Ark-ETF als Tenbagger?

Die US-Tech-Investorin Cathie Wood bringt ihre ETFs nach Europa. Ihre aktiven ETFs stehen für den Aufstieg von Highgrowth-Unternehmen. Dafür steht das Flaggschiffprodukt Ark Innovation. Aber ist der Ark ETF ein Tenbagger? Wir zeigen in der Rubrik (Fast) Ohne Worte, wann Anleger mit Cathie Woods ETFs Geld verdienen konnten. 

Cathie Woods ETFs kommen nach Europa

Cathie Wood hat jüngst erst wieder Schlagzeilen produziert: Die „Geldikone kommt nach Europa“, hieß es in der Süddeutschen Zeitung.  Die Fondsmanagerin wird in den nächsten Monaten über den frisch erworbenen ETF-Anbieter Rize ihre ETFs nach Deutschland bringen. Wood ist seit Jahrzehnten auf schnell wachsende Unternehmen spezialisiert, die in verschiedenen Branchen Geschäftsprozesse durch Innovationen und damit viele Unternehmen „disruptieren“. Was in den traditionellen Branchen Chaos stiftet, macht die Anleger in Highgrowth-Unternehmen reich. Das Wort „Tenbagger“ macht oft die Runde, wenn es um Unternehmen geht, in die Cathie Wood investiert. Sie war eine Investorin der ersten Stunde in Tesla und hat rechtzeitig vor dem Highgrowth-Hype 2020 in Aktien wie Zillow, Pure Storage, Roku, Square und Teladoc investiert – also in Aktien, die sich zeitweilig im Wert verzehnfacht hatten und damit den Adelstitel „Tenbagger“ trugen.

Aber ist der ARK Innovation auch ein Reichmacher? Punktuell waren die Erfolge spektakulär. Im Jahr 2020 brachte das Flaggschiffprodukt Cathie Woods Anlegern in den USA ein Plus von 150 Prozent. Aber die Abstürze waren ebenfalls brutal: 2022 fiel ein Verlust von 67 Prozent an, der ETF verlor also ziemlich genau zweidrittel seines Wertes. Aber wie sieht es langfristig aus? Anleger investieren nie pünktlich zum Jahresanfang und verkaufen auch nicht an Silvester. Jahresdaten helfen uns also nicht weiter, wenn es darum geht, die typische Erfahrung von Anlegern zu reflektieren. Repräsentativer dürfte dafür eine dreijährige Anlageperiode sein. Das ist zwar für Aktien eine kurze Anlageperiode, aber drei Jahre dürften in etwa die Dauer vieler Growth-Investments sein. 

Ark ETFs haben begrenzte Tenbagger-Qualitäten

Das untere Bild zeigt die Performance aller Dreijahres-Perioden, die seit Auflage des ARK Innovation 2014 für Anleger in den USA möglich waren. Die Grafik zeigt Die kumulierte Rendite des ETF in allen 72 Dreijahres-Zeiträumen zwischen November 2014 und Ende September 2023 – jeder Punkt markiert das Endergebnis – Monat für Monat. Die erste Frage ist schnell beantwortet: Nein, der ARK Innovation war für Anleger in keinem dreijährigen Zeitraum ein Tenbagger. Das beste Ergebnis erzielten Anleger im Ark Innovation zwischen Januar 2018 und Ende Dezember 2020: plus 255 Prozent. Das ist weit weg von den Tenbagger-mäßigen 900 Prozent.

Aber vermutlich sind Fonds- und ETF-Anleger genügsamer als die Anleger in Einzeltitel, weshalb die Renditen des Ark Innovation über lange Zeit die allermeisten Anleger, die zwischen 2014 und Ende 2021 Cathie Wood ihr Geld anvertraut haben, glücklich gewesen sein dürften: In keiner Dreijahres-Periode war die Performance niedriger als plus 77 Prozent. Ab Ende 2021 ändert sich unser Bild allerdings dramatisch: Wer zwischen Januar 2019 und Dezember 2021 investierte, kam auf ein Plus von 162 Prozent. Die nachfolgende Monatskohorte kam zwischen Februar 2019 und Januar 2022 auf nur noch plus 81 Prozent. Es ging weiter abwärts, und wer zwischen Juli 2019 und Juni 2022 investierte, musste erstmals in einer Dreijahres-Periode einen Verlust hinnehmen – minus 14 Prozent. Hiernach wurde das Ergebnis immer schlechter.

Wer mit Ark ETFs Geld verdient hat

Tenbagger Ark ETF

Wer seine dreijährige Investmentphase im Ark Innovation ETF vor wenigen Tagen, Ende September 2023, beendete, dürfte kein Fan von Cathie Wood sein; zwischen September 2020 und August 2023 fielen Verluste von 53 Prozent an. Auch auf absehbare Zeit dürften Anleger, die nach 2019 bei Cathie Wood eingestiegen sind, ihre Wunden lecken: Die Verluste des Jahres 2022 dürften vorerst schwer wiegen: Auch das Plus von gut 20 Prozent bisher in diesem Jahr wird da keinen so großen Unterschied bei den Anleger-Kohorten machen, die in den nächsten Monaten planen, den Ark Innovation zu verkaufen. Anleger, was tun? Nun, wer im Ark-ETF bereits investiert ist und davon überzeugt ist, dass Highgrowth-Aktien einen Comeback machen werden, kann natürlich länger investiert bleiben. Anleger in Europa, die dagegen noch nicht in den Ark Innovation investieren konnten, sollten sich diese Grafik genau anschauen und überlegen, ob sie das nötige Standvermögen haben, um in den europäischen Ark Innovation ETF zu investieren, der demnächst an den Markt kommen wird.

Über den Autor

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Ali Masarwah

Ali Masarwah ist Fondsanalyst und Geschäftsführer von envestor. Er beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit Fonds und ETFs, zuletzt als Analyst beim Research-Haus Morningstar.
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