einem anderen Fonds oder ETF in diesem Segment halten? Eben!</p><p class="my-0"><strong><br />Was Sie tun können</strong><strong>: </strong>Low-Volatility-Fonds eignen sich besonders für sicherheitsorientierte Anleger. Sie dienen als Stabilisator von Depots. Bleiben Sie aber langfristig investiert und vermeiden Sie taktische Umschichtungen, nur weil ein Fonds kurzfristig underperformt. Prüfen Sie vor dem Kauf die Kosten und die Investmentstrategie. Low-Volatility-Strategien gibt es in vielen Ausprügungen, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können. <br /><br /></p><h2>Aktien-Hedgefonds sind meistens keine gute Lösung<br /> </h2><p class="my-0">Fonds mit Aktienstrategien, die Long und Short gehen können, etwa Long-Short-Equity oder Equity Market Neutral, sind nach wie vor keine überzeugende Alternative zu klassischen Aktienkategorien, auch wenn sie in Zeiten von Krisen die Verluste besser begrenzen. Wie haben solche Fonds in der Aktien-Volatilität 2025 performt? Global anlegende Long-Short-Aktienfonds verloren nur etwas mehr als ein Prozent, Fonds mit Schwerpunkt Europa gewannen sogar gut 2,2 %. Das klingt ordentlich, aber faktisch folgen diese Fonds der zugrunde liegenden Marktbewegung. Diese Fonds steigen in guten Marktphasen nur begrenzt. Und weil die Aktienmärkte in den vergangenen Jahren in Aufwärtsphasen ziemlich stark zugelegt haben, fällt die Bilanz der Fonds in den vergangenen Drei-, Fünf- und Zehnjahresperioden ziemlich bescheiden aus. Das liegt auch an den hohen Kosten, die sich 1:1 negativ auf die Rendite der Anleger niederschlagen. Die allermeisten Anleger sind also mit Low-Volatility-Fonds (die sie dann aber langfristig halten sollten) besser bedient als mit teuren Mimikri-Hedgefonds.<br /><br /></p><p class="my-0"><strong>Was Sie tun können: </strong>Lassen Sie sich von den Marketing-Aussagen über die vermeintliche Krisenfestigkeit von Hedgefonds nicht blenden. Für Privatanleger sind diese Produkte meist zu teuer und bieten langfristig keinen Mehrwert gegenüber klassischen, breit gestreuten Aktienfonds oder Low-Volatility-Fonds. Setzen Sie auf kostengünstige, transparente Fonds und bleiben Sie bei einfachen, nachvollziehbaren Strategien.</p><h2 class="mb-xs mt-5 text-base font-[500] first:mt-0 dark:font-[475]">Sell USA, Buy Europe: Ein neuer säkularer Trend?<br /><br /></h2><p class="my-0">Wir haben bereits viel darüber geschrieben: In diesem Jahr ist die seltene Konstellation zu beobachten, dass europäische Aktien mit Abstand die beste Rendite aller Fondskategorien auf der Aktienseite in diesem Jahr erzielt haben (Ausnahme: Edelmetallaktien, die durch die Decke gingen). Egal, ob österreichische, spanische, italienische oder deutsche Aktienfonds, oder Fonds für Europa- und Eurozonen-Aktien: Der alte Kontinent hat den USA den Schneid abgekauft. War es das? Ist der Einstieg jetzt nicht mehr zu empfehlen angesichts der starken Outperformance der vergangenen sechs Monate? Blickt man auf die Bewertungen europäischer Aktien und bedenkt, dass wir möglicherweise einen tektonischen Wandel an den Aktienmärkten sehen, dann sind Europa-Aktienfonds nach wie vor ein Kauf. Auch Japan und Emerging Markets könnten – alleine aus Bewertungsgründen – nach wie vor in Portfolios aufgestockt werden.<br /><br /></p><p class="my-0"><strong>Was Sie tun können: </strong>Nutzen Sie die aktuelle Stärke europäischer Aktien, aber vermeiden Sie es, alles auf eine Karte zu setzen. Eine ausgewogene regionale Diversifikation bleibt das A und O. Prüfen Sie regelmäßig die Bewertungen und passen Sie Ihre Gewichtung an, ohne kurzfristigen Trends hinterherzulaufen. Auch Japan und Schwellenländer können attraktive Chancen bieten – bleiben Sie flexibel und offen für Veränderungen.