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	<title>Anleihen Archives - envestor.de</title>
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		<title>Anleihen kontra Aktien: Wann die 100‑Prozent‑Garantie sticht</title>
		<link>https://envestor.de/anleihen-kontra-aktien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ali Masarwah]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Apr 2026 07:32:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fonds & Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Anleihen]]></category>
		<category><![CDATA[Pull to Par]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anleihen kontra Aktien &#8211; wer sticht? Wenn eine Aktie abstürzt, greifen Anleger gern zum Trostsatz: „Langfristig kommt sie schon wieder.“ Manchmal stimmt das, manchmal nicht, gelegentlich nie. Anleihen folgen anderen, systematisch‑strengeren Regeln, die sie eigentlich zu Anlegerlieblingen machen sollten. Wir erklären den Zauber des Pull‑to‑Par‑Effekts. Aktien punkten bei Anlegern mit Visionen von Reichtum. In der [&#8230;]</p>
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									<p class="my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2"><strong>Anleihen kontra Aktien</strong> &#8211; wer sticht? Wenn eine Aktie abstürzt, greifen Anleger gern zum Trostsatz: „Langfristig kommt sie schon wieder.“ Manchmal stimmt das, manchmal nicht, gelegentlich nie. Anleihen folgen anderen, systematisch‑strengeren Regeln, die sie eigentlich zu Anlegerlieblingen machen sollten. Wir erklären den Zauber des <strong>Pull‑to‑Par‑Effekts</strong>.</p><p class="my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2">Aktien punkten bei Anlegern mit Visionen von Reichtum. In der Praxis sind indes Anleihen für viele Investoren <a href="https://envestor.de/hochzinsanleihen-bessere-aktien/" target="_blank" rel="noopener">die besseren Begleiter.</a> Vielen Investoren ist ein ganz besonderer Zauber des Rentenmarkts unbekannt bzw. unbewusst: Anleihen besitzen einen eingebauten Gummiband‑Effekt, der ihren Kurs mit der Zeit zurück zu einem festen Punkt zieht: dem Rückzahlungswert. Der sogenannte Pull‑to‑Par‑Effekt egalisiert Verluste bei Anleihen oft bemerkenswert  schnell &#8211; ganz im Gegensatz zu Aktien. Anleger in japanischen Aktien, die eine Durststrecke von 1990 bis 2024 erdulden mussten, können davon ein Lied singen. 34 Jahre dauerte es, bis Anleger im damals vermeintlichen Wachstumsmarkt ihren Einsatz zurückbekommen haben. Das war nur eine extreme Variante eines nicht so seltenen Phänomens: Viele Aktienmärkte fallen nach einer Hype‑Phase tief und brauchen dann lange, bis Verluste aufgeholt werden. Für viele Anleger zu lange.</p><p class="my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2">Auch der heutige Anlegerliebling, der Nasdaq‑100‑Aktienindex, der vollgeladen ist mit den beliebten <a href="https://envestor.de/magnificent-seven/" target="_blank" rel="noopener">US‑Tech‑Plattformen</a>, brauchte 14 Jahre, um die Verluste der Dot‑Com‑Bubble aufzuholen. Ja, die theoretischen Gewinne sind für Aktienanleger unbegrenzt, die Praxis zeigt allerdings, dass die meisten Aktienanleger langfristig und systematisch schlechtere Renditen erzielen, als es die Entwicklung des Aktienmarkts nahelegen könnte – erste Ursache dafür sind die <a href="https://envestor.de/anlegerfehler-rendite/" target="_blank" rel="noopener">klassischen Anlegerfehler</a>, aber auch hohe Fondskosten.</p><h2 class="my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2">Die Mathematik hinter dem Gummiband</h2><p class="my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2">Im Kern ist eine<a href="https://envestor.de/hochzinsanleihen-bessere-aktien/" target="_blank" rel="noopener"> klassische Anleihe</a> ein einfacher Vertrag: Der Emittent verpflichtet sich, bis zu einem bestimmten Datum für das Darlehen Zinsen (Kupons) zu zahlen und am Ende einen fixen Betrag – meist 100 Prozent des Nennwerts – zurückzuerstatten. Dieser Rückzahlungsbetrag wirkt wie ein Gummiband. Je weiter sich der Marktpreis von der 100 entfernt, desto stärker zieht es ihn mit der Zeit wieder dorthin zurück. Je kürzer die Zeit bis zum Laufzeitende, desto straffer ist das Gummiband. Da höherverzinsliche Anleihen (High Yields) typischerweise kurze Laufzeiten haben, sind die Risiken nachhaltiger Kursverluste nicht so hoch – wenn auch die Ausfallrisiken naturgemäß höher sind als bei Qualitätsanleihen.</p><p class="my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2">Zinsen, Risikoaversion und Liquidität können den Kurs einer Anleihe zwischendurch kräftig hin‑ und herschieben. Aber je näher die Fälligkeit rückt, desto weniger Spielraum bleibt: Am Ende steht der Kurs – wenn der Emittent nicht ausfällt – bei 100.</p><p class="my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2">Aktien kennen dieses Gesetz bekanntlich nicht. Eine Aktie hat keine Fälligkeit, keinen festgelegten Rückzahlungsbetrag und auch keine festen Zahlungen in der Zukunft. Fällt der Kurs von 100 auf 80, muss die Aktie um 25 Prozent steigen, um wieder bei 100 zu landen. Ob es so kommt und wie lange die Aufholjagd dauert, ist offen. Das Geschäftsmodell eines Unternehmens kann sich nach einer Krise erholen, oder die Firma stagniert nachhaltig oder geht in die Insolvenz. Dann fällt der Kurs der Aktie von 80 auf 0. Der „Zug“ zurück zum alten Kurs existiert nur in den Hoffnungen der Aktionäre, nicht in den Vertragsbedingungen.</p><p class="my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2">Mathematisch gilt für eine Anleihe bei 80 Prozent dasselbe wie für eine Aktie, die von 100 auf 80 gefallen ist: Auch der Anleihenkurs muss um 25 Prozent steigen, um wieder bei 100 zu landen. Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Prozentzahl, sondern in der Gewissheit: Bei der Anleihe ist der erneute Sprung auf 100 fest terminiert – solange der Emittent nicht scheitert. Daher ist die Prognose von Aktienkursverläufen oft Voodoo‑Kram, bei Anleihen indes Mathematik pur.</p>								</div>
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									<h2>Wie sich ein Buchverlust in Rendite verwandelt</h2><p>Der Pull‑to‑Par‑Effekt zeigt sich besonders deutlich nach Zinsänderungen. Stellen wir uns eine Anleihe vor, die aktuell eine Rendite von 5 Prozent bietet. Da das allgemeine Zinsniveau gestiegen ist, notiert diese Anleihe bei einem Kurs von 94,00 %. Viele Anleger sehen an dieser Stelle nur den Buchverlust und fragen sich, ob sie die Differenz zum Nennwert jemals wiedersehen. Die Anleihe selbst gibt darauf eine klare Antwort: ja, und zwar zum Laufzeitende. Die untere Tabelle illustriert diese Mechanik.</p>								</div>
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									<p>Was passiert, wenn die Zinsen von nun an stabil bei 5 Prozent bleiben und der Anleger die Anleihe bis zum Ende hält? Mit jedem weiteren Jahr rückt die Rückzahlung bei 100 näher, das „Gummiband“ zieht. In unserem Beispiel gehen wir von einer Restlaufzeit von zwei Jahren aus. Der Anleger macht nun zwei Arten von Gewinn gleichzeitig:<br />Erstens erhält er weiterhin den jährlichen Kupon von 2,00 Prozent auf den Nennwert. Zweitens kommen die „fehlenden“ 6 Euro zwischen dem Kurs von 94 und der Rückzahlung bei 100 als eingebauter Kursgewinn obendrauf. Verteilt auf die zwei verbleibenden Jahre ergibt das einen automatischen Wertzuwachs von 3,0 Prozent pro Jahr. Wer bei 94 investiert bleibt, bekommt also nicht nur die Zinsen, sondern die restlichen 6 Euro bis zur 100 als integrierten Bonus.</p><p>In der Sprache der Anleiheprofis heißt das: Die ursprüngliche Rendite beim Kauf ist Vergangenheit. Entscheidend ist nun die Rendite bis zur Fälligkeit, die „Yield to Maturity“. Sie liegt in unserem Beispiel bei rund 5,0 Prozent – bestehend aus dem 2 % Kupon und dem fest eingeplanten Weg von 94 zurück auf 100. Der Kursverlust aus der Vergangenheit ist dann keine dauerhafte Narbe im Depot, sondern die Quelle der künftigen Mehrverzinsung.</p><p>Spiegelbildlich dazu ist der Weg einer Anleihe, die über Par bei 106,00 % notiert (Anleihe B), ebenso vorgezeichnet: Hier erhält der Anleger zwar einen hohen Kupon von 8,00 %, muss aber damit rechnen, dass der Kurs bis zur Fälligkeit in zwei Jahren von 106 auf 100 zurückgleitet. Dieser Aufschlag von 6 Euro wird über die Zeit „abgeschmolzen“ und mindert die laufende Rendite um 3,0 Prozent pro Jahr. Aus Sicht der Profis ist dieser Abschlag ein negativer Kursbeitrag, der den hohen Kupon teilweise wieder auffrisst, sodass am Ende ebenfalls eine marktgerechte Gesamtrendite von 5,0 % steht. Schematisch lässt sich der Pull-to-Par-Effekt so darstellen:</p>								</div>
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									<h2>Grenze des Pull‑to‑Par‑Effekts: Die Bonitätsfrage</h2>
Natürlich ist auch dieser Mechanismus kein Gratis‑Lunch. Die Pleite des Emittenten kann das Gummiband durchschneiden. Gerade bei Hochzinsanleihen liegen bei niedrigeren Rating‑Stufen Ausfallquoten von 5 bis 10 Prozent im Normbereich. Deshalb ist bei Anleihen die Qualität – also die Bonität des Emittenten – wichtiger als die Hoffnung auf Kursfantasie. Kreditanalyse, Diversifikation und ein wachsamer Blick auf die Bilanz bleiben zentral.

Aktien kontra Anleihen: Beiden Anlageklassen ist einiges gemein: Sie sind an öffentlichen Märkten notiert, schwanken im Wert und verlangen eine sorgfältige Analyse der Bilanzen und die Disziplin, in volatilen Märkten nicht ausgerechnet an den Kurstiefpunkten in Panik zu verkaufen. Aber Anleihen‑Anleger können in turbulenten Zeiten besser schlafen.

Für die alte Grundsatzfrage „Aktien oder Anleihen?“ liefert der Pull‑to‑Par‑Effekt keine einfache Schwarz‑Weiß‑Antwort. Aktien bleiben das bessere Instrument, um langfristig am Wachstum der Weltwirtschaft zu partizipieren – mit offenem Aufwärtspotenzial, „the sky is the limit“. Anleihen dagegen haben einen gedeckelten Ertrag: Die Rendite bis zur Fälligkeit bildet die Obergrenze. Dafür bieten sie Anlegern etwas, das Aktien nicht kennen: ein vertraglich fixiertes Gummiband, das zurück zum Ausgangswert führt. In einer Welt, in der wir mehr Volatilität am Aktienmarkt bekommen, als uns zuträglich ist, bieten Anleihen für viele Anleger regelrecht ein Verwöhnprogramm.
