Anleger, die einen Teil ihres Vermögens in Gold investieren möchten, können das auf recht unterschiedliche Weise tun. Hier eine kompakte Übersicht der für Privatanleger am besten geeigneten Formen – und damit verbunden jeweils der Hinweis, worauf Anleger unbedingt achten müssen.

Physisch in Gold investieren

Die grundlegende Frage lautet: Soll man in physisches Gold investieren? Oder ist der indirekte Weg möglicherweise der bessere. Wem auch das haptische Erleben wichtig ist, wird um physisches Gold nicht herumkommen. Drei Dinge gilt es dabei allerdings zu beachten: Erstens sind Anleger gut beraten, zu diesem Zweck keinen Goldschmuck, sondern ausschließlich Barren und Münzen zu kaufen. Zweitens sollte man bei den Münzen auf die bekannteren zurückgreifen und etwas größere nehmen, weil bei kleineren die Kaufkosten recht hoch sind. Und drittens schließlich sollten Anleger mitbedenken, dass die Kosten für den Kauf nicht die einzigen sind. Zum Schutz des physischen Goldes heißt es, sich nicht nur einen Safe oder ein Schließfach zuzulegen, sondern auch die Hausratsversicherung entsprechend anzupassen.

Physisches Gold über Gold-ETCs

Für jemanden, der wegen der Kosten vor Barren und Münzen zurückschreckt, aber dennoch physisch investieren möchte, könnten Gold-ETCs die bessere Alternative sein. Aber Achtung! In Deutschland sind ausschließlich ETCs, also Exchange Traded Commodities auf Gold möglich, keine ETFs, also Exchange Traded Funds. Was hat es mit diesem kleinen, aber feinen Unterschied auf sich?

Da Fonds breit diversifiziert sein sollen, ist es in – zumindest in Deutschland – nicht erlaubt, einen börsengehandelten Indexfonds auf einzelne Rohstoffe aufzulegen. Rohstoff-ETFs müssen sich hierzulande immer auf einen breit gestreuten Korb unterschiedlicher Rohstoffe beziehen. Für einzelne Rohstoffe, etwa Gold, ist die Form eines ETCs zwingend vorgeschrieben. Das hat Konsequenzen für den Schutz der Anleger.

  • ETFs sind als Fonds ein so genanntes Sondervermögen. Das bedeutet, dass die Anlagen der Fondsanleger getrennt von dem Vermögen der Fondsgesellschaft geführt werden. Der Fonds hat nichts mit dem Vermögen der Fondsgesellschaft zu tun, die den Fonds verwaltet. Im Fall einer Insolvenz der Fondsgesellschaft ist der Fonds und damit das Vermögen der Anleger nicht betroffen.
  • ETCs sind Inhaberschuldverschreibungen, deren Qualität und Sicherheit von der Bonität des Emittenten abhängen.

Gold-ETCs tragen dem Sicherheitsanspruch der Investoren dadurch Rechnung, dass sie die Schuldverschreibung mit physischem Gold hinterlegen. Im Fall von Xetra-Gold etwa, einem beliebten Gold-ETC der Deutschen Börse, lagert das Gold im Zentraltresor für deutsche Wertpapiere in Frankfurt. Bei Xetra-Gold und einigen (nicht allen) anderen Gold-ETCs haben die Anleger die Möglichkeit, sich das physische Gold liefern zu lassen, z.B. an ihre Hausbank.

Mit Fonds in Gold investieren

Wer auf den Status des Sondervermögens nicht verzichten möchte, kann sich für einen aktiven Fonds oder einen ETF entscheiden. Hier stehen einem Anleger zwei Optionen zur Auswahl:

  • Er kann in einen Fonds investieren, der zum Ziel hat, den Preis von physischem Gold abzubilden.
  • Oder er kann in Fonds für Goldminenaktien investieren.

Ein Beispiel für die erste Variante ist der HANSAgold-Fonds (ISIN: DE000A0RHG75). Dieser investiert bis zu 30 Prozent in physisches Gold, das bei der Bayerischen Landesbank gelagert wird. Weitere 30 Prozent fließen in die oben beschriebenen ETCs, die ihrerseits mit Gold hinterlegt sind. Die verbleibenden 40 Prozent investiert der HANSAgold-Fonds in Verbriefungen (wie ETCs) auf Silber, Platin oder Palladium oder hält Kasse.

Der Fonds kann auf allen Fondsplattformen erworben werden und bietet damit einen sehr unkomplizierten Zugang zu physischem Gold. Hinzu kommt der Vorteil, dass er für Sparpläne verwendet werden kann. Außerdem besteht die Möglichkeit der Auslieferung des physischen Goldes bei Anteilsrückgabe.

Fonds für Goldminenaktien

Im Gegensatz zu dem eben beschriebenen Fonds investieren Goldminen-Aktienfonds nicht in physisches Gold, sondern in die Aktien von Unternehmen, die Goldminen betreiben, dort Gold schürfen oder anschließend weiterverarbeiten. Ein erfolgreiches Beispiel für einen solchen Fonds ist der BGF World Gold Fund A2 (ISIN: LU0171305526) von BlackRock.

Während Anleger bei einer Investition in physisches Gold ganz einfach Geld gewinnen, wenn der Goldpreis steigt, und Geld verlieren, wenn er fällt, sind die Zusammenhänge hier etwas komplexer. Wie es der Name sagt, füllen Goldminen-Aktienfonds ein Portfolio mit den Aktien von Unternehmen, die in der Goldbranche arbeiten. Wenn dann zum Beispiel bei einer allgemeinen Marktkorrektur der gesamte Aktienmarkt mit seinen verschiedenen Branchen fällt, kann es passieren, dass auch Goldminenaktien fallen – und das obwohl der Goldpreis gerade steigt. Umgekehrt gilt dasselbe. Wer sich also für diese Form der Goldanlage entscheidet, sollte berücksichtigen, dass langfristig der Gleichlauf, die so genannte Korrelation zwischen Gold und Goldminen hoch ist. Kurzfristig aber ist es nicht ungewöhnlich, dass sich der Goldkurs und die Aktienkurse von Goldminen in unterschiedliche Richtungen entwickeln.

Daher muss hier – wie bei allen anderen Aktienfonds auch – die aktuelle Bewertung und damit das Chance-Risiko-Profil beurteilt werden. Wir sind der Auffassung, dass dieses auf Basis der aktuellen Gewinne der Goldförder-Unternehmen nach wie vor attraktiv ist.

Lesen Sie hierzu mehr in unseren Blog-Beiträgen:
2020: Ein einschneidender Wendepunkt? (Teil 1: Anleihen und Inflation)
Gold und Goldfonds im Fokus der Anleger

 

Inhalte teilen