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Lebensversicherungen: Der stille Wohlstandskiller

Die Deutschen sparen zwar viel, bauen aber erstaunlich wenig Vermögen auf. Ein zentraler Grund: Ein erheblicher Teil der Ersparnisse fließt seit Jahrzehnten in ertragsschwache Lebensversicherungen  und Rentenversicherungen. Wir zeigen, wie stark diese Renditekiller die Vermögensbildung belasten – und was Sie konkret dagegen tun können. 

Sparen ohne Vermögensaufbau

Deutschland weist seit Jahren eine hohe Sparquote auf. Laut Daten der Bundesbank liegt sie seit vielen Jahren stabil im Bereich von rund 10 bis 11 Prozent des verfügbaren Einkommens. Das ist grundsätzlich gut. Schlecht ist dagegen, wohin das Ersparte fließt. Dass die Deutschen regelrecht versessen sind auf nicht-rentierliche Sparbücher und Girokonten, ist hinlänglich bekannt. Heute wollen wir uns einem weiteren Renditekiller widmen: Lebens- und Rentenversicherungen. Zuletzt flossen dabei rund 15 Prozent der jährlichen Geldvermögensbildung in Versicherungs- und Altersvorsorgeprodukte. Das klingt weniger dramatisch, als es ist. Denn entscheidend ist nicht nur, was heute passiert, sondern welche Rolle Lebens- und Rentenversicherungen in der Vergangenheit gespielt haben. Über viele Jahre hinweg lag der Anteil dieser Versicherungen an der Geldvermögensbildung bei rund einem Drittel. Dieser hohe Anteil an den Neuabschlüssen wirkt nach, da ein erheblicher Teil dieses Vermögens bis heute in Versicherungsprodukten gebunden ist, die nicht auf eine gute Rendite, sondern auf Sicherheit und Garantien ausgerichtet sind.

Absicherung und Vermögensaufbau trennen

Versicherungen erfüllen eine zentrale Funktion: Sie schützen vor existenziellen Risiken. Sachversicherungen, die etwa Gebäude, den Hausrat oder PKW abdecken, sind ebenso essentiell wie Haftpflichtversicherungen oder private Krankenversicherungen. Berufsunfähigkeitsversicherungen sind ebenfalls “must haves”.. Diese Produkte haben jedoch nichts mit Vermögensaufbau zu tun, sie sichern kritische Risiken ab.  Problematisch sind kapitalbildende Versicherungen. Dazu zählen klassische Lebensversicherungen, Rentenversicherungen, Riester- und Rürup-Produkte sowie fondsgebundene Policen. Hier wird zwar investiert – aber mit hohen Kosten, teuren Garantien und begrenzter Anlagefreiheit. Auch bei Versicherungsprodukten wird am Kapitalmarkt investiert – was grundsätzlich sinnvoll ist. Das Problem liegt aber bei Kosten, Garantien und der Anlagepolitik. Bei den meistverkauften fondsgebundenen Versicherungsprodukten im EEA lag die Renditeminderung durch Kosten 2023 laut EIOPA bei rund 2,3 Prozent, bei Produkten mit Gewinnbeteiligung immer hell bei rund 1,2 Prozent. Darin enthalten sind unter anderem Abschlusskosten, laufende Verwaltungskosten, Fondskosten sowie Vertriebskosten. Gleichzeitig zeigen Analysen der EZB, dass Garantien die Kapitalanlage stark in Richtung niedrig verzinster Anleihen verschieben.  Eine ungünstige Kombination: Am Ende bleibt eine niedrigere Rendite als bei direkten Kapitalmarktanlagen. Kosten, Garantien und eine konservative Kapitalanlage drücken die Rendite.

Renditekiller Lebensversicherung wird unterschätzt

Langfristige Kapitalmarktdaten zeigen, dass breit gestreute Anlagen über Jahrzehnte deutlich höhere Renditen erzielen. Mit aktiv gesteuerten Anleiheportfolios lassen sich ebenfalls Renditen von 6 Prozent und mehr erreichen, wie wir im Beitrag Aktien-Fixierung bringt Portfolios in Schieflage zeigen. Der Effekt lässt sich konkret beziffern. Ein Haushalt, der über 30 Jahre jährlich 3.000 Euro spart, erreicht bei einer Nettorendite von 2 Prozent ein Vermögen von rund 121.000 Euro. Wird dasselbe Kapital mit 5 Prozent Rendite am Kapitalmarkt angelegt, steigt das Vermögen auf rund 199.000 Euro. Die Differenz beträgt damit rund 80.000 Euro. Das Problem dabei: Es ist ein unsichtbarer Verlust – Vermögen, das nie entsteht. Und genau deshalb wird er unterschätzt. Laut Daten der Bundesbank liegt das Medianvermögen in Deutschland bei rund 76.000 Euro. Die zuvor berechnete Differenz von rund 80.000 Euro entspricht damit dem gesamten Vermögen eines typischen Haushalts. Anders formuliert: Der gleiche Sparprozess würde bei höherer Rendite ungefähr doppelt so viel Vermögen ergeben. Es geht nicht um kleine Optimierungen, sondern am Ende um erhebliches Vermögen.

Versicherungsfrei auf Aktien und Anleihen setzen

Versicherungen sind nicht per se ein Problem. Im Gegenteil: Die Absicherung existenzieller Risiken ist ein zentraler Bestandteil jeder soliden Finanzplanung. Der Fehler liegt darin, Lebens- und Rentenversicherungen für den Vermögensaufbau zu nutzen. Ein erheblicher Teil der Ersparnisse fließt nicht an den Kapitalmarkt, sondern in Kosten und Garantien. Für Anleger bedeutet das konkret: Der erste Schritt ist die klare Trennung zwischen Absicherung und Investment. Risiken gehören in Versicherungen, Vermögensaufbau gehört an den Kapitalmarkt. Wie sich insbesondere im Anleihebereich attraktive Renditen erzielen lassen, zeigen wir in unserem Beitrag Aktien-Fixierung bringt Portfolios in Schieflage. Zudem sollten Anleger bestehende Verträge kritisch prüfen. Entscheidend ist nicht die Frage, ob ein Produkt „funktioniert“, sondern welche Rendite nach Kosten, Garantien und Struktur tatsächlich beim Anleger ankommt. Ein erheblicher Teil des Vermögens wird still verloren – nämlich einfach nie aufgebaut.

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Autor

  • Steffen Gruschka ist CFO und Co-Geschäftsführer von envestor und blickt auf rund 30 Jahre Erfahrung im aktiven Management von Schwellenländer-Aktienfonds zurück. In seiner Laufbahn wurde er mehrfach als Fondsmanager des Jahres ausgezeichnet. Zuletzt erreichte er 2025 in der Kategorie Aktien Emerging Markets die Spitzenposition und gehörte damit laut Handelsblatt zu den besten Fondsmanagern Deutschlands.

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