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		<title>Qualität oder Rendite? Fonds-Szenarien für Anleihen 2025</title>
		<link>https://envestor.de/szenarien-anleihen-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ali Masarwah]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Aug 2025 12:12:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fonds & Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Anleihen]]></category>
		<category><![CDATA[CAT Bonds]]></category>
		<category><![CDATA[CLO]]></category>
		<category><![CDATA[High Yield]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anleger in Rentenfonds stehen vor einer strukturell veränderten Welt. Die geopolitischen Achsen verschieben sich, fiskalische Restriktionen nehmen ab, die Inflationsaussichten sind ungewiss. Wie also ein Anleihenportfolio gestalten, das für die nächsten Jahre die Balance wahrt zwischen Renditeanforderungen und Risikomanagement? Vier fondsbasierte Szenarien für Anleihen 2025 und darüber hinaus. Investments in Anleihen gelten als einfach: Man [&#8230;]</p>
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									<p>Anleger in Rentenfonds stehen vor einer strukturell veränderten Welt. Die geopolitischen Achsen verschieben sich, fiskalische Restriktionen nehmen ab, die Inflationsaussichten sind ungewiss. Wie also ein Anleihenportfolio gestalten, das für die nächsten Jahre die Balance wahrt zwischen Renditeanforderungen und Risikomanagement? Vier fondsbasierte <strong>Szenarien</strong> für <strong>Anleihen 2025</strong> und darüber hinaus.</p>								</div>
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									<p class="my-0 py-2 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2">Investments in Anleihen gelten als einfach: Man definiert die laufenden Renditeanforderungen, kauft Anleihen mit fixem Kupon und legt diese bis zur Endfälligkeit ins Portfolio. Das Szenario für Anleihen 2025 und darüber hinaus ist nicht so einfach. Da wäre einmal die Frage der Inflation. In Europa scheint sie gebändigt, in den USA dagegen nicht. Dort droht angesichts der inflationären Wirkung von Zollhemmnissen Anleihen Ungemach. Dies- und jenseits des Atlantiks setzt die massive Ausweitung der Staatsverschuldung Anleihen immer wieder unter Druck. Für Deutschland ist zum Beispiel eine mutmaßlich dauerhafte Erhöhung der Renditen im Zuge der Wiederaufrüstung und forcierten Infrastrukturausgaben zu erwarten.</p><p class="my-0 py-2 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2">Und was ist mit Kreditrisiken? Auch wenn ein ordentlicher Zinssockel impliziert, dass die absoluten Renditen von Risikopapieren deutlich höher sind als vor der russischen Vollinvasion der Ukraine 2022, so haben sich die Aufschläge in den vergangenen zwölf bis achtzehn Monaten eingeengt, sodass die Attraktivität von Unternehmensanleihen geringer geworden ist. Zudem macht vielen Beobachtern die Qualität der Papiere sowie die Sicherheit von Emissionen im Zuge der häufigen Aufweichung von Vertragsbedingungen (<a href="https://envestor.de/hochzinsanleihen-covenants/" target="_blank" rel="noopener">Covenants</a>) Sorgen.</p>								</div>
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				 Punktprognosen überlassen wir daher gerne den Claire Voyants, von denen es nicht wenige in der Finanzindustrie gibt. Wir arbeiten lieber mit Szenarien. 			</p>
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									<p>Wir haben uns Gedanken gemacht über die Frage nach den Perspektiven für Anleihen. Doch weil wir keine Glaskugel besitzen, können wir nicht sagen, welche Richtung der Anleihenmarkt nehmen wird. Punktprognosen überlassen wir daher gerne den Claire Voyants, von denen es nicht wenige in der Finanzindustrie gibt. Wir arbeiten lieber mit Szenarien. Wir stellen hier deren vier vor, wagen uns allerdings so weit vor, dass wir Einschätzungen zur Eintrittswahrscheinlichkeit jedes der vier Szenarien vornehmen. Vorhang also auf für Fonds-Szenarien für Anleihen 2025 und darüber hinaus – durch die Brille eines Euro-Anlegers.</p>								</div>
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									<h2 class="my-0 py-2 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2">Moderate Inflation –  Qualität „mit Schuss“</h2><p class="my-0 py-2 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2">Mit einer relativ hohen Eintrittswahrscheinlichkeit halten wir dieses Basisszenario für das wichtigste Referenzmodell. Die <a href="https://envestor.de/ezb-geldmarktfonds/" target="_blank" rel="noopener">Inflation im Euroraum verharrt nahe dem Zielwert von zwei Prozent</a>. In Kombination mit moderatem Wachstum und einer stabilitätsorientierten Politik der EZB ergibt sich ein Umfeld, das attraktive Zinsniveaus wahrscheinlich macht. Die Zinskurve bleibt moderat steil, ohne ausgeprägte Volatilität.</p><p class="my-0 py-2 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2">Vor diesem Hintergrund empfiehlt sich eine Ausrichtung hin zu mittleren bis langen Laufzeiten (sieben bis zwölf Jahre), insbesondere im Bereich hochqualitativer Unternehmens- und Staatsanleihen. Euro-Südanleihen bieten einen Schnaps mehr Rendite, wobei sich die Renditedifferenz zu deutschen Bunds seit dem Frühjahr 2025 nivelliert hat. Zusätzlich sorgt die Beimischung ausgewählter strukturierter Produkte für Ertragsstabilität ohne unkontrollierbares Risiko: <a href="https://envestor.de/clo-fonds/" target="_blank" rel="noopener">CLOs</a> in Investment-Grade-Tranchen, gestreute Konsumentenkreditfonds mit kurzen Laufzeiten (unter 24 Monaten) und Cat Bonds aus dem Versicherungsbereich leisten gezielte Diversifikation und liefern willkommene Risikoaufschläge. High-Yield-Exposure ist selektiv möglich, insbesondere im kurzfristigen Bereich unterhalb von fünf Jahren – sowohl in Europa als auch währungsgesichert in den USA.</p><p class="my-0 py-2 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2">Auch Anleihen aus Schwellenländern können einen Beitrag leisten, vor allem in harter Währung und mit soliden Emittenten. Lokalwährungsanleihen sind renditestark, aber hinsichtlich Volatilität und Hedging-Problemen begrenzt einsetzbar. Ebenso ergeben Nachranganleihen von Versicherungen (Solvenz-II-konform) eine attraktive Carry-Komponente, sofern die Kreditrisiken in den Fonds gestreut bleiben. So genannte Tier-1-Anleihen von Banken gehören allenfalls begrenzt dosiert zum Spread-Mix dazu.</p><p class="my-0 py-2 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2">Die Achillesferse eines derartigen Portfolios sind <a href="https://envestor.de/us-staatsanleihen-sell-america/" target="_blank" rel="noopener">US-Anleihen</a>. Die US-Fiskalpolitik stellt ein wesentliches makroökonomisches Risiko dar: Neben der steigenden Verschuldung stellt die <a href="https://envestor.de/trumps-handelskrieg/" target="_blank" rel="noopener">erratische Politik der Trump-Administration</a> ein Risiko dar. Beispielhaft hierfür ist die in der letzten Woche erfolgte Entlassung der Chefin der US-Statistikbehörde BLS, was die Integrität der Makrodaten der USA infrage stellt. US-Papiere zeigen daher Risiken, die denen von Emerging Markets ähneln. Diese Unsicherheit erstreckt sich nicht nur auf den US-Dollar, dessen Risiko sich absichern lässt, sondern auch auf die Renditen von US-Treasuries. Dollar-Investments sollten daher nur wohldosiert und vollständig gehedgt erfolgen.</p>								</div>
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				In diesem Szenario steht die Kombination aus Laufzeit, Credit-Diversifikation und Cashflow-Stabilität – bei kontrollierter Volatilität – im Vordergrund.			</p>
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									<h2>Zollkonflikte &amp; Stagflation – Kapitalerhalt über alles</h2><p>Die Unbill der Präsidentschaft Trumps – protektionistische Maßnahmen gegenüber China, der EU und Lateinamerika – trifft auf fragile Lieferketten und eine prekäre geopolitische Lage. Die Folge ist ein stagflationäres Umfeld mit erhöhter Importinflation (3% und mehr) und fallendem Wachstum in Europa und den USA. Das Vertrauen in multilaterale Finanzmärkte wird geschwächt, Investoren ziehen Kapital in Liquiditätsnischen und sichere (heimische) Staatsanleihen ab &#8211; wobei nicht auszuschließen ist, dass Anleger bei US-Staatsanleihen hohe Renditen fordern werden als „<a href="https://envestor.de/bond-vigilantes/" target="_blank" rel="noopener">Strafe“ für die hohe Verschuldung.</a> Auch wenn wir Eintrittswahrscheinlichkeit für geringer halten, ist dieses Horrorszanario leider nicht von der Hand zu weisen.</p><p>Weil Laufzeiten zum Risiko werden, sollte ein Anleihen-Portfolio auf kurze Laufzeiten (1–4 Jahre) konzentriert sein, auch über Floating-Rate-Instrumente. Vor allem auf der Credit-Seite herrscht Disziplinzwang. High Yield sollte nur minimal beigemischt werden, bevorzugt EUR-basiert und im defensiven Quality-Bereich. CLOs bleiben nur auf den obersten AAA- und AA-Tranchen attraktiv, Konsumentenkredite verlieren durch die ansteigenden Ausfallraten an Gewicht. Nachranganleihen und strukturierte Fondsentschuldungen zeigen verstärkte Spread-Volatilität – auch sie sollten strikt limitiert werden.</p><p>Emerging-Market-Anleihen können bei hoher Bonität in Hartwährung attraktiv bleiben, doch wie Lokalwährungsanleihen sind auch sie durch Kapitalabflüsse belastet. Die US-Verschuldung rückt hier besonders ins Zentrum: Fortgesetzte Ausgabenerhöhungen könnten zu einem Renditeschock bei US-Treasuries führen und Zinsanstiege global verankern – selbst wenn die Inflation ihre Dynamik dann verlieren sollte.</p>								</div>
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				Kapitalerhalt und Liquidität sind in diesem Szenario Pflicht. Das klingt düster, sichert aber ein Höchstmaß an Reaktionsfähigkeit – wenn die Spreads explodieren, bieten sich Chancen. Die Renditeziele treten in diesem Szenario allerdings in den Hintergrund.			</p>
					</blockquote>
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									<h2>Zollfrieden &amp; Aufschwung – Chancen wahrnehmen</h2><p>Ein Szenario mit Entspannungspotenzial: Handelsdialoge reduzieren die Tragweite der Zollkonflikte, die wirtschaftliche Unsicherheit nimmt ab, Zollkompromisse nehmen den Druck aus den Lieferketten. Die EZB geht in vorsichtige Zinssenkungen über, der Euro-Raum wächst moderat. Die Inflation bleibt moderat.</p><p>Das hätte folgende Konsequenz für ein Bond-Portfolio: Längere Laufzeiten sind dann Pflicht, insbesondere in der Europeripherie und bei IG-Corporates kann die Duration verlängert werden. Auf der Credit-Seite öffnet sich Raum für eine ordentliche Beimischung von Hochzinsanleihen, auch in Tranchen mit mittlerer Duration. Hochzins-CLOs sind dann ebenfalls Instrumente der Wahl wie auch Nachranganleihen – vor allem von Versicherern liefern eine ordentliche Überrendite bei tragbarem Risiko. Konsumentenkreditportfolios profitieren von höherer Konsumfreude und sinkenden Ausfallraten.</p><p>Emerging-Markets werden in diesem Blue-Sky-Szenario aktive Renditen, vor allem Lokalwährungsanleihen. Hier können Anleger neben Zinserträgen auch auf sinkende Risikoaufschläge hoffen, die für attraktive Kursgewinne sorgen. Fremdwährungspositionen (z. B. USD, BRL, INR) können zumindest in Teilen ungesichert mitlaufen, sofern die Korrelation zum Euro stabil bleibt. Für die meisten Anleger ist dies allerdings eher nicht zu empfehlen.</p>								</div>
