Cashback. ETF-Portfolios. Beratung.
Envestor hilft Ihren Finanzen auf die Sprünge!
HIER TERMIN VEREINBAREN

Gesetzliche Rente: Wie entkommen Anleger dem Doppelhammer aus KI und Demografie?

Die deutsche Erwerbsbevölkerung steht vor einem doppelten Umbruch: Millionen Babyboomer verlassen in den kommenden Jahren den Arbeitsmarkt, während künstliche Intelligenz (KI) die Grundlagen vieler Berufe verändert. Beides schwächt die gesetzliche Rente, die stetige Beitragszahlungen braucht. Wie können Anleger auf den Doppelhammer KI und Demografie reagieren?

Erwerbstätigkeit, Teilzeit und demografischer Abgang

Deutschland verzeichnete 2024 rund 46,1 Millionen Erwerbstätige – ein historischer Höchststand, der jedoch in eine Phase schrumpfender Jahrgänge hineinläuft. 

Parallel liegt der Teilzeitanteil im europäischen Vergleich hoch; in Deutschland arbeiten 29 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit – bei Frauen sind es sogar 48 Prozent. Das bedeutet: weniger Köpfe in Vollzeit und perspektivisch kürzere Erwerbsphasen. 

Gesetzliche Rente: Die Grenzen der Anpassung

Die gesetzliche Rente funktioniert im Umlageverfahren: Aktive finanzieren laufende Renten. Sinkt die Zahl der Beitragszahler, steigt der Druck. Politisch wurde bereits 2012 die Regelaltersgrenze schrittweise auf 67 Jahre angehoben – für Jahrgänge ab 1964 gilt die 67 als Regelalter. Zudem ermöglicht die Flexirente Arbeiten über die Regelaltersgrenze hinaus und Hinzuverdienst ohne Rentenkürzung, was längeres Arbeiten attraktiver macht. Diese Instrumente stabilisieren punktuell – sie lösen aber nicht das strukturelle Missverhältnis zwischen weniger Beitragszahlern und mehr Rentenempfängern. 

Gibt KI der gesetzlichen Rente den Todesstoß?

Zu dieser Demographie kommt die technologische Disruption, die die Politik aktuell offenbar nicht auf dem Zettel hat. Die OECD schätzt, dass rund 14 bis 18 Prozent der Jobs in hochentwickelten Volkswirtschaften automatisierungsgefährdet sind, zusätzlich über 30 Prozent stark transformiert werden – Größenordnungen, die sich in Deutschland wiederfinden. McKinsey kalkuliert für Europa bis 2030 eine Automatisierung von rund 27 bis 30 Prozent der Arbeitsstunden – was Millionen Tätigkeitswechsel erzwingt; für Deutschland kursiert die Größenordnung von rund 3 Millionen betroffenen Stellen als grober Richtwert (McKinsey 2024). Auch das IAB zeigt, dass Beschäftigte in automatisierbaren Jobs besonders gefährdet sind – und sich zugleich seltener weiterbilden, was das Anpassungsrisiko erhöht. 

Eigene Berechnung: Deutschlands Arbeitsvolumen liegt grob bei etwa 60 Milliarden Stunden pro Jahr. Wenn KI und Automatisierung davon mittelfristig 10 bis 20 Prozent substituieren, verschwinden 6 bis 12 Milliarden Stunden menschlicher Arbeit – das entspricht mehreren Millionen Vollzeitäquivalenten. Selbst wenn die Babyboomer-Ruhestände einen Teil „abfedern“, bleibt ein Matching-Problem: Wegfall in Büro, Verwaltung, Kundenservice und Teilen der Logistik; Mehrbedarf in Pflege, Bildung, Energie, Tech.

Welche Optionen hat die Politik?

In der Debatte stehen Pläne wie ein höheres Rentenalter oder die Verbreitung der Finanzierungsbasis, etwa durch die  stärkere Einbeziehung weiterer Gruppen in die gesetzliche Rente. Ein fester politischer Konsens darüber besteht nicht; etwa Rente mit 70 wird regelmäßig diskutiert, aber bisher von CDU-Chef Merz noch verworfen. Parallel gibt es Vorstöße, den Versichertenkreis auszuweiten; auch das ist nicht nur politisch umstritten, sondern verschiebt das Problem der Unterfinanzierung – zusätzliche Einzahler sind zusätzliche Anspruchsberechtigte in der Zukunft. Diese Vorschläge entzerren die Finanzierung, heben das strukturelle Problem aber nicht auf: Weniger Beitragszahler und mehr Effizienz durch KI bedeuten weniger Lohnsumme je Kopf, auf der die Umlage steht. Die Lösung kann daher nur in der stärkere Nutzung der Kapitalmärkte und hier vor allem in der Ausweitung der privaten Altersvorsorge liegen. 

Konsequenz für Ruheständler in spe

Die gesetzliche Rente ist Basisabsicherung, kein Lebensstandard-Versprechen. Das Renteniveau um ~48 Prozent des Durchschnittseinkommens bleibt politisch flankiert – ökonomisch aber ausgereizt. Wer den eigenen Ruhestand wetterfest machen will, braucht zusätzliche Kapitaldeckung. 

Ein klarer Vorsorgeplan berücksichtigt, dass Einkommen und Arbeitszeiten künftig schwankender werden. Statt starrer Sparmodelle braucht es flexible Sparraten, ausreichend Liquiditätsreserven und eine risikobewusste Anpassung der Kapitalanlage an die jeweilige Berufs- und Lebensphase. Wer diese Regeln früh festlegt, vermeidet Zwangsverkäufe und sichert den langfristigen Vermögensaufbau – auch in einer Arbeitswelt, die weniger planbar ist.

Fazit

Die Demografie nimmt Beitragszahler aus dem System, die KI verringert zugleich die menschlichen Arbeitsstunden in vielen Bürotätigkeiten. Die Folge ist eine Erosion der Finanzierungsbasis der Umlagerente – trotz höherem Regelalter und Flexirente. Wer sich nicht abhängig vom politischen Takt machen will, setzt heute auf private Vorsorge mit disziplinierter Sparquote, breiter Diversifikation und langem Anlagehorizont.

Die envestor-Expertise für Sie: Jetzt Info-Termin buchen

Sie sind neugierig geworden, wie wir bei envestor Anlegerportfolios konstruieren und wetterfest machen? Sie möchten sich über unsere Dienstleistungen informieren? Hier können Sie ein unverbindliches Gespräch vereinbaren. Mehr über den envestor Cashback, der investieren günstiger macht, als es Ihre Bank erlaubt, erfahren Sie hier.

Autor

  • Steffen Gruschka ist CFO und Co-Geschäftsführer von envestor und blickt auf rund 30 Jahre Erfahrung im aktiven Management von Schwellenländer-Aktienfonds zurück. In seiner Laufbahn wurde er mehrfach als Fondsmanager des Jahres ausgezeichnet. Zuletzt erreichte er 2025 in der Kategorie Aktien Emerging Markets die Spitzenposition und gehörte damit laut Handelsblatt zu den besten Fondsmanagern Deutschlands.

    Alle Beiträge ansehen
Nach oben scrollen