Mit Mikrofinanzfonds konnten Anlegerinnen und Anleger in den letzten Jahren überaus stabile Renditen erwirtschaften. Dabei unterstützen sie gleichzeitig kleine Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern, die auf traditionellem Wege, keine Chance auf Zugang zum Kapitalmarkt haben.

Ein Pionier unter den Anbietern von Mikrofinanzfonds ist das in Frankfurt am Main ansässige Unternehmen Invest in Visions. Edda Schröder ist die Gründerin von Invest in Visions. Sie verwaltet mit ihrem Team mittlerweile mehr als 1 Milliarde Euro. Ihr Flaggschiff-Fonds, der IIV Mikrofinanzfonds (DE000A1H44T1) wurde vor mehr als zehn Jahren aufgelegt und hat seither kein Jahr mit einer negativen Rendite abgeschlossen. Wir sprachen mit ihr darüber, wie ein Mikrofinanzfonds genau funktioniert und welche positive Wirkung ein solches Investment haben kann.

 

Frau Schröder, Ihr Fonds investiert in Mikrofinanzinstitute, die Darlehen an Kleinstkreditnehmer vergeben. Können Sie unseren Leserinnen und Lesern erläutern, wer diese Kreditnehmer sind und was der Zweck des Ganzen ist?

Edda Schröder: Ja, sehr gerne. Die Mikrokredite vergeben wir überwiegend an Existenzgründer oder Selbständige in Entwicklungs- und Schwellenländern. Unser Ziel ist es, Menschen, die sonst keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen bekommen, die Teilnahme am wirtschaftlichen Leben zu ermöglichen. Unsere priorisierte Zielgruppe sind Frauen, damit diese sich eine finanzielle Unabhängigkeit aufbauen können.

 

Wie genau funktioniert das in der Praxis?

Es funktioniert so, dass wir Darlehen an Mikrofinanzinstitute vergeben. Das sind spezialisierte Finanzinstitute, die diese Darlehen an die oben genannte Zielgruppe als Betriebsmittelkredit oder Investitionskredit weitergeben. Diese Darlehen haben eine Größe von im Durchschnitt ca. 1.200 US-Dollar. Die Darlehensnehmer zahlen diese Darlehen inklusive Zinsen an das Finanzinstitut zurück. Die Laufzeit beträgt in der Regel zwischen drei und 18 Monaten. Das Finanzinstitut zahlt uns das Darlehen inklusive Zinsen nach circa 24 Monaten zurück.

 

Können Sie beziffern, wie viele Kredite über Ihren Fonds bereits vergeben wurden?

Oh, das kann ich leider nicht genau beziffern.  Aber zurzeit bedienen wir mit unseren Darlehen ca. 600.000 Menschen. Das heißt mit dem derzeitigen Fondsvolumen des IIV Mikrofinanzfonds von 910 Millionen EUR erreichen wir diese Anzahl an Menschen.

 

Und über wie viele Mikrofinanzinstitute wurde dies abgewickelt? Wie groß ist dieser Markt?

Wir haben dies über derzeit 94 Mikrofinanzinstitute in 33 Ländern abgewickelt. Der Gesamtmarkt ist schwer einzuschätzen. Ich denke es gibt circa 400 bis 500 investierbare Mikrofinanzinstitute.

 

Die Wertentwicklung Ihres Fonds scheint recht unabhängig von den Entwicklungen am Aktien- und Anleihen-Markt zu sein. Warum ist das so?

Ja, dies ist so, da unser Geschäftsmodell, bzw. das Geschäftsmodell unserer Kunden sich überwiegend auf den lokalen Markt bezieht. Wir finanzieren Gemüsestände, kleine Handwerker, Landwirte etc. – deren Tätigkeiten sind nicht direkt von der Weltwirtschaft abhängig.

 

Aber ein Konjunktureinbruch in Schwellenländern würde auch an Ihrem Fonds nicht spurlos vorbeiziehen?