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			<p class="elementor-blockquote__content">
				Emerging Markets, Hochzinsanlegen, High Yield CLOs: Spread-Papiere sind in diesem Szenario gesetzt. Allerdings bleiben die USA auch hier Sorgenkinder des Anlegerlebens. Die fiskalische Lage bleibt kritisch. Auch wenn unter stabiler Nachfrage und wachsender Risikobereitschaft dieses Risiko zumeist nur eine zweitrangige Rolle für die globalen Zinsen spielen wird, sollten Anleger vorsichtig sein mit Allokationen in langlaufende US-Treasuries.			</p>
					</blockquote>
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									<h2>Fragmentierung &amp; Dauerkrise – Cash is King</h2><p>In der Variante geopolitischer Dauerbelastung, der wir nur eine begrenzte Eintrittswahrscheinlichkeit einräumen, verfestigen sich Machtblöcke (BRICS+, NATO/NATO minus USA), wirtschaftliche Entkopplung setzt sich fort. Gleichzeitig ist die NATO in ihrer Kohärenz geschwächt, Russland und China gewinnen wirtschaftlichen Einfluss. Anleger weltweit reagieren nervös, die Spreads weiten sich deutlich aus.</p><p>In solchen Phasen ist das Portfolio fast vollständig auf Verteidigung eingestellt: Primär gelten kurze Laufzeiten, über staatliche und supranationale Emittenten sind Unternehmensanleihen vorzuziehen, Kreditrisiken werden zurückgenommen. High Yield, subordinierte Anleihen und strukturierte Kreditfonds sind weitgehend ausgeschlossen – einzig Cat Bonds und ausgesuchte CLO-Senior-Tranchen halten die Fahne der Diversifikation hoch, allerdings nur, sofern der Markt liquide bleibt.</p><p>Schwellenländer verlieren an Gewicht; nur Euro-abgesicherte Fonds von hoher Qualität sind denkbar. Die strukturell steigende US-Verschuldung kann in einem solchen Szenario toxisch werden: Mangelndes Vertrauen könnte zu einer strukturellen Neubewertung führen, die auch europäische Papiere mit längerer Laufzeit unter Druck setzt. </p>								</div>
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			<p class="elementor-blockquote__content">
				Es gilt das Motto: Cash is King, auch wenn dann die Realrenditen negativ sind. Opportunitätskosten sind allerdings in diesem Szenario sekundär. Allerdings: Tiefe Krisen mögen scharf und tief sein, aber sie sind temporär. Krisenzeiten sollten zu antizyklischen Käufen animieren, sofern uns nicht absehbar der Himmel auf den Kopf fällt. Cash ist also auch für die Opportunität von morgen wichtig.			</p>
					</blockquote>
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									<h2>Anleihen 2025 ff.: Qualität, Rendite, Robustheit</h2><p>Eine Szenarien-basierte Diskussion ist für den Aufbau robuster Rentenportfolios zwar sicher hilfreich, aber letztlich bleibt Investieren ein Spiel der Wahrscheinlichkeiten und damit riskant, egal, wie wohlausgewogen und plausibel eine Strategie ist. Daher sollten auch langfristig orientierte Anleger flexibel bleiben. Zeichnet sich ab, dass auch die differenzierteste Szenarienplanung fehlerhaft war, sollte man die Bastion räumen und sich nicht kategorisch gegen den Markt stellen. Opportunismus ist dabei nicht ausgeschlossen und auch ein strenges Risikomanagement in der Krise sollte nicht ausschließen, dass irgendwann wieder die Zeit zum Kaufen kommt. Drei übergreifende Grundsätze dominieren:</p><ul><li><span style="text-decoration: underline;">Qualität vor Yield:</span> Auch in Carry-freundlichen Szenarien bleibt die Bonität das zentrale Selektionskriterium – besonders bei strukturierten Produkten oder Emerging-Markets-Anlagen.</li><li><span style="text-decoration: underline;">Diversifikation schlägt Prognose</span>: Cat Bonds, CLOs, Konsumentenkredite und ausgewählte Nachranganleihen schaffen Renditequellen unabhängig von Zinsniveau und Geopolitik. Allerdings ist hier das Liquiditätsrisiko zu beachten.</li><li><span style="text-decoration: underline;">Makro-Szenarien treten in den Vordergrund</span>: Vor der Trump-Ära fast undenkbar: Fiskalrisiken und Regulierungsrisiken prägen den US-Markt – wie auch die Frage nach der Stabilität des US-Dollar. Zentralbank-Pfade dürften in Europa klar bleiben, in den nächsten 12 Monaten in den USA dagegen verschwimmen.</li></ul><p>Das erhöht die Unsicherheit an den Anleihen-Märkten weltweit, womit wir wieder beim erste Grundsatz wären: Euro-Qualität vor Dollar-Yield sollte das Motto von Anlegern in festverzinslichen Papieren in der nächsten Zeit bleiben.</p>								</div>
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									<h2>Die envestor-Expertise für Sie: Jetzt Info-Termin buchen!</h2><p>Sie sind neugierig geworden, wie wir bei envestor Anlegerportfolios konstruieren und wetterfest machen? Sie möchten sich über unsere <a href="https://envestor.de/envestor-portfolioberatung/" target="_blank" rel="noopener">Portfolio-Beratung</a>, unsere <a href="https://envestor.de/etf-portfolios/" target="_blank" rel="noopener">ETF-Portfolios</a> oder über den <a href="https://envestor.de/envestor-cashback/" target="_blank" rel="noopener">envestor-Cashback</a> für aktiv verwaltete Fonds informieren?<a href="https://envestor.de/#elementor-action%3Aaction%3Dpopup%3Aopen%26settings%3DeyJpZCI6IjM5NDcxIiwidG9nZ2xlIjpmYWxzZX0%3D"> Hier können Sie ein unverbindliches Gespräch vereinbaren</a>. Mehr über den envestor Cashback, der investieren günstiger macht, als es Ihre Bank erlaubt,<a href="https://envestor.de/envestor-cashback/"> erfahren Sie hier</a>.</p>								</div>
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		<p>The post <a href="https://envestor.de/szenarien-anleihen-2025/">Qualität oder Rendite? Fonds-Szenarien für Anleihen 2025</a> appeared first on <a href="https://envestor.de">envestor.de</a>.</p>
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		<title>Die Märkte im Juli: Was von der Performance übrig blieb</title>
		<link>https://envestor.de/maerkte-performance/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ali Masarwah]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Aug 2025 08:54:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fonds-News]]></category>
		<category><![CDATA[Aktien]]></category>
		<category><![CDATA[Anleihen]]></category>
		<category><![CDATA[Fonds]]></category>
		<category><![CDATA[Performance]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://envestor.de/?p=43212</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wir starten eine monatliche Umschau über die Performance der Märkte. Im Juli lief es für Risikoanlagen ziemlich gut – das spiegelt sich nicht nur in der Aktien-Performance wider. Unser Take. Auch wenn kurzfristige Renditen wenig über den langfristigen Anlageerfolg aussagen, schauen die meisten Anleger – ob Kapitalmarktexperten oder nicht – recht häufig ins Depot. Und [&#8230;]</p>
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]]></description>
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									<p>Wir starten eine monatliche Umschau über die <strong>Performance der Märkte</strong>. Im Juli lief es für Risikoanlagen ziemlich gut – das spiegelt sich nicht nur in der Aktien-Performance wider. Unser Take.</p><p>Auch wenn kurzfristige Renditen wenig über den langfristigen Anlageerfolg aussagen, schauen die meisten Anleger – ob Kapitalmarktexperten oder nicht – recht häufig ins Depot. Und weil wir alle Menschen sind, lassen wir uns auch von der Einteilung der Zeit in Monate beeinflussen. Daher starten wir ab Juli eine monatliche Umschau über die Kapitalmärkte. Es ist keine systematische Abhandlung, sondern eine lockere Betrachtung der großen Linien – gegründet auf den Portfolios unserer Beratungskunden. Wenn wir also auf die Renditen von <a href="https://envestor.de/cat-bonds/" target="_blank" rel="noopener">Cat Bonds</a>, <a href="https://envestor.de/hochzinsanleihen-bessere-aktien/" target="_blank" rel="noopener">Hochzinsanleihen</a>, <a href="https://envestor.de/clo-fonds/" target="_blank" rel="noopener">CLOs</a>, Frontier-Märkten und klassischen Aktienindizes blicken, dann lugen die Fonds und ETFs unserer Beratungskunden im Hintergrund hervor, die wir nicht explizit beim Namen nennen. Um Lesern dennoch etwas mehr Datenmaterial an die Hand zu geben, haben wir etwa mittig im Text eine Tabelle platziert, die die Performance der zugrunde liegenden Märkte darstellt. Wenn Ihnen die Darstellung gefällt, freuen wir uns über Feedback – fast noch wichtiger: Falls Ihnen an dieser Stelle etwas fehlt, lassen Sie es mich bitte unbedingt wissen: &#97;&#108;i.masa&#114;wah&#64;en&#118;&#101;stor&#46;de. Anschnallen, es geht los!</p><h2>Anleihen: In den Spreads liegt die Würze</h2><p>Fangen wir mit dem wohl fürchterlichsten Segment der letzten zwölf Monate an: Schwellenländer-Märkte, deren Anleihen auf US-Dollar lauten. Diese Papiere sind in diesem Jahr ordentlich unter die Räder gekommen – vor allem wegen des Dollareffekts, denn der Dollar gab gegenüber dem Euro kräftig nach. Es lag allerdings auch daran, dass Anleihen aus Schwellenländern unter den Unsicherheiten der globalen Märkte (<a href="https://envestor.de/trump-zoelle-2025/" target="_blank" rel="noopener">Stichwort Handelskonflikte</a>) gelitten haben. Im Juli war alles anders: Fonds für Frontier-Markt-Anleihen konnten sich von den Verlusten im zweiten Quartal ordentlich erholen. Das lag auch an der Spread-Einengung – ein Phänomen, das man im vergangenen Monat an allen Kreditmärkten beobachten konnte. Auch Schwellenländer-Fonds für lokale Anleihen konnten erfreulicherweise zulegen – und das nicht zu knapp.</p><p>Stichwort Spread-Einengung: Nach der Verkündung der sogenannten reziproken Zollpolitik der USA im April weiteten sich die Risikoaufschläge bei Unternehmensanleihen, vor allem bei Hochzinsanleihen, deutlich aus. Im Vergleich zu den Aktienmärkten war das zwar alles moderat, und die Verluste blieben im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Trotzdem: Wer Anleihen hält, erwartet ordentliche Coupons und keine Kursverluste. Doch der April erscheint mittlerweile recht fern, auch wenn sich Anfang August die Trump-Administration anschickt, bei ihren Zoll-Drohungen ernst zu machen. Insgesamt konnten Anleihen vom gestiegenen Risikoappetit der Anleger profitieren – sowohl europäische Hochzinsanleihen als auch amerikanische. Allerdings hat die Währungsabsicherung, die wir für Beratungskunden grundsätzlich bei Anleihenfonds bevorzugen, im Juli Rendite gekostet.</p><p>Die steigende Risikoneigung zeigte sich auch im Segment der strukturierten Kredite – Stichwort CLOs. Hier konnten sowohl Hochzins-CLO-Fonds als auch Fonds, die sich auf gut geratete Tranchen konzentrieren, erfreulich (einstellig) zulegen. Auch Cat Bonds, also Versicherungsanleihen mit Schwerpunkt Naturkatastrophen, legten leicht zu. Die Hurrikan-Saison verläuft bislang ereignislos – und das ist, kontraintuitiv, wenig erfreulich für die Rendite, denn die Einnahmen beschränken sich dann auf die Coupons.</p>								</div>
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															<img decoding="async" width="771" height="448" src="https://envestor.de/wp-content/uploads/2025/08/Performance-Maerkte-Juli-2025.png" class="attachment-large size-large wp-image-43221" alt="" srcset="https://envestor.de/wp-content/uploads/2025/08/Performance-Maerkte-Juli-2025.png 771w, https://envestor.de/wp-content/uploads/2025/08/Performance-Maerkte-Juli-2025-300x174.png 300w, https://envestor.de/wp-content/uploads/2025/08/Performance-Maerkte-Juli-2025-768x446.png 768w" sizes="(max-width: 771px) 100vw, 771px" />															</div>