</p><h2 class="mb-xs mt-5 text-base font-[500] first:mt-0 dark:font-[475]">Wer sich hektisch bewegt, verliert (auch 2025)<br /><br /></h2><p class="my-0">Auch in dieser Korrektur hat sich gezeigt, dass taktisches Hin und Her die Anlegerrendite schädigt. Wer am 2. April nach der Verkündigung des sogenannten &#8222;Liberation Day&#8220; sein Aktienportfolio liquidiert hat, wähnte sich gerade einmal eine Woche von der Seitenlinie aus als Gewinner. Danach kam der Rebound, der seit dem 9. April die Verluste bei Risiko-Assets in diesem Jahr ausgeglichen hat. Das bedeutet, dass Anleger auch beim Ausstieg kein gutes Händchen hatten. Bei längeren Korrekturen bekommen viele den Ausstieg recht gut hin. Sie verpassen allerdings den zeitigen Wiedereinstieg. Dieses Mal hat ein Ausstieg nach dem 2. April nicht einmal das Portfolio vor Verlusten bewahrt, zu kurz war die – zugegebenermaßen heftige – Korrektur.<br /><br /></p><p class="my-0">&#8222;Wer sich bewegt, verliert&#8220; ist auch bei der Aktien-Volatilität 2025 das Motto. Diese Erkenntnis steht nicht im Widerspruch zu Punkt 4: Auch wenn man der These anhängt, dass es Verschiebungen an den Märkten gibt, sollte man nicht erst dann handeln, wenn die Märkte bereits wanken oder fallen. Envestor-Beratungskunden sind bereits seit rund zwei Jahren in den USA untergewichtet und in Europa und Japan übergewichtet. Weil US-Aktien inzwischen auch in der Dreijahresbilanz hinter die Performance europäischer und japanischer Aktien zurückgefallen sind, hat sich diese Gewichtung auch mittelfristig ausgezahlt. Selbstentscheider sollten daher ihr Portfolio stets im Blick haben und Klumpenrisiken rechtzeitig bereinigen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist.</p><p class="my-0"><strong><br />Was Sie tun können: </strong>Bleiben Sie ruhig, auch wenn die Märkte schwanken. Vermeiden Sie hektische Umschichtungen und kurzfristige Entscheidungen aus Angst oder Gier. Überprüfen Sie Ihr Portfolio regelmäßig, passen Sie es strategisch an und halten Sie an Ihrer langfristigen Anlagestrategie fest. Wer besonnen bleibt, fährt meist besser.</p><p>Sie sind neugierig geworden, wie wir bei envestor <a href="https://envestor.de/envestor-portfolioberatung/" target="_blank" rel="noopener">Anlegerportfolios konstruieren</a> und wetterfest machen? Sie möchten sich unverbindlich über unsere Dienstleistungen informieren? Hier können Sie ein<a href="https://app.cituro.com/booking/envestor#step=1" target="_blank" rel="noopener"> unverbindliches Gespräch vereinbaren</a>. 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		<title>Die heiße Jagd auf den MSCI World Index</title>
		<link>https://envestor.de/die-heisse-jagd-auf-den-msci-world-index/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ali Masarwah]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jun 2021 12:08:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fonds & Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Factor Investing]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>MSCI World Index oder nicht? Und wenn nicht: was dann? Der dritte Teil unserer Serie zum optimalen Aktien Weltportfolio führt uns zum Vergleich zwischen dem beliebten Weltindex und seinen vielen Herausforderern. Eine Geschichte über Renditen und Korrelationen. Im ersten Teil unserer Serie zu Weltportfolios haben wir erläutert, warum der MSCI World inzwischen keine gute Wahl [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>MSCI World Index</strong> oder nicht? Und wenn nicht: was dann? Der dritte Teil unserer Serie zum optimalen Aktien Weltportfolio führt uns zum Vergleich zwischen dem beliebten Weltindex und seinen vielen Herausforderern. Eine Geschichte über Renditen und Korrelationen.</p>
