Der Aberdeen Standard SICAV I – China A Share Equity Fund (ISIN: LU1146622755, WKN: A14NSW) zählt zu unseren drei empfehlenswerten Fonds für China Aktien. Hierbei deckt er ein spezielles Marktsegment, nämlich das der chinesischen A-Aktien ab. Und hier zeigt sich der Mehrwert von aktivem Management in besonders beeindruckender Weise.

Aberdeen Standard China A Share Fund vs MSCI China A Onshore Index seit Juni 2015 (Stand: 20.07.2021, Quelle: Morningstar)

Der Zusatzertrag, den der Fonds seit seiner Auflage im Jahr 2015 gegenüber seiner Benchmark erwirtschaftet hat, beträgt 15 Prozent – pro Jahr! Was steckt hinter dieser Outperformance?

Aberdeen Standard China A Share: Ein sehr konzentriertes Portfolio in einem sehr weiten Feld

Das Marktsegment der chinesischen Festlandaktien besteht aus rund 4.000 Unternehmen. Im Aberdeen Standard China A Share Fund sind aber nur 30 bis 40 Aktien enthalten. Auf die Frage warum der Fonds derart konzentriert ist, antwortete Don Amstad (Head of Investment Specialists APAC bei Aberdeen Standard Investments) in einem Envestor-Interview Ende letzten Jahres: „Der A-Aktienmarkt in China besteht nicht nur aus Vorzeige-Unternehmen. Bei den Besuchen und Meetings mit den jeweiligen Verantwortlichen stellen wir immer wieder Ungereimtheiten fest und kommen zu dem Schluss, dass viele Unternehmen nicht geeignet sind. Qualität ist aber für die Auswahl der Titel oberstes Gebot.“

Im Grunde ist damit die Anlagestrategie des Fonds schon sehr gut umschrieben. Es handelt sich um eine Art „Best Ideas“-Ansatz. Die Aktienauswahl resultiert aus Unternehmensanalysen wobei der Fokus klar auf der Qualität der Unternehmen liegt. Nur die Aktien, von denen Fondsmanager und Analysten am meisten überzeugt sind, schaffen es ins Portfolio.

Aberdeen Standard Investment: Globale Präsenz, lokale Expertise

Und hier liegt des Pudels Kern: Aberdeen Standard ist ein Investmenthaus mit schottischen Wurzeln, das aber weltweit Niederlassungen betreibt. Das Asien-Pazifik Team besteht aus insgesamt 39 Analysten und Portfoliomanagern, die an sieben Standorten, unter anderem in Shanghai und Hongkong sitzen. Diese lokale Präsenz ermöglicht Research aus erster Hand und ist unseres Erachtens die Grundvoraussetzung für erfolgreiches Fondsmanagement – insbesondere in einem so speziellen Marktsegment. Aberdeen Standard ist seit 1992 in Asien vor Ort und investiert seit mehr als 30 Jahren aktiv in China. Den Aberdeen Standard China A Share Fund gibt es seit 2015.

Das Fondsvolumen beträgt mittlerweile über fünf Milliarden US-Dollar. Dies ist einerseits eine beeindruckende Erfolgsbilanz, andererseits ist das hohe Fondsvolumen in Anbetracht der recht klein kapitalisierten Unternehmen in die investiert wird, auch durchaus kritisch zu sehen. Sollte es in Stressphasen zu erhöhten Mittelabflüssen kommen, dürfte es schwierig werden, die wenig liquiden Aktien aus dem Portfolio zu verkaufen, ohne dabei selbst den Preis nach unten zu treiben. Auf unsere Rückfrage an Aberdeen, wieviel Volumen in dem Fonds bei gleichbleibender Anlage-Philosophie gestemmt werden kann, kam die Antwort, dass es keine festgelegte Kapazitätsobergrenze gäbe, aber durch laufende Stresstests die Liquidität des Portfolios fortlaufend bewertet werde.

In was investiert der Aberdeen Standard China A Share Fund?