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									<p><em>Rendite in Prozent und per 31.7.2025, Quelle: Morningstar</em></p>								</div>
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									<h2>Aktien: Seid umschlungen, Risiken!</h2><p>Parallel zur gestiegenen Risikoneigung auf den Anleihenmärkten konnten auch die besonders riskanten Aktiensegmente deutlich zulegen. Doch zunächst eine Anmerkung zu einem wichtigen, oft vernachlässigten Renditetreiber, der Anlegern dieses Jahr eher Probleme bereitet hat: die Währungsentwicklung. Nach einer Phase der Stärke gab der Dollar im vergangenen Monat gegenüber dem Euro deutlich nach – der Kurs fiel von 1,18 auf 1,14. Das bedeutet, dass Anleger in auf Dollar lautenden Aktien, ohne Zutun der Unternehmen, einen Kursbooster erhalten haben.</p><p>Das galt jedoch nicht für den japanischen Yen, der gegenüber dem Euro auch im Juli leicht nachgab. Dennoch konnten japanische Aktien – vor allem aktive Fonds, die auf japanische Sondersituationen setzen – sehr ordentlich zulegen, und zwar um knapp 4%. Deutlich bergauf ging es auch mit Schwellenländer-Aktien. Selbst niedrig schwankende Strategien legten rund anderthalb Prozent zu. Noch stärker aufwärts ging es bei Frontier-Märkten, die um rund 5% an Wert gewannen. Auch Nebenwertefonds zeigten sich im Juli gut, insbesondere Fonds für Schweizer Nebenwerte stiegen im Kurs sehr deutlich. Gemischter war das Bild bei Tech-Aktien: Während Fonds mit Schwerpunkt IT-Sicherheit leichte Verluste erlitten (währungsbereinigt plus rund 3%), konnten Tech-Fonds für Unternehmen aus der zweiten Reihe zweistellig zulegen – ebenfalls dann, wenn man die Währungsentwicklung herausrechnet.</p><p>Mit Blick auf einzelne globale Strategien konnten Value- und Growth-ETFs ihre Momentum- und Low Volatility-Pendants deutlich übertreffen. Im Juli trat das klassische Problem von Momentumstrategien in den Vordergrund: Nach dem April-Crash hatten die meisten Momentum-ETFs, die wir beobachten, ihren Technologieanteil deutlich abgebaut. Insofern konnten Momentumstrategien, die im zweiten Quartal stärker Industrieaktien gewichtet hatten, angesichts der Tech-Erholung (der NASDAQ 100 legte um 5% im Juli zu), nicht mit klassischen, kapitalgewichteten Indizes mithalten.</p><h2>Blick in die Glaskugel: Sommerturbulenzen ahoi?</h2><p>Auch wenn unsere monatliche Umschau jeweils den abgelaufenen Monat in den Vordergrund rückt, geht es natürlich nie ohne Ausblick: Wir haben keine Glaskugel, möchten aber darauf hinweisen, dass es wieder vermehrt warnende Stimmen gibt, die die erneut sehr hohe Bewertung des amerikanischen Aktienmarkts kritisch hervorheben. Solche Unkenrufe mögen wir nicht – ein Bullenmarkt stirbt meist nicht an der Bewertungsfrage. Wohl aber könnte eine Überbewertung signalisieren, dass die Rückschlaggefahr hoch ist, wenn Anleger vom Risk-on in den Risk-off-Modus wechseln. In den vergangenen Jahren haben uns immer wieder kleinere Anlässe deutliche Rückschläge beschert. Und was ist die Moral dieser Feststellung? Wir wissen zwar nicht, was die Märkte machen werden – wir raten Investoren deshalb, voll investiert zu bleiben. Allerdings kann bei starken Zugewinnen ein antizyklisches Rebalancing, gerne auch außer der Reihe, eine empfehlenswerte Lösung sein.</p>								</div>
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									<h2>Die envestor-Expertise für Sie: Jetzt Info-Termin buchen!</h2><p>Sie sind neugierig geworden, wie wir bei envestor Anlegerportfolios konstruieren und wetterfest machen? Sie möchten sich über unsere <a href="https://envestor.de/envestor-portfolioberatung/" target="_blank" rel="noopener">Portfolio-Beratung</a>, unsere <a href="https://envestor.de/etf-portfolios/" target="_blank" rel="noopener">ETF-Portfolios</a> oder über den <a href="https://envestor.de/envestor-cashback/" target="_blank" rel="noopener">envestor-Cashback</a> für aktiv verwaltete Fonds informieren?<a href="https://envestor.de/#elementor-action%3Aaction%3Dpopup%3Aopen%26settings%3DeyJpZCI6IjM5NDcxIiwidG9nZ2xlIjpmYWxzZX0%3D"> Hier können Sie ein unverbindliches Gespräch vereinbaren</a>. Mehr über den envestor Cashback, der investieren günstiger macht, als es Ihre Bank erlaubt,<a href="https://envestor.de/envestor-cashback/"> erfahren Sie hier</a>.</p>								</div>
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		<title>Perspektiven für Anleihen 2025: Alles eine Frage des Szenarios</title>
		<link>https://envestor.de/anleihen-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ali Masarwah]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 May 2025 07:54:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fonds & Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Anleihen]]></category>
		<category><![CDATA[Inflation]]></category>
		<category><![CDATA[Zinsen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anleihen gelten als klassische Puffer im Portfolio gegen Aktienrisiken. Doch diese Weisheit ist 2022 mit der Rückkehr der Inflation ins Wanken geraten. Auch heute zeigen sich Anleihen volatil. Anleihen 2025: Szenarien und Wege für Anlegende.   Anleihen 2025: Rezession? Inflation? Disruption? Anleihen stellen Investierende 2025 vor die Herausforderung: Welche Rolle können Bonds in turbulenten Zeiten [&#8230;]</p>
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									<p class="my-0">Anleihen gelten als klassische Puffer im Portfolio gegen Aktienrisiken. Doch diese Weisheit ist 2022 mit der Rückkehr der Inflation ins Wanken geraten. Auch heute zeigen sich Anleihen volatil. <strong>Anleihen 2025</strong>: Szenarien und Wege für Anlegende.</p><p> </p><h2 class="my-0">Anleihen 2025: Rezession? Inflation? Disruption?</h2><p class="my-0"><br /><a href="https://envestor.de/anleihen-die-basics/">Anleihen</a> stellen Investierende 2025 vor die Herausforderung: Welche Rolle können Bonds in turbulenten Zeiten spielen? Um diese Antwort zu geben, müssen wir die Frage präzisieren: Welchen Anleihen sind für welche Entwicklung an den Kapitalmärkten die besten? Wir zeigen zwei Szenarien, die ganz unterschiedliche Wirkungen auf Anleihenstrategien haben können.<br /><br /></p><p class="my-0">Viele Anlegende sind heute aus verständlichen Gründen verunsichert: Lange Jahre galten Staatsanleihen als sicherer Hafen. Als 2022 Investoren mit Bunds, Gilts und Treasuries Verluste von 20 Prozent und mehr erlitten, geriet diese Weisheit ins Wanken. Die Inflation traf die Rentenmärkte hart, weil die Zinsen damals auf einem extrem niedrigen Niveau und plötzlich viel höhere Renditen gefragt waren. Die Kursverluste waren entsprechend der Zinsanstiege heftig. Doch auch heute stellen sich bei Staatsanleihen Fragezeichen: Französische Anleihen kamen zeitweilig wegen politischer Turbulenzen 2024 unter die Räder. Schlimmer noch die Lage bei US-Staatsanleihen 2025: Die <a href="https://envestor.de/trump-zoelle-2025/">erratische Politik der Trump-Administration</a> hat den Kursen von US-Treasuries im April eine Berg- und Talfahrt beschert. Die Renditen zehnjähriger Treasuries stiegen von unter vier Prozent auf gut 4,5 Prozent innerhalb weniger Tage &#8211; das erinnert an den Kursrutsch 2022. Sogar die Kurse deutscher Staatsanleihen wackelten Anfang März gehörig, als die angekündigten Infrastrukturausgaben der neuen Regierung auf eine Erhöhung der Staatsverschuldung deuteten. Wie sicher sind also Staatsanleihen heute?<br /><br /></p><p class="my-0">Spiegelbildlich stellt sich die Frage, wie sich Anlegende bei Unternehmensanleihen und anderen riskanteren Bonds positionieren sollten. 2022 konnten scheinbar paradoxerweise die riskantesten Unternehmensanleihen eine recht ordentliche Performance liefern &#8211; Hochzinsanleihen verloren mitunter weniger als zehn Prozent und schnitten so deutlich besser als Staatsanleihen ab. 2023 und 2024 legten Unternehmensanleihen weiter zu, und es galt das Motto: Je höher das Risiko, desto besser war der Ertrag. Sollten Anlegende also stärker auf Unternehmensanleihen setzen?<br /><br /></p><p class="my-0">Die eindeutige Antwort auf diese Fragen: Es kommt ganz auf das Szenario an. Kommt eine Rezession, wächst die Wirtschaft doch weiter, oder kommt die Inflation zurück? Wir diskutieren zwei Szenarien und schlagen einen Mittelweg vor.<br /><br /></p><h2 class="my-0">Rezession: Wenn Sicherheit wieder gefragt ist<br /><br /></h2><p class="my-0">Beginnen wir mit dem Szenario, das viele Experten in den letzten Monaten immer wieder an die Wand gemalt haben: Eine Rezession. Wenn die Wirtschaft ins Stocken gerät, Unternehmen weniger investieren, Arbeitsplätze verloren gehen und das Wachstum schwächelt, greifen Notenbanken traditionell zu einem bewährten Mittel: Sie senken die Zinsen. Das Ziel ist klar – Kredite sollen billiger werden, Unternehmen und Verbraucher sollen wieder mehr ausgeben und investieren. Für den Anleihenmarkt bedeutet das: Bestehende Anleihen, die noch mit höheren Zinsen ausgestattet sind, werden attraktiver als Neuemissionen, deren Coupons den niedrigeren Zinssatz reflektieren. Dann steigen die Kurse von älteren Anleihen steigen, weil sie vergleichsweise attraktive Renditen bieten. Auch Unternehmensanleihen mit guter Bonität – sogenannte Investment-Grade-Anleihen – können dann profitieren. Sie bieten meist höhere Zinsen als Staatsanleihen, gelten aber als vergleichsweise sicher &#8211; zumindest solange die Wirtschaft nicht stark einbricht.<br /><br /></p><p class="my-0">Diese Logik gilt für Staatsanleihen und Investment-Grade-Bonds, die von Unternehmen begeben werden, nicht jedoch für riskantere Unternehmensanleihen. Schwächelt die Wirtschaft, ist dies für Unternehmen negativ. Daher neigen Anlegende dazu, diese Anleihen zu verkaufen. Auch länger laufende Unternehmensanleihen können dann unter der erhöhten Risikoaversion leiden, auch wenn ihre Verzinsung attraktiver wird gegenüber Neuemissionen, deren Coupons sich auch am Leitzins orientieren.<br /><br /></p><p class="my-0">Historische Beispiele zeigen, wie stark dieser Effekt sein kann. Während der Finanzkrise 2008 etwa stürzten die Aktienmärkte ab, während US-Staatsanleihen kräftig zulegten. Auch im Corona-Jahr 2020 war das Muster ähnlich: Die Notenbanken senkten die Zinsen im Rekordtempo, und die Kurse von Staatsanleihen schossen nach oben. Besonders langlaufende Anleihen profitieren in solchen Phasen, denn sie reagieren besonders empfindlich auf Veränderungen beim Zinsniveau. Wer als Anleger also eine Rezession erwartet, kann mit zehn- oder sogar dreißigjährigen Staatsanleihen gute Chancen auf Kursgewinne haben. Das dürfte auch das Aktienportfolio stabilisieren.<br /><br /></p><h2 class="my-0">Inflation: Wenn Zinsen zu stark steigen<br /><br /></h2><p class="my-0">Das zweite große Risiko am Horizont ist die Inflation. In den vergangenen Jahren ist sie für viele Anleger von einer theoretischen Größe zu einer sehr realen Bedrohung geworden. Die Preise für Energie, Lebensmittel und Dienstleistungen steigen vielerorts schneller, als es die Notenbanken lieb ist. Die große Sorge: Sollte die Inflation nicht wie erhofft zurückgehen, sondern hoch bleiben oder sogar weiter steigen, müssten die Zentralbanken die Zinsen weiter anheben – mit möglicherweise dramatischen Folgen für den Anleihenmarkt.