<p><a href="https://envestor.de/msci-world-segen-der-vergangenheit-fluch-der-zukunft/">Im ersten Teil unserer Serie zu Weltportfolios </a>haben wir erläutert, warum der MSCI World inzwischen keine gute Wahl für Anleger ist. Weder als Benchmark für aktive Fonds noch als Underlying für ETFs. <a href="https://envestor.de/das-neue-weltportfolio-alternativen-zum-msci-world/">Im zweiten Teil haben wir alternative Benchmark Konzepte</a> und deren Merkmale ausführlich erläutert. Heute wollen wir die Performance-Eigenschaften der MSCI World Herausforderer prüfen. Und nachsehen, ob alternative Portfolios eine hinreichende Diversifikation ermöglichen.</p>
<h2>Kommen wir zunächst zu folgenden MSCI World Alternativen:</h2>
<ul>
<li>Der MSCI ACWI IMI (der MSCI ACWI All Cap verfügt nicht über die für unsere Vergleichszwecke relevante 15-jährige Performance-Historie und wird deshalb ersetzt). Dieser Index umfasst nicht nur große Unternehmen aus den Industrieländern, sondern schließt vielmehr auch Schwellenländer und Nebenwerte ein. Da jedoch auch dieser Index nach Marktkapitalisierung gewichtet ist, mildert er den USA/Tech Aktien Effekt gegenüber dem MSCI World nur ab;</li>
</ul>
<ul>
<li>das BIP-Weltportfolio, das nach Bruttoinlandsprodukt der Weltregionen gewichtet ist. (Die Regionen-Indizes innerhalb des BIP Portfolios sind dagegen nach Marktkapitalisierung gewichtet.); dieses BIP Portfolio folgt den Vorgaben der Weltbank Daten (siehe Teil II), ist jedoch aus Praktikabilitätsgründen etwas anders gestrickt. *</li>
</ul>
<ul>
<li>das gleichgewichtete Portfolio, in dem alle Aktien aus dem MSCI World gleichgewichtet sind. Die USA sind hier nur mit 40 Prozent gewichtet (statt gut 67 Prozent beim MSCI World), und auf Sektor Ebene sind Industrie Aktien und Financials am stärksten vertreten.</li>
</ul>
<p>Wie haben sich diese drei Alternativen gegenüber dem MSCI World geschlagen? Die untere Tabelle vergleicht die vier Indizes mit Blick auf risikoadjustierte und nicht-risikoadjustierte Renditen über die Zeiträume: fünf, zehn, 15 und 20 Jahre. Für die jeweiligen Perioden haben wir neben der Rendite jeweils auch die Volatilität (&#8222;RIsiko&#8220;) sowie die Sharpe Ratio (risikoadjustierte Rendite, RA Rendite) aufgeführt. Die Farblichkeit der Zellen ist so zu verstehen: je grüner, desto höher die Rendite und die risikoadjustierte (RA) Rendite bzw. desto niedriger das Risiko (Volatilität).</p>
<h2>Tabelle: MSCI World und drei Konkurrenten im Rendite-Risiko-Vergleich</h2>
<figure id="attachment_13861" aria-describedby="caption-attachment-13861" style="width: 1275px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://envestor.de/wp-content/uploads/2021/06/Gruppe-zwei-vs-MSCI-WOrld.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-13861" src="https://envestor.de/wp-content/uploads/2023/02/Gruppe-zwei-vs-MSCI-WOrld.png" alt="Vier Indizes im Performance und Risiko Vergleich" width="1275" height="148" /></a><figcaption id="caption-attachment-13861" class="wp-caption-text">Performance und Volatilität in Prozent und pro Jahr, Stand der Daten 8.6.2021, Quelle: Morningstar</figcaption></figure>
<p>Wie die obere Tabelle zeigt, konnte die Gruppe der drei Verfolger in der Vergangenheit zumeist nicht an den MSCI World heranreichen. In den vergangenen 5, 10 und 15 Jahren konnte keine der MSCI World Alternativen eine bessere Performance erzielen. In den Zeiträumen kam der MSCI ACWI IMI dem MSCI World noch am nächsten. Eben weil er dem MSCI World am ähnlichsten ist.</p>
<h2>In den vergangenen 15 Jahren lagen Europa und Emerging Markets weit hinter den USA</h2>