Wie bereits beschrieben, ist das Portfolio das Ergebnis von Bottom-up Unternehmensanalysen. Dennoch kristallisieren sich übergeordnete Anlagethemen heraus, die im Fonds repräsentiert sind. Diese sind:

  • Sich verändernde Arbeits- und Konsummuster infolge von COVID-19
  • Steigende strukturelle Nachfrage in den Bereichen Gesundheit und Versicherungsprodukte
  • China als Drehscheibe für die Einführung erneuerbarer Energien

Die Unternehmen, in die der Fonds investiert, lassen sich tendenziell wie folgt charakterisieren: Es sind Unternehmen mit eher kleinerer Marktkapitalisierung und hohem Wachstum, sowie niedrigem Verschuldungsgrad, sprich soliden Bilanzen.

Erwähnenswert ist, dass die Aktienauswahl ESG-Kriterien unterliegt. ESG-basierte Investmentansätze werden sukzessive zum „Normalfall“. Hier heißt es aber aufgepasst: Zahlreiche Investmenthäuser betreiben hier Greenwashing und es empfiehlt sich, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Wir haben dies getan und Aberdeen als ein Haus eingestuft, das ESG-Ansätze ernst nimmt und nicht erst seit kurzer Zeit praktiziert. Auch die Tatsache, dass von den zwölf Investmentspezialisten, die in China ansässig sind, drei ESG-Spezialisten sind, spricht aus unserer Sicht für die Glaubwürdigkeit der ESG-geprägten Anlagepolitik.

Den Aberdeen Standard China A Share ohne Ausgabeaufschlag handeln …

Die Verwaltungsgebühr des Fonds liegt bei 1,75 Prozent pro Jahr. Das ist teuer, wenn auch nicht ungewöhnlich für einen solch spezialisierten Investmentfonds. Der Ausgabeaufschlag entfällt bei Envestor sowohl für Kunden von Envestor Beratung, wie auch von Envestor Direkt. Eine erfolgsabhängige Vergütung (Performance Fee) wird nicht erhoben.

… und bei Envestor Cashback zurück auf die Vertriebsgebühren

Eine weitere gute Nachricht in Sachen Kosten ist, dass die Selbstentscheider unter den Envestoren – also die Envestor Direkt Kunden – einen ordentlichen Teil der laufenden Gebühren zurückerstattet bekommen. Der maximale Cashback auf die Vertriebsgebühr beläuft sich beim Aberdeen Standard China A Share auf 0,67 Prozent pro Jahr. Dies gilt für Kunden, die den Fonds bei der Fondsdepot Bank verwahren und bei Envestor betreuen lassen.

(Für die Konditionen, die bei der Ebase und der FIL Fondsbank winken, hier anmelden oder registrieren und den Envestor Spareffekt berechnen)

Die untere Grafik verdeutlicht, wie viel diese 0,67 Prozent an jährlich gesparten Kosten ausmachen. Wer 25.000 Euro in den Fonds investiert, bekommt nach zehn Jahren – bei einer angenommenen Rendite von sechs Prozent pro Jahr – 2.525 Euro von Envestor zurückerstattet. Wer dagegen bisher bei seiner Bank den vollen Ausgabeaufschlag zahlt, der optimiert seinen Cashflow um 4.041 Euro in zehn Jahren.

Envestor Cashback beim Aberdeen Standard China A Share Fund (Quelle: Envestor)

Aberdeen Standard China A Share Fund: Die Bewertung

Unser Fazit und die Bewertung lauten: Der Aberdeen Standard China A Share Fund ist ein empfehlenswerter Fonds für chinesische Festlandaktien. Unseres Erachtens lassen sich solche Fonds nur vor Ort erfolgreich verwalten. Fondsmanager und Analysten müssen in die örtliche Infrastruktur eingebunden sein und brauchen direkten Zugang zu Unternehmen. Aberdeen verfügt über diese Ressourcen und darüber hinaus über eine langjährige Erfahrung beim Investieren in China. Die vergleichsweise hohen Kosten sind ein Kritikpunkt, der aber durch das Envestor-Direkt Preismodell abgefedert wird. Das Fondsvolumen sollte man im Auge behalten. Sollte es substantiell ansteigen, bleibt es spannend zu sehen, wie Aberdeen darauf reagiert. Im Grunde gibt es dann nur zwei Möglichkeiten:

  • Den Fonds Neuanlegern nicht mehr zugänglich zu machen, um die bestehenden Investoren nicht zu schädigen oder
  • mehr Aktien in das Portfolio aufzunehmen, was im Ergebnis aber zu einer Verwässerung der Best-Ideas Strategie führen würde.

Das aktuelle Fondsvolumen sollte aber aus unserer Sicht noch handhabbar sein.

 

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