<br /><br /></p><p class="my-0">Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie schmerzhaft das werden kann. In den 1970er Jahren etwa sorgten Ölpreisschocks dafür, dass die Preise in den USA und Europa in die Höhe schossen, während die Wirtschaft kaum wuchs. Die Notenbanken mussten die Zinsen massiv anheben, um die Inflation einzudämmen. Für Besitzer langlaufender Anleihen war das eine bittere Erfahrung: Ihre Papiere verloren deutlich an Wert, weil neue Anleihen mit höheren Zinsen auf den Markt kamen und die alten im Vergleich unattraktiv wurden. Wer damals auf Sicherheit gesetzt hatte, musste Verluste hinnehmen – ein Warnsignal für die Gegenwart.<br /><br /></p><p class="my-0">Auch heute sehen manche Anlegende Anzeichen dafür, dass die Inflation hartnäckiger bleiben könnte als erhofft. Die Energiepreise sind zuletzt zwar gefallen, aber Lieferketten sind nach wie vor anfällig, und in vielen Ländern sind die Löhne kräftig gestiegen. Sollte die Inflation erneut Fahrt aufnehmen, geraten vor allem langlaufende Anleihen unter Druck. Ihr größtes Problem: Sie sind auf Jahre hinaus an einen festen Zins gebunden. Steigen die Marktzinsen, verlieren sie an Wert. Für Anleger empfiehlt sich dann ein anderer Ansatz: Kurzlaufende Anleihen sind insofern weniger anfällig für Zinsänderungen, als sie schneller die Leitzinsen reflektieren. Inflationsgeschützte Anleihen, wie die US-amerikanischen TIPS, können helfen, den realen Wert von Anleihen zu erhalten.<br /><br /></p><p class="my-0">Auch Unternehmensanleihen müssen bei steigender Inflation nicht zwingend verlieren. Zumal Bonds aus Sektoren, die von steigenden Preisen profitieren – etwa Energieversorger oder Rohstoffunternehmen – besonders widerstandsfähig sein können. Steigende Inflation kann auch die Folge einer konjunkturellen Erholung sein. Anlegende müssen also auch nach den Ursachen der Preissteigerung Ausschau halten.<br /><br /></p><h2 class="my-0">Anleihen 2025: Optionen für Anlegende<br /><br /></h2><p class="my-0">Angesichts dieser Unsicherheiten von politischer und konjunktureller Seite gibt es keine einfache Antwort, wie man sich als Anleger im Anleihenmarkt positionieren sollte. Die beiden oberen Szenarien sind gegensätzlich. Wer die Zeichen der Zeit richtig deutet und flexibel gedanklich flexibel bleibt, fährt mit Anleihen auch weiter gut. Denn der Basiszins ist einerseits deutlich höher und liefert in vielen Märkten &#8211; knapp &#8211; positive Realrenditen.<br /><br /></p><p class="my-0">Wer eine Rezession für wahrscheinlicher hält, sollte einen Schwerpunkt auf langlaufende Staatsanleihen legen. Sie profitieren am meisten, wenn die Notenbanken die Zinsen senken. Angesichts des immer noch ordentlichen Zinssockels sind die Erträge von <a href="https://envestor.de/comeback-anleihen-aber-der-teufel-steckt-in-der-duration/">Staatsanleihen noch akzeptabel</a>. Unternehmensanleihen mit guter Bonität können das Portfolio ergänzen, solange das Risiko von Zahlungsausfällen gering bleibt.<br /><br /></p><p class="my-0">Wer hingegen mit einem Anstieg der Inflation rechnet, sollte bei auf kurze Laufzeiten setzen und inflationsindexierte Anleihen beimischen. In beiden Szenarien gilt: Hochverzinsliche Anleihen sind nur etwas für Anleger mit starken Nerven und einem langen Atem. Sie bieten langfristig zwar hohe Zinsen, sind aber in Krisenzeiten besonders anfällig für Ausfälle bzw. für das steigende Risiko.<br /><br /></p><p class="my-0">Es bietet sich allerdings an, Staatsanleihen kritischer zu betrachten, als es die beiden klassischen Szenarien nahelegen. Das Trumpsche Chaos und die hohen Staatsausgaben in den Industrieländern machen Staaten zu weniger soliden Schuldnern, als es historisch der Fall war. Ohne Anlegenden nahezulegen, das Kind mit dem Bade auszuschütten, ist eine systematische Berücksichtigung von Unternehmensanleihen empfehlenswert. Historisch bieten sie höhere Renditen als Staatsanleihen. Zumal nach vorne blickend das geringere Laufzeitrisiko die höheren Ausfallrisiken vertretbar erscheinen lässt. <br /><br />Hinzu kommt, dass in den vergangenen Jahren Fonds Anlegenden eine immer breitere Palette an Wahlmöglichkeiten bieten: Es geht längst nicht mehr nur um Staats- und klassischen Unternehmensanleihen, sondern es finden sich <a href="https://envestor.de/anleihen-performance-in-den-nischen-liegt-die-wurze/">attraktive Nischen</a>, die andere und auch geringere Risiken bieten als <a href="https://envestor.de/hochzinsanleihen-bessere-aktien/">Hochzinsanleihen</a>, die dennoch wegen ihres absoluten Renditeniveaus ebenfalls ein Bestandteil des Anleihen-Repertoires bleiben.<br /><br /></p><p class="my-0">Beratungskunden von envestor profitieren bereits seit 2023 von den attraktiven Renditen ausgewählter Fonds für Unternehmensanleihen, einschließlich Hochzinspapieren und Nachranganleihen. Wenn Sie mehr zu unseren Lösungen auf der Anleihenseite erfahren möchten: <a href="https://app.cituro.com/booking/envestor#step=1">Hier können Sie ein Informationsgespräch mit unseren Experten buchen</a> und Ihre Fragen zu den Märkten loswerden. Dieses unverbindliche Informationsgespräch stellt keine Anlageberatung dar, es werden keine Empfehlungen zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren abgegeben.</p>								</div>
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		<title>Anleihen: Die Basics einer verdrängten Anlageklasse</title>
		<link>https://envestor.de/anleihen-die-basics/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ali Masarwah]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 12:15:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fonds & Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Anleihen]]></category>
		<category><![CDATA[Renditen]]></category>
		<category><![CDATA[Zinsen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Niedrigzinszeiten standen Aktien-Investments an erster, zweiter und dritter Stelle. Jetzt ist der Zins wieder da. Envestor ruft in einer Webinar-Reihe Anlegern diese vergessene Anlageklasse in Erinnerung. Der erste Teil handelt von den Basics, die wir im Interview mit Stefan Waldenberger, Portfolio-Manager bei der Kepler-Fonds KAG, erörtern.  Anleihen, auch als Bonds oder Rentenpapiere bekannt, sind [&#8230;]</p>
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									<p><span style="font-weight: 400;">In Niedrigzinszeiten standen Aktien-Investments an erster, zweiter und dritter Stelle. Jetzt ist der Zins wieder da. Envestor ruft in einer Webinar-Reihe Anlegern diese vergessene Anlageklasse in Erinnerung. Der erste Teil handelt von den Basics, die wir im Interview mit Stefan Waldenberger, Portfolio-Manager bei der Kepler-Fonds KAG, erörtern. </span></p>								</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Anleihen, auch als Bonds oder Rentenpapiere bekannt, sind Schuldverschreibungen, bei denen sich der Emittent, Unternehmen oder Staaten, verpflichtet, dem Anlegenden einen festgelegten Zinssatz (Kupon) zu zahlen und am Ende der Laufzeit den Nennwert zurückzuzahlen. Stefan Waldenberger, Fondsmanager bei der Kepler-Fonds KAG, erklärt: &#8222;Unter der Rendite einer Anleihe versteht man die durchschnittliche Verzinsung über die Laufzeit hinweg, ähnlich wie bei einem Sparbuch.&#8220; So weit, so scheinbar einfach. Wir starten mit unserem Deep Dive. </span></p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Anleihen: Kurs kontra Rendite</h2>				</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Bei klassischen Anleihen sind Kupons vorweg festgelegt. Aber für die Rendite einer Anleihe ist auch der Kurs der Anleihe relevant. Für das Verständnis der Funktionsweise ist das <a href="https://envestor.de/anleihen-einfach-erklaert/" target="_blank" rel="noopener">Verhältnis zwischen Kurs und Rendite maßgeblich</a>. Dieses Verhältnis lässt sich anhand eines einfachen Beispiels veranschaulichen:</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Stellen Sie sich vor, Sie kaufen eine Anleihe für 100 Euro, die jährlich 3 Euro Zinsen zahlt und nach 5 Jahren den Nennwert von 100 Euro zurückzahlt. Wenn nun die Marktzinsen steigen, werden neue Anleihen mit höheren Zinsen ausgegeben. Dadurch wird Ihre Anleihe mit den niedrigeren Zinsen weniger attraktiv, und ihr Kurs fällt, und zwar so lange, bis die Rendite die aktuellen Marktverhältnisse widerspiegelt. Umgekehrt steigt der Kurs Ihrer Anleihe, wenn die Marktzinsen fallen, da Ihre alte Anleihe dann im Vergleich zu neu begebenen Anleihen attraktiver wird.</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Dieser Mechanismus funktioniert wie eine Wippe: Wenn die Rendite steigt, fällt der Kurs, und wenn die Rendite fällt, steigt der Kurs. Das liegt daran, dass der Gesamtertrag einer Anleihe (Zinszahlungen plus Rückzahlung) im Verhältnis zu ihrem aktuellen Marktwert immer dem aktuellen Marktzinsniveau entsprechen muss. In der Fachsprache heißt es: Kurse und Renditen bewegen sich in einem inversen Verhältnis zueinander.</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Duration, die die durchschnittliche Kapitalbindung einer Anleihe angibt. Sie misst die Sensitivität des Anleihenkurses gegenüber Zinsänderungen. Stefan Waldenberger erläutert: &#8222;Wenn der Fonds eine Duration von sechs Jahren hat, dann heißt es, der Fonds wird auch 6% verlieren, wenn die Renditen um 1% steigen.&#8220;</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Die Duration gibt also an, wie stark der Kurs einer Anleihe auf Zinsänderungen reagiert. Eine höhere Duration bedeutet eine größere Kurssensitivität gegenüber Zinsänderungen. Man kann sich die Duration wie einen Hebel vorstellen: je länger der Hebel (also je höher die Duration), desto stärker die Kursbewegung bei Zinsänderungen.</span></p>								</div>
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									<p><em>Renditen und Performance in Prozent, in Euro und per 31.10.2024, Quelle: Kepler-Fonds</em></p>								</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Aktuell weist der Euro-Rentenmarkt &#8211; je nach Zuschnitt &#8211; eine Duration von sechs und sieben Jahren auf. Die modified Duration beim Index Bloomberg Barclays Euro Aggregate Total Return liegt bei etwa 6,5 Jahren. Bei einem Zinsanstieg von einem Prozentpunkt würde der Kurs der Anleihen im Index um etwa 6,5% fallen. Umgekehrt würde der Kurs bei einem Zinsrückgang um einen Prozentpunkt um etwa 6,5% steigen. In den vergangenen zwölf Monaten legte der Index um knapp 6,6 Prozent zu, was den Renditerückgang seit Herbst 2023 widerspiegelt. <a href="https://envestor.de/comeback-anleihen-aber-der-teufel-steckt-in-der-duration/" target="_blank" rel="noopener">Als im Jahr 2022 die Renditen nach oben schossen, verlor der Index dagegen 17,2 Prozent</a>. Klassische Staatsanleihen sind also keinesfalls risikofreie Investments. Die Duration ist entsprechend in erster Linie als ein Risikomaß zu verstehen. </span></p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Anleihen: Staatsanleihen und mehr</h2>				</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Staatsanleihen waren lange Zeit das A und O von Anleihen-Investments. Wegen des niedrigen Ausfallrisikos gelten Staatsanleihen aus den Industrieländern als sicherste Form der Anleihen, insbesondere wenn sie von wirtschaftlich stabilen Ländern ausgegeben werden. Aber es gibt mitunter große Unterschiede bei den Renditen. Kepler-Fondsmanager Waldenberger verweist auf die Unterschiede zwischen deutschen und US-Staatsanleihen: &#8222;Die Realrendite bei deutschen Anleihen liegt bei rund 0,4 Prozent. Das ist nicht viel, aber immerhin gleichen sie die Inflation aus&#8220;. Das war längere Zeit nicht der Fall. In den USA ist Rendite nach Inflation deutlich höher, nämlich bei über 1,80 Prozent</span><span style="font-weight: 400;">. Das spiegelt die Realität der beiden Volkswirtschaften wider: Deutschland wächst nicht, die dagegen schon. Wachstum und Inflation sind zwei wichtige Determinanten des Anleihenmarkts.</span></p>								</div>