<p>Die Ursache für die Outperformance des MSCI World ist zugleich der Grund für seine heute sub-optimale Diversifikation: US Aktien und hier insbesondere große Technologie Werte waren in den vergangenen 15 Jahren schwer zu übertreffen. Vor allem die höhere Gewichtung europäischer Aktien, aber auch die langjährige Underperformance von Schwellenländer Aktien nach der großen Finanzkrise haben die Verfolger zurückgeworfen. Zur Erinnerung: alle drei Verfolger sind bei USA Aktien und Tech-Werten untergewichtet im Vergleich zum MSCI World.</p>
<p>Auch auf der Risikoseite war der MSCI World in den vergangenen 15 Jahren formidabel, auch wenn die Standardabweichung beim BIP Portfolio zumeist niedriger ausfiel. Wegen der Outperformance des MSCI World Index war die risikobereinigte Rendite des BIP Portfolios allerdings in den letzten 15 Jahren schwächer. Insgesamt fällt die absolute Rendite sowie die Sharpe Ratio in drei von vier Perioden beim MSCI World am höchsten aus. (Die Sharpe Ratio setzt die Überschussrendite gegenüber dem sicheren Zins ins Verhältnis zur Volatilität.)</p>
<h2>Die Emerging Markets Hausse Anfang des Jahrtausends verändert das Gesamtbild</h2>
<p>Doch was bedeutet das für die Zukunft? Eigentlich nicht so viel, wie die Vergangenheits-Performance suggeriert. Denn keiner weiß, was die Märkte künftig spielen werden. Dass es ganz anders kommen kann als erwartet, zeigt die vierte Periode, die sich von 2001 bis heute erstreckt. Infolge der Rohstoff Hausse, die Anfang des Jahrtausends die Kurse von Schwellenländer Aktien befeuerte, liegen die Portfolios, die Emerging Markets Aktien gegenüber dem MSCI World übergewichten, in der 20-Jahres-Bilanz vorn. Diese Tatsache dürften Investoren heute wohl kaum auf dem Radar haben.</p>
<p>Die obere Tabelle zeigt entsprechend, dass wegen der Outperformance der Emerging Markets Anfang des Jahrtausends sowohl die Rendite als auch die Sharpe Ratio aller MSCI World Alternativen in den vergangenen 20 Jahren besser waren als die Bilanz des MSCI World. Die MSCI World Alternativen würden langfristig noch besser aussehen, hätte nicht die europäische Komponente durchgängig so schwach performt.</p>
<p>Wagen wir also folgendes Gedankenspiel: Wenn in den nächsten 15 Jahren europäische Aktien und Schwellenländer Aktien outperformen sollten, dann könnten Investoren in einem BIP Portfolio den Fans des MSCI World eine lange Nase zeigen. Auch ein nach Marktkapitalisierung gewichteter Gesamt Welt Index a la MSCI ACWI wäre im Vorteil, wenn auch nicht so deutlich wie ein Index, der Europa und die Schwellenländer sehr deutlich gegenüber Nordamerika übergewichtet. Bei einem gleichgewichteten Portfolio wäre dies auch zu erwarten. Aber, wie gesagt, wir wissen nicht, was passieren wird, und ausgewogenere Portfolio Ansätze können lange Zeit benötigen, bis sie Früchte tragen. Das wiederum wirft die Frage auf, ob diese alternativen One-Stop-Shops tatsächlich die effizienteste Lösung sind.</p>
<h2>Gleichklang der Richtungen soweit das Auge reicht</h2>
<p>Zum Abschluss der Analyse der ersten Benchmark Gruppe gehen wir auf die Frage ein, ob die Kurse der ersten drei Jäger des MSCI World eine andere Richtung genommen haben als der MSCI World, oder ob sie sich in die gleiche Richtung wie der MSCI World  bewegen. Damit stellen wir die Fragen nach dem Diversifikationsnutzen der drei MSCI World Alternativen.</p>
<p>Die Korrelationen von Assets werden üblicherweise mit folgender Skala ausgedrückt: von minus eins (konträre Bewegung der Kurse, höchste Diversifikation) über null (kein Gleichklang, hohe Diversifikation) bis eins (vollständige Übereinstimmung, keine Diversifikation).</p>
<h2>Grafik: Die Korrelationsanalyse zu drei MSCI World Alternativen</h2>