Kurzfristig ja. Wir haben gerade zwei Jahre der Corona-Pandemie hinter uns. In dieser Zeit hat es auch in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern Lock-Downs gegeben. Unsere Endkunden konnten in dieser Zeit auch nicht ihren Tätigkeiten nachgehen, um Geld zu verdienen. Daher haben die Banken und wir den Kunden Stundungen der Darlehen ermöglicht. Diese wurden bis auf wenige Ausnahmen alle wieder zurückgezahlt. Die Menschen in diesen Ländern werden oft von Krisen oder Naturkatastrophen beeinträchtigt. Sie sind sehr gut darin sich diesen schnell anzupassen. Es ist für mich immer wieder ein Phänomen.

 

Und was ist mit der Zinsseite? Wie würden sich weiter steigende Zinsen auf die Wertentwicklung des IIV Mikrofinanzfonds auswirken?

Da muss ich etwas weiter ausholen. Denn steigende Zinsen haben auf die Wertentwicklung unseres Fonds unterschiedliche Auswirkungen. Zum einen, betrifft es die Währungsabsicherungskosten. Mehr als die Hälfte aller Darlehen in unserem Fonds sind in US-Dollar aufgelegt. Dieses Währungsrisiko sichern wir zu nahezu 100 Prozent ab. Sollte sich nun die Zinsdifferenz zwischen US-Dollar und dem Euro signifikant ausweiten, würde dies die Absicherungskosten erhöhen. Daher haben wir auch den Anteil an Darlehen in US-Dollar zugunsten von Darlehen in Euro oder lokalen Währungen reduziert.

Andererseits würden steigende Zinsen auch die Konditionen für Darlehen verteuern, die vom IIV Mikrofinanzfonds an die Mikrofinanzinstitute vergeben werden. Das wiederum würde sich positiv auf die Rendite des Fonds auswirken.

 

Apropos Rendite, was würden Sie sagen, können Anlegerinnen und Anleger vom IIV Mikrofinanzfonds in den kommenden Jahren erwarten?

Unser Fonds hat seit seiner Auflage eine stetige Wertentwicklung bei gleichzeitig sehr geringer Schwankungsintensität abgeliefert. Wir gehen davon aus, dass sich daran nichts ändern wird. Unberührt von alldem bleibt aber die messbare soziale Rendite. Anlegerinnen und Anleger können mit einem Investment in einen Mikrofinanzfonds Gutes tun. Sie unterstützen beispielsweise Frauen dabei, sich eine eigene wirtschaftliche Existenz aufzubauen, ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen und ihren Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen. Daher ist unser Fonds auch als „Artikel 9“-Fonds eingestuft, als ein Fonds also, mit der höchsten Nachhaltigkeitseinstufung.

Frau Schröder, wir danken für das Gespräch.

 

Den IIV Mikrofinanzfonds ohne Ausgabeaufschlag handeln

Der Ausgabeaufschlag beim IIV Mikrofinanzfonds beträgt drei Prozent. Dieser entfällt bei Envestor sowohl für Kunden von Envestor Beratung, wie auch von Envestor Direkt. Eine erfolgsabhängige Vergütung (Performance Fee) wird nicht erhoben.

Die Selbstentscheider unter den Envestoren – also die Envestor Direkt Kunden – erhalten darüber hinaus einen ordentlichen Teil der laufenden Gebühren zurück. Der maximale Cashback auf die Vertriebsgebühr beläuft sich beim IIV Mikrofinanzfonds auf 0,24 Prozent pro Jahr. Dies gilt für Kunden, die den Fonds bei der FIL Fondsbank (FFB) verwahren und bei Envestor betreuen lassen.

(Für die Konditionen, die bei der ebase und der Fondsdepot Bank winken, hier anmelden oder registrieren und den Envestor Spareffekt berechnen!)

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