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									<p><em>Realrendite vs. Nominalrendite, in Prozent und per 31.10.2024, Quelle: Kepler-Fonds</em></p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Unternehmensanleihen und Emerging Markets</h2>				</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;"><span style="text-decoration: underline;">Investment Grade Anleihen</span>: Diese werden von Unternehmen mit guter bis sehr guter Bonität ausgegeben. Stefan Waldenberger erklärt: &#8222;In diesem Segment gibt es kaum Ausfälle. Dementsprechend sind die Renditeaufschläge relativ.&#8220;</span></p><p><span style="font-weight: 400;"><span style="text-decoration: underline;">High Yield Anleihen:</span> Hochzinsanleihen stammen von Unternehmen mit niedrigerer Bonität und bieten höhere Renditen bei erhöhtem Risiko. &#8222;Wer jetzt High Yield Anleihen kauft, bekommt einen Aufschlag von knapp drei Prozent gegenüber sicheren Anleihen. Aber dafür habe ich auch Ausfallrisiken&#8220;, so der Kepler-Fondsmanager. </span></p><p><span style="font-weight: 400;"><span style="text-decoration: underline;">Anleihen aus Schwellenländern</span> bieten oft höhere Renditen, sind aber auch mit spezifischen Risiken wie politischer Instabilität oder Währungsschwankungen verbunden. Waldenberger betont: &#8222;Wer bereit ist, diese Risiken zu schultern, kann schon einiges an Rendite herausholen.&#8220; Aktuell bieten Emerging Markets noch die höchsten Renditeaufschläge unter den drei skizzierten Anleihen-Kategorien mit erhöhten Risiken. Die untere Grafik zeigt die Rendite-Aufschläge der drei Anleihen-Kategorien gegenüber Staatsanleihen. </span></p>								</div>
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									<p><em>Aufschläge in Basispunkten, Stand der Daten: 31.10.2024, Quelle: Kepler-Fonds</em></p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Anleihen im Portfoliokontext</h2>				</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Anleihen spielen eine wichtige Rolle in der Portfoliodiversifikation. Sie können als Gegengewicht zu volatileren Anlagen wie Aktien dienen und bieten in wirtschaftlichen Abschwungphasen oft eine stabilisierende Wirkung. &#8222;Inzwischen haben Anleihen in vielen Marktphasen wieder gute Diversifikationseigenschaften in Aktienportfolios.” Sollte sich beispielsweise die Konjunktur in den nächsten Monaten abschwächen, würden Aktieninvestments stark leiden. In einer derartigen Situation dürften die Notenbanken die Zinsen noch schneller senken, was dann Anleihen einen positiven Performance-Schub geben würde. Das würde die Aktienverluste bis zu einem bestimmten Grad kompensieren. Diese Eigenschaft macht Anleihen besonders wertvoll für Anleger, die ein ausgewogenes Risiko-Rendite-Profil anstreben. “Die aktuelle Marktsituation, in der Anleihen wieder attraktive Renditen bieten, verstärkt diesen Effekt noch”, so Stefan Waldenberger.</span></p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Herausforderungen und Risiken</h2>				</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Trotz der aktuellen Attraktivität von Anleihen gibt es einige Herausforderungen und Risiken zu beachten:</span></p><p><span style="font-weight: 400;"><span style="text-decoration: underline;">Zinsänderungsrisiko</span>: Steigende Zinsen führen zu Kursverlusten bei bestehenden Anleihen. Die Duration eines Anleihenportfolios gibt Aufschluss über die Sensitivität gegenüber Zinsänderungen.</span></p><p><span style="font-weight: 400;"><span style="text-decoration: underline;">Kreditrisiko</span>: Insbesondere bei Unternehmens- und Schwellenländeranleihen besteht das Risiko eines Zahlungsausfalls des Emittenten.</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Inflationsrisiko: Hohe Inflation kann die reale Rendite von Anleihen schmälern.  Kepler-Manager Waldenberger betont die Bedeutung der Realrendite: &#8222;In Wahrheit geht es mir darum, was ich mir damit leisten kann, und wenn ich Inflation habe, habe ich nichts davon, dass ich vielleicht ein bisschen mehr Geld in der Tasche habe, aber dann nichts mehr dafür bekomme.&#8220;</span><span style="font-weight: 400;">1</span></p><p><span style="font-weight: 400;"><span style="text-decoration: underline;">Währungsrisiko:</span> Bei Anleihen in Fremdwährungen können Wechselkursschwankungen die Rendite stark beeinflussen. Fondsmanager Waldenberger rät zur Vorsicht: &#8222;Ich würde Euroanlegern grundsätzlich von Währungsrisiken abraten. Das Risiko ist in Relation zum möglichen Ertrag viel zu hoch”. Fremdwährungsrisiken abzusichern, hält die Volatilität in Schach. Allerdings kann die Währungsabsicherung teuer sein. </span></p><p> </p><p><span style="text-decoration: underline;"><strong>Terminhinweis:</strong></span></p><p>Im nächsten envestor Webinar machen wir einen Deep Dive in die Welt der Nachrang-Anleihen. Was es mit den Rendite-Risiko-Eigenschaften dieser Zwitter zwischen Eigen- und Fremdkapital auf sich hat, besprechen wir mit Sascha Peier. Er ist Leiter Anleihen und Senior Portfolio Manager bei der Schweizerischen DCP Client Partners AG.</p><p>Wann? <strong><a href="https://us06web.zoom.us/webinar/register/WN_9F3HUof9QpKOl81U7rB3BQ">17. Dezember 2024, ab 18 Uhr. Dieser Link führt zur Anmeldungsseite.</a></strong></p>								</div>
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		</section>
				</div>
		<p>The post <a href="https://envestor.de/anleihen-die-basics/">Anleihen: Die Basics einer verdrängten Anlageklasse</a> appeared first on <a href="https://envestor.de">envestor.de</a>.</p>
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		<title>US-Wahl: Was uns der Markt der Märkte sagt</title>
		<link>https://envestor.de/us-wahl-maerkte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ali Masarwah]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Nov 2024 09:15:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fonds & Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Anleihen]]></category>
		<category><![CDATA[Risikoprämien]]></category>
		<category><![CDATA[Zinsen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kurz vor der US-Wahl signalisieren viele Märkte Business as usual: Aktien aus Europa und den USA driften weiter auseinander, Gold gewinnt, China konsolidiert. Doch die wichtigste Entwicklung an den Kapitalmärkten ist an vielen Anlegern vorbeigegangen. Was uns der Markt der Märkte gerade sagt: Signale von den Zinsmärkten. Egal, wie die US-Wahl in der Nacht zum [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="38028" class="elementor elementor-38028" data-elementor-post-type="post">
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									<p>Kurz vor der US-Wahl signalisieren viele Märkte Business as usual: Aktien aus Europa und den USA driften weiter auseinander, Gold gewinnt, China konsolidiert. Doch die wichtigste Entwicklung an den Kapitalmärkten ist an vielen Anlegern vorbeigegangen. Was uns der Markt der Märkte gerade sagt: Signale von den Zinsmärkten.</p>								</div>
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									<p>Egal, wie die US-Wahl in der Nacht zum Mittwoch ausgeht, werden die Folgen an den Märkten noch einen Nachhall haben. Es wird mindestens um nervenaufreibende Nachzählungen bei knappen Ergebnissen gehen. Schlimmstenfalls werden die Republikaner die Legitimität der Wahl selbst infrage stehen. Die Republikaner strengen bereits jetzt Klagen gegen das Wahlverfahren in vielen Staaten an, um nach den Wahlen Ergebnisse zügig anfechten. Die US-Wahl könnte die Märkte also noch über Monate bewegen. Wir konzentrieren uns heute auf den Markt der Märkte, der Einfluss auf alle Vermögensklassen hat: Anleihen. Hier hat sich eine bemerkenswerte Entwicklung seit Beginn des vierten Quartals vollzogen.</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Vor der US-Wahl wankt der König der Märkte</h2>				</div>
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									<p>An der Oberfläche hat sich an den Aktienmärkten wenig getan, sieht man von den eher <a href="https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/b95d9021-ddf6-4b68-a884-bd2a32960ddc" target="_blank" rel="noopener">harmlosen Aktienrennlisten &#8222;Demokraten&#8220;-vs. &#8222;Republikaner&#8220;</a> ab. Ziemlich hart zur Sache geht es allerdings bei Anleihen. Es kam im Oktober zu einer regelrechten Korrektur &#8211; für viele Anleger unbemerkt, so wie sich auch der <a href="_wp_link_placeholder" data-wplink-edit="true">Crash 2022</a> ebenfalls 2021 kaum spürbar angebahnt hatte. Anleihen weltweit haben in den vergangenen Wochen Kursverluste erlitten. Die Volatilität bei US-Staatsanleihen befindet sich auf Jahreshöchstniveaus.</p>								</div>
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									<p><em>Quelle: Financial Times</em></p>								</div>
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									<p>Besonders heftig erwischte es im Oktober länger laufende Anleihen. In den vergangenen fünf Wochen brachen US-Staatsanleihen mit Laufzeiten ab zehn Jahren um über 5 Prozent ein, wie aus der unteren, farblich markierten Tabelle hervorgeht. Der breite Treasury-Markt verlor knapp drei Prozent. Auch britische Staatsanleihen brachen um knapp fünf Prozent ein, und das britische Pfund sackte gegen den Euro ab. Der RexP, der Index für deutsche Staatsanleihen, verlor knapp 1,5 Prozent, was auch ziemlich viel für ein Monat ist. </p>								</div>
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									<p>Anleihen weltweit gerieten in die Treasury- und Gilt-Strudel. Globale Schwellenländer Dollar-Bonds verloren knapp drei Prozent, wie auch qualitativ hochwertige Unternehmensanleihen. Euro-Anleger, die unbesichert in US-Anleihen investierten, konnten wegen der Dollar-Stärke die Verluste reduzieren. Die meisten nahmen die Verluste allerdings mit, da Anleihen-Investoren typischerweise Fremdwährungsrisiken absichern.</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Kreditrisiken kontra Laufzeitrisiken</h2>				</div>
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									<p>Es war allerdings kein marktbreiter Sell-off bei Anleihen. Kreditmärkte zeigten sich stabil, und zwar je riskanter die Unternehmensanleihen sind, desto stabiler hielten sie sich. US-Hochzinsanleihen traten auf der Stelle. Währungsbereinigt konnten sie sogar aus Euro-Sicht seit Anfang Oktober ordentlich zulegen.</p><p>Was auf den ersten Blick erstaunt, wird auf den zweiten verständlich. Weil bei Bonds in diesem Jahr in erster Linie Laufzeitrisiken manifest wurden, waren Kredit-Märkte, vor allem High Yields, &#8222;the place to be&#8220;. Hochzinsanleihen haben deutlich geringere Laufzeiten, sodass diese von der Versteilung der Renditekurve deutlich weniger betroffen waren als Staatsanleihen, die längere Laufzeiten haben.</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">2024: Starker Anfang, schwaches Ende</h2>				</div>