<figure id="attachment_13862" aria-describedby="caption-attachment-13862" style="width: 449px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://envestor.de/wp-content/uploads/2021/06/Korrelation-MSCI-World-vs-GDP-ACWI-Equal-w.png"><img decoding="async" class="size-full wp-image-13862" src="https://envestor.de/wp-content/uploads/2023/02/Korrelation-MSCI-World-vs-GDP-ACWI-Equal-w.png" alt="Die Korrelationsanalyse von vier Indizes" width="449" height="163" /></a><figcaption id="caption-attachment-13862" class="wp-caption-text">Daten per 31.5.2021, Quelle: Morningstar</figcaption></figure>
<p>Kenner der Materie werden nicht erstaunt sein über diese Korrelationsmatrix, welche die 20-Jahres-Periode zwischen 2001 und 2021 umfasst. Alle vier Indizes weisen einen Gleichklang auf. Doch das gilt nicht nur für die lange Frist. In allen Perioden liegt die Korrelation der drei Index Alternativen zum MSCI World bei über 0,9. Lediglich Schwellenländer Aktien weisen eine gewisse Diversifikationswirkung auf, wobei auch hier die Korrelation gegenüber dem MSCI World stets über 0,8 liegt.</p>
<p>Bleibt also festzuhalten, dass die Amplituden der Kursbewegungen der ersten MSCI World Verfolgergruppe zwar unterschiedlich ausschlagen. Allerdings bewegt sich die Richtung der Kurse weitgehend im Gleichklang mit dem MSCI World.</p>
<h2>Performance- und Risiko-Vergleich der Faktor Indizes mit dem MSCI World</h2>
<p>Kommen wir nun zur zweiten Gruppe der MSCI World Verfolger. Hier dreht sich alles um die Welt der Faktor Investments. Zur Erinnerung: Mit den fortschreitenden Analysemöglichkeiten konnte die Finanzwissenschaft den Quellen der Aktien Renditen im Laufe der vergangenen 40, 50 Jahre auf die Spur kommen. Die fundamentalen Eigenschaften von Geschäftsmodellen (u.a. Value, Growth, Quality) bzw. die Muster der Asset-Preis-Bewegungen (Low Volatility, Momentum) wurden als kursprägende Variablen identifiziert. Diese Eigenschaften lassen sich – gelegentlich leidlich – isolieren, und, presto: Die Hexenküche der Faktor Investments wurde gegründet.</p>
<p>Wie schneiden die nach Faktoren segmentierten MSCI World Einzelteile ab im Vergleich zum Hexenmeister MSCI World? Die untere Tabelle zeigt die Rendite-Risiko-Auswertung der fünf MSCI World Faktor Indizes Value, Growth, Quality, Momentum und Low Volatility im Vergleich zum MSCI World nach denselben Parametern der oberen Auswertung.</p>
<h2>Tabelle: Der MSCI World versus fünf Faktor Indizes im Performance Vergleich</h2>
<figure id="attachment_13863" aria-describedby="caption-attachment-13863" style="width: 1275px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://envestor.de/wp-content/uploads/2021/06/Gruppe-eins-vs-MSCI-WOrld.png"><img decoding="async" class="size-full wp-image-13863" src="https://envestor.de/wp-content/uploads/2023/02/Gruppe-eins-vs-MSCI-WOrld.png" alt="Der MSCI World im Vergleich mit fünf Faktor Indizes" width="1275" height="198" /></a><figcaption id="caption-attachment-13863" class="wp-caption-text">Performance und Volatilität in Prozent und pro Jahr, Stand der Daten 8.6.2021, Quelle: Morningstar</figcaption></figure>
<p>Das Ergebnis der Rendite-Risiko-Auswertung fällt deutlich anders aus als die Bilanz der ersten Auswertung. Gegenüber Faktor Indizes liefert der MSCI World nur biedere Hausmannskost in den vergangenen Jahren. Bis auf den Value Faktor, mit dem in den vergangenen 15 Jahren kein Staat zu machen war, sieht die Bilanz des MSCI World Index gegenüber den meisten Faktor Indizes nicht berauschend aus.</p>
<p>Die beste Bilanz weisen die Faktoren Quality (hochwertige Geschäftsmodelle) und Momentum (die Aktien mit den dynamischsten Kursbewegungen) auf. In der kürzesten Frist konnte in den vergangenen fünf Jahren vor allem der Faktor Growth reüssieren. Eher gemischt fällt die Performance Bilanz von Minimum Volatility Aktien aus. Sie liefern in Hausse Zeiten überwiegend unterdurchschnittliche Renditen, können aber durchgängig mit einer geringeren Schwankungsbreite punkten.</p>
