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Wer gewinnt? Vier Anlegertypen und das Altersvorsorgedepot

Das Altersvorsorgedepot kommt! Viele Banken rühren bereits die Werbetrommel für die private Vorsorge. Viele Anleger kennen aber noch nicht die Basics. envestor klärt auf, wer gewinnt: Vier Anlegertypen und was sie aus dem Altersvorsorgedepot herausholen können. 

Das Altersvorsorgedepot könnte für Anleger der Renner werden: Das Marktpotenzial wird in optimistischen Prognosen auf 220 Milliarden Euro geschätzt. Rund 16 Millionen Riester-Verträge gibt es, und da mit Selbstständigen, Beamten und Angehörigen berufsständischer Versorgungswerke beim Altersvorsorgedepot neue Anlegerschichten erschlossen werden, könnte das staatlich gefördertes Fonds- und ETF-Sparen einen wichtigen Beitrag für die Altersvorsorge von Millionen Bürgern leisten.

Wir haben bereits unseren neuen Altersvorsorgedepot-Rechner vorgestellt. Unser Rechner kann viel: Förderung ausrechnen, Renditebeispiele erstellen, Nach-Steuer-Rentenbezüge rechnen, mit Riester und ungeförderten Depots vergleichen. Um es aber noch plastischer zu machen, bringen wir hier vier Beispielanleger und zeigen, wie diese vom Altersvorsorgedepot profitieren können. Wer es ganz genau wissen will, kann sich hier anmelden und zeitnah Informationen und Anlagemöglichkeiten bei envestor erhalten. Aber nun zu unseren vier Beispielanlegern.

Junge Berufseinsteiger – Zeit ist der stärkste Hebel

Unser erster Anleger ist 27 Jahre alt, ledig und bespart sein Altersvorsorgedepot mit 150 Euro im Monat – bei einem Bruttogehalt von 2.500 Euro. Er plant, mit 67 in Rente zu gehen. Er bekommt die maximal mögliche staatliche Zulage von 540 Euro pro Jahr. Bei einem Grenzsteuersatz von rund 30 Prozent erstattet das Finanzamt ihm zusätzlich zur staatlichen Grundzulage rund 156 Euro. 

In unserem Modell haben wir angenommen, dass neben der 540-Euro-Zulage auch die Steuererstattung ins Altersvorsorgedepot zurückfließt. Dies ist in der Praxis so nicht möglich, allerdings kann unser Musteranleger mit diesem Wissen von vornherein eine Überzahlung vornehmen. Er kann also sein Depot nicht mit 150 Euro besparen, sondern mit monatlich 165 Euro. Steuervorteile befeuern also den Zinseszinseffekt.

Und was kommt in der Ruhestandsphase auf den dann nicht mehr 27-Jährigen zu? Gerechnet haben wir im envestor Altersvorsorgedepotrechner mit einem angenommenen Durchschnitts-Steuersatz von 10 Prozent. Das ergibt eine monatliche Nettorente von 3.181 Euro. Stellt man dieses Altersvorsorgedepot einem ungeförderten Fonds- oder ETF-Sparplan mit identischer Laufzeit und Rendite gegenüber, ist das Ergebnis überdeutlich: Das Altersvorsorgedepot liefert 1.117 Euro mehr pro Monat als das ungeförderte Fondsdepot.

Wer früh anfängt, braucht keine hohe Sparrate – die Zeit und der Zinseszins erledigen den Rest.

Familie mit zwei Kindern – Kinderzulage ist Trumpf

Beide Partner sind 33 Jahre alt, steuerlich gemeinsam veranlagt und legen jeweils 150 Euro im Monat im Altersvorsorgedepot an. Mit zwei Kindern im Alter von 3 und 5 Jahren fällt die staatliche Förderung besonders üppig aus: 1.080 Euro Grundzulage für die beiden Partner und 600 Euro Kinderzulage (2x 300 Euro) ergeben zusammen 1.680 Euro jährlich. Unser Rechner unterstellt, dass die Kinderzulage bis zum vollendeten 21. Lebensjahr der beiden Kinder fließt – studieren die Kinder, zahlt Vater Staat sogar bis maximal Alter 25 Jahre. 

Bei einem gemeinsamen Bruttoeinkommen von 7.500 Euro liegt der Grenzsteuersatz des Paares bei Zusammenveranlagung bei rund 35 Prozent. Da die Kinderzulage bei einem Partner den steuerlichen Abzugsvorteil bereits übersteigt, fällt die zusätzliche Erstattung vom Finanzamt mit rund 284 Euro im Jahr überschaubar aus – der Renditekick des Altersvorsorgedepots ergibt sich vor allem über die persönliche Zulage und den Kinderzulagen, die das Paar vereinnahmt.

Gerechnet haben wir wiederum mit einem angenommenen Durchschnittssteuersatz von 10 Prozent im Rentenalter. Damit fließen dem Paar 4.479 Euro monatlich an Rente aus dem Altersvorsorgedepot zu – 1.663 Euro mehr als ein vergleichbares, ungefördertes Fondsdepot geliefert hätte.

Alleinerziehende – Staatliche Förderung sticht

Sie oder Er ist 35, zieht ein Kind im Alter von 4 Jahren alleine groß und verdient 2.500 Euro brutto im Monat. Ihr monatlicher Eigenbeitrag von 150 Euro löst die volle Grundzulage von 540 Euro sowie die Kinderzulage von 300 Euro aus – zusammen 840 Euro staatliche Unterstützung pro Jahr, was einem Zuschuss von 47 Prozent auf den Eigenbeitrag entspricht. Die Kinderzulage wird der Mutter auch in diesem Beispiel bis zum vollendeten 21. Lebensjahr des Kindes gewährt (Durchschnittswert). Die Alleinerziehende bekommt auf ihr Altersvorsorgedepot 18 Jahre lang jedes Jahr 300 Euro Kinderförderung eingezahlt.