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									<p>Weitet man den Blick auf den bisherigen Jahresverlauf aus, dann zeigt sich, dass die <a href="https://envestor.de/anleihen-performance-in-den-nischen-liegt-die-wurze/" target="_blank" rel="noopener">freundliche Performance in den ersten Quartalen</a> die schwache Entwicklung im vierten Quartal teilweise relativieren. Schwellenländer-Anleihen notieren noch ordentlich im Plus, wie auch qualitativ hochwertige Unternehmensanleihen. Hochzinsanleihen verzeichnen sogar ein hervorragendes Jahr. Kurzläufer spiegeln noch immer die <a href="https://envestor.de/wohin-mit-dem-geld/">guten Konditionen am Geldmarkt wider</a>. Lediglich länger laufende US-Anleihen sind deutlich im Minus. Der RexP tritt in diesem Jahr auf der Stelle, wie aus der oberen Tabelle deutlich wird.</p><p>Woran hat es gelegen? Manche Beobachter sehen zu Beginn des vierten Quartals den Trump-Trade am Werk. Die Argumentation geht so: Weil zuletzt die Wahlchancen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten gemäß Umfragen gestiegen sind und dieser massive Steuersenkungen plant, strafen Anleger bereits jetzt die USA ab und treiben die Treasury-Renditen in die Höhe. Zollerhöhungen, wie sie Trump plant, werden als inflationstreibend eingeschätzt. Auch das ein Grund für steigende Renditen.</p><p>Doch auch für die Demokraten unter Kamala Harris ist solide Fiskalpolitik ein Fremdwort. Sie planen zwar Steuererhöhungen für Unternehmen und wohlhabende Amerikaner, werden aber deutlich mehr für Sozialprogramme für die untere Mittelschicht auflegen, die das <a href="https://www.cbo.gov/publication/60039" target="_blank" rel="noopener">Defizit ebenfalls im nächsten Jahrzehnt in die Höhe schießen lassen</a> wird, wenn auch voraussichtlich nicht auf Trumpsche Niveaus.</p><p>Aber sind hier wirklich die sogenannten <a href="https://www.barrons.com/articles/bonds-yields-trump-harris-deficits-80271aed" target="_blank" rel="noopener">Bond Vigilantes</a> am Werk? Stellen sich heldenhafte Investoren, die eine Disziplinierung unverantwortlicher Regierungen anstreben, gegen die Welle von Neuemissionen und kaufen nur dann, wenn sie deutlich höhere Risikoprämien in Aussicht gestellt bekommen? Dass Anleihen-Investoren Staaten mit unsolider Haushaltspolitik abstrafen und Anleihen von Staaten mit Neigungen schwäbischer Hausfrauen kaufen, ist ein typisches Verhalten in nervösen Märkten, und wer würde bestreiten, dass sich die Anleihenmärkte gerade ziemlich nervös zeigen?</p><p>Der explodierende Spread zwischen britischen und deutschen Staatsanleihen ebenfalls spricht dafür. Während Großbritannien hohe Schulden aufnehmen wird, um aus seiner Austeritätsmisere herauszuwachsen, steht in Deutschland das Bekenntnis zur Schuldenbremse.</p>								</div>
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									<p>Anleihen-Investoren sind notorische Pessimisten &#8211; ganz im Gegensatz zu den Sunny Boys von der Aktienseite. Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass wir eine Rückkehr der sagenumwobenen Bond-Vigilantes erleben, die sich im Zuge von QE und Nullzinsregime rar gemacht hatten.</p><p>Aber es sind bei Anleihen noch andere Kräfte im Spiel. Die US-Wirtschaft ist weiter auf Wachstumskurs. Das weckt Befürchtungen, dass die Inflation doch noch einmal ihre hässliche Fratze zeigen könnte. Auch das setzt Bond-Kurse unter Druck. Senkt die US-Notenbank auf ihrer nächsten Sitzung zwei Tage nach der US-Wahl die Zinsen weiter um 0,25 Punkte, ist das kein Beleg für das Gegenteil.</p><p>Es könnte gut sein, dass wir in den nächsten Monaten &#8211; wie auch schon vor einem Jahr &#8211; bei Anleihen mehr Volatilität sehen werden. Allerdings ist die <a href="https://envestor.de/warum-fallen-die-anleihenkurse/" target="_blank" rel="noopener">Richtung der Kurse</a> nicht unbedingt klar.  Anleihen könnten auf die erwartbar hässliche Auseinandersetzung zwischen Demokraten und Republikaner nach der Wahl mit weiteren Kursverlusten reagieren, zumal die Ausweitung des US-Haushaltsdefizits im Vorfeld des neuen Haushaltsjahres erneut zum Politikum werden könnte &#8211; Stichwort: Debt Ceiling. Bereits 2011 hatten politische Auseinandersetzungen um das Budget die Rating-Agentur S&amp;P dazu bewegt, die <a href="https://www.nytimes.com/2011/08/06/business/us-debt-downgraded-by-sp.html" target="_blank" rel="noopener">Bonität der USA von &#8222;AAA&#8220; auf &#8222;AA+&#8220; zu senken</a>.</p><p>Doch es könnte auch anders kommen. Selbst bei einer Verschärfung der politischen Krise in den USA könnten Anleger nach Sicherheit streben &#8211; und gerade deshalb US-Staatsanleihen kaufen. Sichere Euro-Anleihen dürften dann ebenfalls gefragt sein. Die Folgen für Schwellenländer sind nicht so klar. Sinken die Zinsen in den USA und Europa, wäre das eine willkommene Erleichterung für die Staaten des globalen Südens. Die hohe Verschuldung nach der Corona-Krise haben die Finanzen dieser Staaten unter Druck gesetzt. Diese Länder haben nicht so tiefe Taschen wie die Fiskalsysteme der Länder des globalen Nordens. Das erhöht die Gefahr politischer Unruhen, von denen insbesondere afrikanische Länder betroffen sind.</p><p>Alles in allem verwundert es nicht, dass in dieser politischen Gemengelage Wertspeicher wie Gold gefragt sind.<a href="https://thedlf.de/performance-turbo-gold-wie-lange-dauert-der-superzyklus/" target="_blank" rel="noopener"> Der Preis des Edelmetalls</a> eilt von Hoch zu Hoch. Dafür gibt es viele Gründe, einer davon dürfte das Streben von Investoren nach einer Versicherung sein, die greift, wenn die politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen weiter um sich greifen. Bei allen Asset-Preisen zeigen sich also die Anzeichen für um sich greifende Nervosität. Wirklich bei allen? Wer will, kann anhand der hohen Aktienkurse noch Anzeichen für Sorglosigkeit erkennen. Doch die Gewinne der Unternehmen in den USA sind unverändert auf hohen Niveaus, sodass man nicht zwingend von einem irrationalen Überschwang sprechen muss. Die Aktien-Story spinnen wir beizeiten in den nächsten Wochen ebenfalls an dieser Stelle weiter. </p><p><strong>Im <a href="https://envestor.de/research-datenbank/">envestor Blog</a> haben wir die US-Wahl und ihren Einfluss auf die Märkte engmaschig begleitet. Hier eine Übersicht über unsere Berichterstattung:</strong></p><p>1. <a href="https://envestor.de/us-wahl-maerkte/">Die US-Wahl wirft ihre Schatten voraus</a>. Es wird Gewinner und Verlierer auf der Aktienseite geben, aber ein Markt hat das Zeug, die Zeiger an der Börse nachhaltig zu bewegen.</p><p>2.<a href="https://envestor.de/theo-gegen-den-rest-der-welt/"> Wie „Theo“ mit seiner Pro-Trump-Wette</a> viel Geld verdiente – und was Anleger daraus lernen können</p><p>3. Gewinner und Verlierer des Trump Trades: <a href="https://envestor.de/trump-trade/">Die Gewinner</a></p><p>4. Gewinner und Verlierer des Trump Trades: <a href="https://envestor.de/trump-trade-verlierer/">Die Verlierer</a></p>								</div>
				</div>
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				</div>
		<p>The post <a href="https://envestor.de/us-wahl-maerkte/">US-Wahl: Was uns der Markt der Märkte sagt</a> appeared first on <a href="https://envestor.de">envestor.de</a>.</p>
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		<title>Comeback Anleihen &#8211; aber der Teufel steckt in der Duration</title>
		<link>https://envestor.de/comeback-anleihen-aber-der-teufel-steckt-in-der-duration/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ali Masarwah]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Oct 2024 14:56:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fonds & Wissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit 2022 sind die Zinsen wieder zurück, aber die Volatilität bei Anleihen prägt noch immer viele Portfolios. Anleger finden heute Chancen am Bond-Markt, aber auch Risiken. Daher wollen wir mit einer zweiteiligen Serie tiefer in die Materie eintauchen und die interessantesten Rentensegmente für Anleger identifizieren. Teil I: Die Übersicht und das Präludium. Eine Mär geht [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://envestor.de/comeback-anleihen-aber-der-teufel-steckt-in-der-duration/">Comeback Anleihen &#8211; aber der Teufel steckt in der Duration</a> appeared first on <a href="https://envestor.de">envestor.de</a>.</p>
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									<p>Seit 2022 sind die Zinsen wieder zurück, aber die Volatilität bei Anleihen prägt noch immer viele Portfolios. Anleger finden heute Chancen am Bond-Markt, aber auch Risiken. Daher wollen wir mit einer zweiteiligen Serie tiefer in die Materie eintauchen und die interessantesten Rentensegmente für Anleger identifizieren. Teil I: Die Übersicht und das Präludium.</p>								</div>
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									<p>Eine Mär geht in der Welt der Anlageportfolios um, und die lautet so: Aktien sind die Renditetreiber von Portfolios, Anleihen sind das Refugium für volatile Zeiten, wenn mit Aktien keine Schnitte zu machen ist. Folglich werden klassische Jedermann-Portfolios so konstruiert: risikobereite Investoren bekommen ein Portfolio, in dem Aktien eine höhere Quote als Anleihen haben, sagen wir im Verhältnis 70:30. Spiegelbildlich bekommen risikoscheue Anleger Portfolios, in denen Anleihen eine höhere Quote haben, sagen wir im Verhältnis 70:30.</p><p>Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass über Jahrzehnte entwickelte Heuristiken diese Struktur als empfehlenswert nahelegten. Allerdings wurden diese in Zeiten säkular rückläufiger Renditen entwickelt. Ab Anfang der 1980-er Jahre setzte eine Periode der Disinflation mit stark rückläufigen Zinsen ein. Das ging weiter und weiter und wurde mit der bekannten Nullzinspolitik nach der Finanzkrise auf die Spitze getrieben. Nach 2010 fiel der sichere Zins in weiten Teilen des globalen Nordens auf null oder noch tiefer. Anlegende, die auf klassische Aktien-Renten-Portfolios gesetzt hatten, landeten auf der Anleihenseite bei zinslosen Risiken. Denn die zunehmende Verschuldung vieler Staaten bei gleichzeitiger Verlängerung der Laufzeiten neuer Anleihen – nicht jeder hängt dem Ideal der Schuldenbremse nach – brachten nicht nur wenig Performance, sondern immer stärker steigende Laufzeitrisiken in Anleihenportfolios.</p>								</div>
