Der Fidelity Germany (WKN 973283, ISIN: LU0048580004) zählt langfristig zu den besten Deutschlandfonds am Markt. Wir stellen den Fonds als einen von drei empfehlenswerten Fonds als Teil unserer Serie zu deutschen Aktien vor. Fondsmanager von Engelbrechten punktet mit seiner Erfahrung, dem Fokus auf Qualität und dem beeindruckenden Fidelity-Research-Apparat. Doch ausgerechnet seine Spielwiese macht dem Fonds manchmal zu schaffen.

Fidelity punktet mit Research und Erfahrung

Der Fidelity Germany zählt bereits seit Jahren zum Standardrepertoire von Anlegern, die in deutsche Aktien investieren wollen. Bei Fidelity dreht sich sehr viel um Research. Das US-Haus punktet mit vielen Analysten und Research-Ressourcen. Für europäische Aktien beschäftigt Fidelity 32 Sektoranalysten. Auch beim Fondsmanager punktet der Fonds: Mit Christian von Engelbrechten steht ein sehr erfahrener Manager seit 2011 dem Fonds vor. Seine Historie mit Blick auf der Analyse deutscher Unternehmen geht auf das Jahr 2005 zurück, als er die Funktion als Research Analyst für deutsche Aktien bei Fidelity übernahm. (Zuvor war er Bankenanalyst bei der WestLB Asset Management). Seit wenigen Wochen unterstützt ihn Co-Manager Tom Ackermans. Das mindert das operative („key man“) Risiko, allerdings stellt sich die Frage, inwiefern Ackermans in der täglichen Praxis von Hilfe sein wird, da er seine Rolle als Analyst für Fintechs und Zahlungsabwickler beibehalten wird.

Qualitätsansatz in einem zyklischen Haifischbecken

Deutsche Aktien, wir haben es bereits erläutert, sind überwiegend zyklischen Branchen zuzuordnen – Branchen wie Chemie und Automobile haben ein deutlich höheres Gewicht als, sagen wir, Pharma und defensive Konsumgüter. Der Fidelity Fonds ist einer der wenigen Fonds, der sich in den Gegenwind stellt und vorwiegend auf nicht-zyklische Aktien setzt. Das ist gut zu begründen: Der Fondsmanager sucht nach säkular wachsenden Unternehmen, die nicht von den Wellen der Konjunktur abhängig sind.

Zwar spielen für von Engelbrechten auch die Bewertungen von Unternehmen eine Rolle, allerdings in erster Linie dafür, dass man Wachstum zu einem (relativ) günstigen Preis kaufen will. Unter den für den Fidelity Germany wichtigen Kennzahlen zählt die Gewinnentwicklung, die Rendite auf das investierte Kapital (ROIC) und der Freecashflow. Dieser Qualitätsfokus bringt in der Praxis eine Übergewichtung von Pharma-Aktien, aber auch von Titeln wie SAP und Allianz. Traditionell werden Nebenwerte mit bis zu 40 Prozent gewichtet. Das ist heute anders: Nur knapp 15 Prozent der Fondsgelder stecken in Small und Mid Caps.

Fluch und Segen des aktiven Managements

Läuft es gut für aktiv verwaltete Fonds, dann verweisen Fondsmanager gerne auf die Leistungsfähigkeit ihrer Strategie, die wegen ihrer Benchmarkferne Mehrwert geschaffen habe. Das ist auch beim Fidelity Germany nicht anders. In den vergangenen zehn Jahren landete der Fonds sechsmal im ersten Quartil der Deutschlandfonds. In den vergangenen zehn Jahren war der Fidelity Deutschland solide im ersten Performance-Quartil mit einem jährlichen Mehrwert von 1,8 Punkten pro Jahr vor dem Durchschnitt der Konkurrenz.

Doch Benchmarkferne kann auch Nachteile haben, zudem der deutsche Aktienmarkt, wie erwähnt, eine recht zyklische Ausrichtung hat. In Zeiten, in denen Value-Aktien einen Lauf haben, hatte der Fidelity Germany eine ziemlich schwere Zeit. Das war besonders im Jahr 2016 der Fall, als der Fonds mit einer Underperformance von bis zu zehn Prozentpunkten (je nach Benchmark) aufwies. Auch 2020 lag der Fonds wegen des aufkommenden Konjunkturoptimismus deutlich hinter den Indizes und den Vergleichsfonds. In diesem Jahr läuft es einigermaßen rund, aber es ist klar, dass das aktuelle Marktumfeld einem Quality Growth-Ansatz eher weniger behagt. Wer will, kann die hohe Gewichtung von Porsche als Kompromiss ansehen, der jedoch angesichts der guten Unternehmens-Zahlen ein vertretbarer ist.

Fidelity Germany ohne Ausgabeaufschlag handeln …

Der Ausgabeaufschlag von fünf 5,25 ist für einen Aktienfonds recht hoch. Diese Vertriebsgebühr bezahlen Anleger, die über Envestor handeln, natürlich nicht. Die laufenden Gebühren belaufen sich auf jährlich 1,92 Prozent, von denen 1,5 Prozent auf die Management Fee entfallen. Eine Erfolgsgebühr (Performance Fee) wird nicht erhoben.

… und bei Envestor Cashback zurück auf die Vertriebsgebühren

Auch wenn der Fidelity Germany im Vergleich zu aktiv verwalteten Aktienfonds nicht teuer ist, geht es bei Envestor immer noch günstiger. Anleger, die den Fonds über Envestor verwahren lassen, können die jährlichen Gebühren deutlich senken.

Der maximale Cashback auf die Vertriebsgebühr beläuft sich auf 0,45 Prozent pro Jahr. Dies gilt für Kunden, die den Fonds bei der Fondsdepot Bank verwahren und bei Envestor betreuen lassen.

(Für die Konditionen, die bei der FIL Fondsbank (FFB) und der Ebase winken, hier einloggen oder registrieren  und den Envestor Spareffekt berechnen)

Die untere Grafik verdeutlicht, wie viel diese 0,45 Prozent an jährlich gesparten Kosten ausmachen. Wer 25.000 Euro in den Fidelity Germany investiert, bekommt nach zehn Jahren – bei einer angenommenen Rendite von sechs Prozent pro Jahr – 1.709 Euro von Envestor zurückerstattet. Nicht enthalten sind hier Ersparnisse, die sich aus dem 100 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag ergeben. Wer bisher den vollen Ausgabeaufschlag bei einer Bank bezahlt hat, spart nach zehn Jahren sogar insgesamt 3.651 Euro.

Was Anleger maximal beim Fidelity Germany sparen können

Fidelity Germany Cashback

 

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