Unsere Korrelationsanalyse hat ergeben, dass Gold in den vergangenen Jahrzehnten Aktienrisiken gut diversifizieren konnte. Anleger, die einen Teil ihres Vermögens in Gold investieren möchten, können das auf recht unterschiedliche Weise tun. Hier eine kompakte Übersicht der für Anleger am besten geeigneten Formen.

Die grundlegende Frage lautet: Soll man in physisches Gold investieren? Oder ist der indirekte Weg über den Aktienmarkt möglicherweise der bessere.

Physisch in Gold investieren

Um direkt die Entwicklung des Goldpreises abzubilden, können Anleger in Barren und Münzen investieren. Dies ist aber auch über börsengehandelte Instrumente möglich. Und zwar mit sogenannten ETCs. In Deutschland sind ausschließlich ETCs, also Exchange Traded Commodities auf Gold möglich – keine ETFs, also Exchange Traded Funds. Was hat es mit diesem kleinen, aber feinen Unterschied auf sich?

Da Fonds breit diversifiziert sein müssen, ist es in – zumindest in Deutschland – nicht erlaubt, einen börsengehandelten Indexfonds auf einzelne Rohstoffe aufzulegen. Rohstoff-ETFs müssen sich hierzulande immer auf einen breit gestreuten Korb unterschiedlicher Rohstoffe beziehen. Für einzelne Rohstoffe, wie etwa Gold, ist die Form eines ETCs zwingend vorgeschrieben. Das hat Konsequenzen für den Schutz der Anleger.

  • ETFs sind als Fonds ein sogenanntes Sondervermögen. Das bedeutet, dass die Anlagen der Fondsanleger getrennt von dem Vermögen der Fondsgesellschaft geführt werden. Der Fonds hat nichts mit dem Vermögen der Fondsgesellschaft zu tun, die den Fonds verwaltet. Im Fall einer Insolvenz der Fondsgesellschaft ist der Fonds und damit das Vermögen der Anleger nicht betroffen.
  • ETCs sind Inhaberschuldverschreibungen, deren Qualität und Sicherheit von der Bonität des Emittenten abhängen.

Gold-ETCs tragen dem Sicherheitsanspruch der Investoren dadurch Rechnung, dass sie die Schuldverschreibung mit physischem Gold hinterlegen. Im Fall von Xetra-Gold etwa, einem beliebten Gold-ETC der Deutschen Börse, lagert das Gold im Zentraltresor für deutsche Wertpapiere in Frankfurt. Bei Xetra-Gold und einigen (nicht allen) anderen Gold-ETCs haben die Anleger die Möglichkeit, sich das physische Gold liefern zu lassen, z.B. an ihre Hausbank.

Mit Fonds in Gold investieren

Wer auf den Status des Sondervermögens nicht verzichten möchte, kann sich für einen aktiven Fonds oder einen ETF entscheiden. Wie oben bereits erwähnt, müssen Fonds aus regulatorischen Gründen breit gestreut sein. Damit haben Fonds und ETFs praktisch keine Chance, die Entwicklung des Goldpreises eins zu eins abzubilden.

Daher bleibt für Fondsanleger nur die Möglichkeit in Fonds zu investieren, die ganz oder teilweise in die Aktien von Unternehmen investieren, die Goldminen betreiben, dort Gold schürfen oder anschließend weiterverarbeiten. Ein Beispiel für einen solchen Fonds ist der BGF World Gold Fund A2 (ISIN: LU0171305526) von BlackRock. Der Fonds legt mindestens 70 Prozent seines Vermögens in Goldminenaktien an. Beimischen kann er vergleichbare Unternehmen für andere Edelmetalle, für Mineralien oder Grundmetalle.

Im Unterschied zum Fonds von BlackRock kann der Jupiter Gold & Silver Fund (ISIN: IE00BYVJR916) zumindest teilweise in physische Edelmetalle investieren. Die Anlagerichtlinien besagen, dass immer zumindest 15 Prozent des Fondsvermögens physisch in Gold und Silber investiert sein müssen. Die Obergrenze liegt bei 50 Prozent. Der Rest wird in Aktien von Förderunternehmen investiert. Anleger überlassen die Steuerung des Verhältnisses von Aktienquote zu physischem Gold und Silber damit dem Fondsmanagement. Aktuell beträgt die Aktienquote 75 Prozent, 22 Prozent sind physisch in Gold und Silber investiert.

In Gold investieren – Fazit

Während Anleger bei einer Investition in physisches Gold ganz einfach Geld gewinnen, wenn der Goldpreis steigt, und Geld verlieren, wenn er fällt, sind die Zusammenhänge bei Minenwerten etwas komplexer. Wie es der Name sagt, füllen Goldminen-Aktienfonds ein Portfolio mit den Aktien von Unternehmen, die in der Goldbranche arbeiten. Wenn im Falle einer allgemeinen Marktkorrektur der gesamte Aktienmarkt fällt, ist es wahrscheinlich, dass auch Goldminenaktien fallen.

Kurzfristig ist es also nicht ungewöhnlich, dass sich der Goldkurs und die Aktienkurse von Goldminen in unterschiedliche Richtungen entwickeln können. À la longue profitieren Minenaktien aber naturgemäß von einem hohen, bzw. steigenden Goldpreis. Anleger können mit einem Fonds für Goldförder-Aktien überdurchschnittlich von einer positiven Entwicklung des Goldpreises profitieren – und erhalten dabei eine Dividende. Sie müssen aber beachten, dass eine zweite Risikokomponente, nämlich die des Aktienmarktes hinzukommt.

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