Unsere neue Rubrik „(Fast) Ohne Worte“ greift für Anleger relevante Daten auf und übersetzt sie aussagekräftig mit einem Chart, einer Tabelle oder Grafik. Zum Start steht die Aktienperformance. Wir beantworten die Frage, ob Aktien über lange Zeit wirklich das beste Investment waren.

Ohne Aktien geht es nicht! Das ist der Konsens unter Anlageexperten. Aber stimmt das auch? Was wäre in den vergangenen Jahrzehnten tatsächlich herausgesprungen? Wie gut war die Aktienperformance im Vergleich mit anderen Anlageklassen? Die untere Grafik zeigt, wie sich Aktien (in Gestalt des MSCI World, graue Linie) gegenüber drei anderen großen Anlageklassen seit 1980 entwickelt haben: Gold (orange), Anleihen (REXP, blau), Rohstoffe (GSCI, gelb).

Angezeigt werden 265 monatlich rollierende 20-Jahresrenditen der vier Anlageklassen zwischen April 1980 und März 2022. Die Grafik zeichnet nach, welche Performance an den 265 Endpunkten pro Jahr erzielt wurde. Der MSCI World tritt gegen Anleihen (REXP), Gold und Rohstoffe (GSCI Index) an. Transaktionskosten und sonstige Kosten wurden nicht berücksichtigt.

Aktienperformance im Vergleich mit Anleihen, Gold und Rohstoffen 1980 bis 2022

Renditen in Prozent und annualisiert, in lokaler Währung, Daten per 31.3.2022 Quellen: Envestor, Morningstar

Zwei Botschaften: Aktien waren seit 1980 nicht zu jeder Zeit die rentierlichste Anlageklasse. Wer von 1983 bis 2003 in Rohstoffe investierte, gewann mehr als mit Aktien. Wer zwischen 1988 und 1992 in den REXP investierte, schnitt nach 20 Jahren auch besser ab als Aktienanleger. Und wer zwischen 1991 und 1993 und dann wieder ab 1996 Gold kaufte, lag nach 20 Jahren ebenfalls vorn.

Die zweite Botschaft bringt etwas Trost: Aktien haben in den vergangenen 42 Jahren überwiegend mehr gebracht als alle anderen Anlageklassen. Selbst die allerniedrigste Performance (zwischen April 2000 und März 2020) war mit 3,04 Prozent p.a. im positiven Bereich. Gold- und Rohstoff-Investments lieferten über manche 20-Jahres-Perioden negative Renditen ab, und Anleihen schnitten langfristig nur selten besser ab. Angesichts dramatischer Crashs  (2000-2003 und 2007-2009) war die Performance von Aktien also zwar nicht brillant, aber doch recht passabel.

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