<p>Kommen wir abschließend zu Korrelationsbilanz der Faktor Alternativen. Hier fällt das Ergebnis eher ernüchternd aus. In der 20-jährigen Periode fällt die Korrelation der fünf Faktor Indizes gegenüber dem MSCI World bei keinem Index unter 0,89. Lediglich in den vergangenen zehn Jahren liegt die Korrelation eines Minimum Volatility Portfolios mit dem MSCI World bei 0,84.</p>
<h2>Grafik: Die Korrelationsanalyse MSCI World vs Faktor Indizes</h2>
<figure id="attachment_13864" aria-describedby="caption-attachment-13864" style="width: 592px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://envestor.de/wp-content/uploads/2021/06/Korrelation-MSCI-World-vs-Faktor-indizes.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-13864" src="https://envestor.de/wp-content/uploads/2023/02/Korrelation-MSCI-World-vs-Faktor-indizes.png" alt="Korrelationsanalyse MSCI World vs fünf Faktor Indizes" width="592" height="221" /></a><figcaption id="caption-attachment-13864" class="wp-caption-text">Daten per 31.5.2021, Quelle: Morningstar</figcaption></figure>
<p>Halten wir also fest, dass sich die relative Performance der Faktor Indizes in den vergangenen 20 Jahren gegenüber dem MSCI World zwar sehen lassen kann, die Richtung der Kurse aber im Ergebnis einen ziemlichen Gleichklang mit dem Meister Index aufweist.</p>
<h2>Fazit: Das Ende der One-Shop-Lösung</h2>
<p>Die Fans der Pantoffel Portfolios müssen jetzt tapfer sein: Was bis hierher gut war, dürfte in Zukunft deutlich niedrigere Renditen einbringen. Diese Erkenntnis ist keinesfalls eine mutige Prognose: Der Vergangenheitserfolg der großen US-Tech-Giganten wird sich nicht wiederholen lassen – es sei denn, Apple schickt sich an, in den nächsten 20 Jahren die „restliche“ Unternehmenswelt zu verspeisen.</p>
<p>Freunde einfacher Lösungen müssen darüber hinaus zur Erkenntnis gelangen, dass die Herausforderer des MSCI World allesamt ihre Tücken aufweisen. Das führt uns zu einem Zwischenfazit und damit auch zum Ausblick auf den vierten und letzten Teil unserer Analyse. Es gibt sie nicht, die One-Stop-Shop Lösung. Wer sich einen ETF auf den MSCI World ins Depot legt, hat nicht den ganzen Weg geschafft.</p>
<p>Der MSCI World ist derzeit keine gute Anlagebasis, und die zahlreichen Herausforderer sind es auch nicht. Wer ein diversifiziertes Portfolio aufstellen will, wird sich nach Ergänzungen umschauen müssen. Einige Vorschläge werden wir in der nächsten Woche dazu liefern: Wer diversifiziert das Anlageportfolio am besten?</p>
<p><em><sup>*</sup>Das BIP Portfolio ist wie folgt gewichtet: MSCI AC Asia ex Japan, MSCI North America und MSCI Europe (jeweils 25 Prozent), MSCI AC Pacific (elf Prozent), MSCI EM Latin America (sieben Prozent), MSCI EM Europe &amp; Middle East (fünf Prozent), MSCI South Africa (zwei Prozent). Soweit vorhanden: NR Indizes, lokale Währungen.</em></p>
<p>Dieser Artikel ist der dritte Teil einer Serie zum MSCI und seinen Schwachpunkten. Eine Übersicht über unsere Strecke:</p>
<p>Teil I: <a href="https://envestor.de/msci-world-segen-der-vergangenheit-fluch-der-zukunft/">MSCI World Index: Segen der Vergangenheit, Fluch der Zukunft?</a><br />
Teil II: <a href="https://envestor.de/das-neue-weltportfolio-alternativen-zum-msci-world/">Das neue Weltportfolio: radikale und gemäßigte Alternativen zum MSCI World</a><br />
Teil III: <a href="https://envestor.de/die-heisse-jagd-auf-den-msci-world-index/">Die heiße Jagd auf den MSCI World Index</a><br />
Teil IV:<a href="https://envestor.de/globale-aktienfonds-die-tuecken-des-gleichklangs/"> Globale Aktienfonds: Fünf Kandidaten für eine bessere Portfolio Diversifikation</a></p>
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