Bei der Günstigerprüfung, die das Finanzamt automatisch vornimmt, ergibt sich: Die Zulagen übersteigen den Steuervorteil – eine zusätzliche Steuererstattung vom Finanzamt gibt es nicht. Die Förderung wirkt hier vollständig über die Zulagen.

Gerechnet mit einem angenommenen Durchschnittssteuersatz von 5 Prozent im Rentenalter erhält sie 1.925 Euro monatlich aus dem AV-Depot – 739 Euro mehr als das ungeförderte Fondsdepot gebracht hätte.

Gutverdiener – im Steuervorteil liegt die Würze

Beide Partner sind 50 Jahre alt, steuerlich gemeinsam veranlagt und sparen jeweils 150 Euro im Monat. Bei einem gemeinsam zu versteuernden Einkommen von 15.000 Euro liegt der Grenzsteuersatz bei Zusammenveranlagung bei rund 44 Prozent. Die Förderung ist entsprechend attraktiv: 1.080 Euro Grundzulage plus 994 Euro jährlicher Steuererstattung ergeben zusammen rund 2.070 Euro staatliche Unterstützung pro Jahr. In unserem Rechner wird unterstellt, dass dieser Steuervorteil im Folgejahr in die beiden Depots der beiden Gutverdiener investiert wird. Diese theoretische Rechnung kann jedoch das Paar, ausgestattet mit Wissen, was es durch den envestor Altersvorsorgedepotrechner erworben hat, bereits bei der Einzahlung berücksichtigen: Statt 150 Euro können die beiden Anleger also jeweils gut 191 Euro von vornherein monatlich im Altersvorsorgedepot anlegen.

Und dennoch: Mit nur noch 17 Jahren bis zum Renteneintritt und einem angenommenen Durchschnittssteuersatz von 35 Prozent im Rentenalter fällt der Vorsprung des Altersvorsorgedepots gegenüber dem ungeförderten Fondsdepot mit 76 Euro pro Monat vergleichsweise gering aus. Die nachgelagerte Besteuerung des Gesamtkapitals wird hier zum Rendite-Bremsklotz.

Die Empfehlung lautet daher: Für diese Anleger sollte das Altersvorsorgedepot als geförderter Sockel bis 1.800 Euro Eigenbeitrag pro Person im Jahr dienen – jeder weitere Euro könnte ins freie Depot fließen. Denn für Beträge darüber gibt es keine zusätzliche Zulage und keinen weiteren Steuervorteil in der Ansparphase – das freie Fondsdepot ist dann flexibler, mutmaßlich günstiger und unterliegt bei Auszahlung nur der Abgeltungsteuer auf Gewinne statt der vollen nachgelagerten Einkommensteuer auf das Gesamtkapital.

Altersvorsorgedepot: Renditeturbo mit Haken

Die Modellberechnungen zeigen klar: Das Altersvorsorgedepot ist für viele Anleger ein Game-changer. Besonders Familien mit Kindern profitieren von dem Altersvorsorgedepot mit Kinderzulagen aber auch Singles profitieren von den vollen Zulagen ab bereits 150 € Sparrate im Monat.Bei Gutverdienern ist das Bild etwas differenzierter zu betrachten. 

Für die meisten Anlegergruppen überwiegen also die Vorteile, sodass das Altersvorsorgedepot oftmals eine renditestärkere Alternative zum freien Fondssparen dartsellt. Für viele Anleger ist die Kombination aus Zulagen, steuerlicher Förderung und eine oft lange Anlagedauer ein Renditeturbo. Dennoch: Das Altersvorsorgedepot ist kein Allheilmittel. Bei einigen Anlegergruppen lohnt es sich, mit spitzem Bleistift zu rechnen: Das Altersvorsorgedepot ist eines nicht: flexibel einsetzbar. Wer frühzeitig kündigt, muss Steuervorteile und Zulagen zurückerstatten. Das Altersvorsorgedepot ist also attraktiv, aber faktisch nicht liquide.

So nutzen Sie die envestor Altersvorsorge-Expertise 

Sie sind neugierig geworden und möchten es ganz genau und individuell wissen? Hier auf der envestor-Unterseite clerverrente.de anmelden und frühzeitig informiert werden. Oder Sie haben konkrete Fragen? Hier direkt Termin mit den envestor Altersvorsorge-Experten buchen.

Hinweis zu den Modellberechnungen

Die Ergebnisse des Rechners basieren auf vielen Annahmen: Die Rendite wird als konstant über die gesamte Laufzeit angenommen, der Rentensteuersatz ist ein fixer Schätzwert ohne Berücksichtigung der Einkommensprogression im Alter, und die Vorabpauschale wird mit einem fixen Basiszins von 2,5 Prozent berechnet – der tatsächliche Basiszins wird jährlich neu festgelegt. Der Grenzsteuersatz enthält den Solidaritätszuschlag (× 1,055). Die Kinderzulage wird vom Staat bis maximal zum 21. Lebensjahr gezahlt, sofern das Kind eine Ausbildung/Studium macht. Der Rechner ist ein Orientierungsinstrument – kein steuerlicher Rat und kein Ersatz für eine individuelle Beratung.

Autor

  • Marcel Claussen ist Werkstudent bei envestor und studiert International Business (B.Sc.) an der EBS Universität in Oestrich-Winkel. Er beschäftigt sich insbesondere mit Finanz- und Kapitalmarktthemen und der immer wichtigeren KI Thematik.

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