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									<p>Die Ära niedriger bzw. negativer Zinsen fand im Jahr der russischen Invasion der Ukraine ein jähes Ende. Die Inflation schnellte 2022 nach oben, und bei Anleihen brach regelrecht die Hölle los. Die Kurse brachen angesichts <a href="https://envestor.de/warum-fallen-die-anleihenkurse/">stark steigender Renditen</a> regelrecht ein. Deutsche Anleihen in Gestalt des REXP brachen 2022 um knapp 12 Prozent ein. Das hatte es bis dato noch nicht gegeben. Auch der breiter gefasste Euro-Index Bloomberg Euro Aggregate Bond verlor über 17 Prozent. Hier machte sich die Underperformance italienischer und anderer südeuropäischer Anleihen bemerkbar. US-Staatsanleihen verloren 2022 quer über alle Laufzeiten knapp 12,5 Prozent. Auf Dollar lautende Emerging Markets Bonds brachen um gut 16 Prozent ein.</p><p>Das waren Rekordverluste, die Anleger schockierten.  Wer in einen ETF auf den Bloomberg Barclays Euro Aggregate investiert hatte, sitzt noch heute auf einem Verlust, der nur nach und nach „herausgerollt“ wird. Das wird durch die untere Grafik illustriert. Sie zeigt, dass Euro-Anleihen seit 2014 seitwärts pendelten, um dann 2022 Verluste in Rekordhöhe zu verbuchen. Und die Drawdowns sind noch längst nicht wieder aufgeholt.</p>								</div>
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									<p><em>Drawdowns in Prozent und per 31.8.2024, Quelle: Morningstar</em></p>								</div>
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									<p>Was für Anleger, die 2022 in Euro-Bonds investiert waren, noch immer eine bittere Angelegenheit ist, sieht für Neuanleger in Anleihen gar nicht so schlecht aus. Anleihen liefern inzwischen positive Realrenditen. Seit Mitte 2023 sind die Zinsen auf Niveaus gestiegen, die es zuletzt vor der großen Finanzkrise gegeben hatte. In der Eurozone lag der Leitzins in der Spitze bei 4,5 Prozent, in den USA belief sich die Zinsspanne auf zwischen 5,25 und 5,5 Prozent.</p><p>Weil viele Marktteilnehmer mit einer Rezession rechneten, rentierten Kurzfristanleihen deutlich höher als langfristige, man spricht auch von einer <a href="https://thedlf.de/anleihen-2023-das-kollektive-versagen-der-bond-gurus/" target="_blank" rel="noopener">inversen Zinskurve</a>. Das ergab eine perfekte Mischung: Kurzlaufende Anleihen brachten hohe Renditen bei gleichzeitig niedrigen Risiken. Wer in der Eurozone seit Mitte 2023 einen <a href="https://envestor.de/geldmarktfonds-sicherer-und-effizienter-weg-zum-zinsglueck/">Geldmarktfonds oder -ETF</a> hielt, kassierte den risikolosen EZB-Zins von gut 4,5 Prozent; ein wenig mehr Kreditrisiko hätte locker fünf Prozent und mehr pro Jahr gebracht. Doch diese Zeiten gehen dem Ende entgegen: Seit Sommer 2024 haben die Notenbanken angesichts stark rückläufiger Inflationsraten die Zinsen gesenkt. Und sowohl die EZB als auch die Fed haben zudem klar kommuniziert, dass wir uns erst am Anfang eines Zinssenkungszyklus befinden. Seit wenigen Wochen rentieren länger laufende Anleihen wieder etwas mehr als Kurzläufer. Das ändert die Gleichung für Anleger, wie wir <a href="https://envestor.de/wohin-mit-dem-geld/">bereits in allgemeiner Form erläutert haben</a>. Wo bieten sich Chancen bei Anleihen, und wie sieht es im Verhältnis zu den eingegangenen Risiken aus? Das wollen das heute und in der nächsten Woche vertiefen. </p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Langläufer vs. Kurzläufer – das Rennen wird spannender</h2>				</div>
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									<p>Angesichts sinkender Zinsen wird die Attraktivität von Geldmarktfonds absehbar zurückgehen – von Tagesgeldkonditionen ganz zu schweigen; hier haben die Banken bereits vor gut sechs Monaten angefangen, die Konditionen für Sparer zu verschlechtern. Zugleich werden die Renditen langlaufender Anleihen attraktiver. Sie sind derzeit zwar noch niedriger als die Kurzfristzinsen, aber wer heute eine zehnjährige Bundesanleihe kauft, kann sicher sein, dass er gut 2,25 Prozent Zinsen jedes Jahr für zehn Jahre bekommt. Geldmarktkonditionen werden sich dagegen von Quartal zu Quartal verschlechtern. Aber bereits die erwähnten 2,25 Prozent zeigen, dass die Renditen bei Bundesanleihen nicht in den Himmel wachsen.</p><p>Und wie sieht es einem diversifizierten Euro-Renten-Portfolio aus? Bei ETFs auf den Bloomberg Barclays Euro Aggregate liegt die Rendite bei immerhin gut 2,7 Prozent. Wer auf einen ETF setzt, der das globale Pendant des Euro-Index abbildet, den Bloomberg Barclays Global Aggregate, bekommt aktuell eine Rendite von 3,3 Prozent – allerdings bei vollem Dollar-Risiko. Zudem sind die Laufzeiten-Risiken nicht zu verachten. Die Restlaufzeiten im globalen Index liegen im Schnitt bei knapp 8,5 Jahren, die Papiere im Euro-Index laufen im Schnitt in 7,7 Jahren aus. Das bringt Laufzeitrisiken mit sich. Die modifizierte Duration der beiden Indizes liegt bei gut 6,5 Prozent. Das bedeutet, vereinfacht gesagt, dass ein Zinsanstieg von einem Prozent einen Verlust von 6,5 Prozent in diesen Indizes mit sich brächte. Dieses Risiko ist nicht zu verachten und wirft die Frage auf, ob Standard-Anleihe-Portfolios tatsächlich attraktive Renditen aufweisen, wenn man sie ins Verhältnis zum eingegangenen Risiko setzt.</p>								</div>
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				„Anleger, die heute in Standard-Rentenmärkte investieren, verbuchen positive Realrenditen, gehen aber signifikante Laufzeitrisiken ein"			</p>
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									<p>Dazu ein kleiner Reminder zu den Folgen von Laufzeitrisiken. Anleger haben in den ersten Oktobertagen die leicht steigenden Renditen zu spüren bekommen. Globale Anleihenportfolios (in Dollar) haben einen Verlust von knapp 1,7 Prozent erlitten, der REXP verlor zwischen dem 1. und 10. Oktober 0,9 Prozent, marktbreite Euro-Rentenindizes büßten 0,6 Prozent ein. Das ist für Anleihen nicht ganz so wenig &#8211; man muss die Drawdowns ins Verhältnis zur Rendite setzen. </p><p>Es liegt also nahe, sich mit höher rentierlichen Papieren zu beschäftigen. Es klingt konter-intuitiv, aber im Jahr 2022 lautete das Motto: je riskanter die Anleihe, desto geringer der Verlust. Während Standard-Renten-Indizes um bis zu 20 Prozent einbrachen, büßten Hochzinsanleihen weltweit nur rund 10 bis 12 Prozent ein.</p><p>Was auf den ersten Blick überrascht, ist auf den zweiten leicht erklärlich: Hochzinsanleihen haben weitaus kürzere Laufzeiten als Staatsanleihen. Das mindert das Zinsänderungsrisiko. Und in Zeiten von Minizinsen bis 2021 hatten sich die Unternehmen mit schwacher Bilanzstruktur mit billigem Geld eingedeckt. Daher bestand in Zeiten explodierender Renditen bei den meisten kein Refinanzierungszwang. Auch dieser Umstand erklärt die relativ geringen Kursverluste. Im nächsten Teil unserer Serie gehen wir auf eine Auswahl an Anleihen-Segmente ein, die Anlegern nur <a href="https://envestor.de/hochzinsanleihen-viele-anleger-verstehen-die-risiken-nicht/" target="_blank" rel="noopener">wenig vertraut sind</a>. Sie wirken auf den ersten Blick furchteinflößend, bieten aber bei besserer Durchsicht mitunter attraktivere Rendite-Risiko-Profile, als es die meisten Anleger vermuten.</p><p>Hier geht es zum <a href="https://envestor.de/anleihen-performance-in-den-nischen-liegt-die-wurze/">2. Teil unserer Serie zu Anleihen</a>.</p>								</div>
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		<p>The post <a href="https://envestor.de/comeback-anleihen-aber-der-teufel-steckt-in-der-duration/">Comeback Anleihen &#8211; aber der Teufel steckt in der Duration</a> appeared first on <a href="https://envestor.de">envestor.de</a>.</p>
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		<title>Rendite-Chancen bei Anleihen: alles eine Frage des Szenarios</title>
		<link>https://envestor.de/rendite-chancen-anleihen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ali Masarwah]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Feb 2024 14:14:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fonds & Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Anleihen]]></category>
		<category><![CDATA[EZB]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine von vielen abgeschriebene Anlageklasse erlebt ein Comeback: Anleihen. Wir erklären die Rendite-Chancen bei Anleihen und erläutern, warum ein Investment dennoch kein Selbstläufer ist. Anleihen haben sich 2022 auf dramatische Weise zurückgemeldet: mit einem Crash. Was sich für Bestandsanleger in einem Performance-Desaster manifestierte, erhöhte die Chancen für Neuanleger. Allerdings hängt das Ausmaß der Rendite-Chancen bei [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="35649" class="elementor elementor-35649" data-elementor-post-type="post">
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									<p>Eine von vielen abgeschriebene Anlageklasse erlebt ein Comeback: Anleihen. Wir erklären die Rendite-Chancen bei Anleihen und erläutern, warum ein Investment dennoch kein Selbstläufer ist.</p>								</div>
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									<p>Anleihen haben sich 2022 auf dramatische Weise zurückgemeldet: mit einem Crash. Was sich für Bestandsanleger in einem Performance-Desaster manifestierte, erhöhte die Chancen für Neuanleger. Allerdings hängt das Ausmaß der Rendite-Chancen bei Anleihen davon ab, wie sich die Zinsen künftig entwickeln. Die Performance ist also – wie so oft – stark abhängig vom Pfad, der sich vor Anlegern auftut.</p>								</div>
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									<p>Nach der großen Finanzkrise haben die Notenbanken in den Industrieländern die Deflation mit einer lockeren Geldpolitik bekämpft. Der Zins sank auf unter null. Altanleger profitierten von den steigenden Kursen, Neuanleger schauten in die Röhre, weil sie keine Zinsen bekamen. Viele Investoren, unter ihnen auch Renten- und <a href="https://envestor.de/mythen-ueber-mischfonds/" target="_blank" rel="noopener">Mischfondsmanager</a> erhöhten daraufhin ihr Risiko, indem sie in riskantere Anleihen investierten – unter anderem in langlaufende Papiere. Diese Strategie erhöhte die Duration in den Portfolios und machte Anleihen für Investoren hochriskant.</p><p>Es kam, wie es kommen musste: Die Niedrigzinsphase mündete in einem <span style="font-size: 16px;">Jahrhundert-Crash ein. Die Notenbanken bekämpften die steigende Inflation mit einer Serie von Zinserhöhungen. In nur wenig mehr als 12 Monaten stieg der Leitzins auf 4,5 Prozent (Eurozone) und 5,25/5,5 Prozent (USA). </span></p><p><span style="font-size: 16px;">Es griff die bekannte Mechanik, dass <a href="https://envestor.de/warum-fallen-die-anleihenkurse/" target="_blank" rel="noopener">Anleger bei Zinsanstiegen einen Abschlag auf den Preis der bestehenden Anleihen fordern</a>, um die niedrigeren Zinsen auszugleichen – steigen die Zinsen, fallen die Kurse. Fonds für Euro-Langläufer brachen 2022 um über 36 Prozent ein, nachdem sie schon ein Minus von knapp neun Prozent 2021 verzeichnet hatten. Anleihen weltweit verloren zumeist zweistellig.</span></p><p>Das Highlight bildete die 100-jährige Österreich-Anleihe, die im Jahr 2017 zu einem Kupon von 2,1 Prozent begeben wurde. Sie verlor zwischen Ende 2020 und Herbst 2023 rund 75 Prozent. </p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Neues Bond Game, wessen Glück?</h2>				</div>
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									<p>Bis Ende Oktober 2023 standen die Rentenmärkte im Zeichen des rasanten Renditeanstiegs, der zehnjährige US-Staatsanleihen an die Fünf-Prozent-Marke trieb. Wer damals investierte, konnte sich eine üppige Rendite bis 2033 sichern. Seitdem tendieren die Anleihenrenditen nach unten in Erwartung sinkender Zinsen. Aktuell rentieren zehnjährige US-Treasuries mit 4,17 Prozent; Dreimonatspapiere kommen auf 5,37 Prozent.</p><p>Zehnjährige Bundesanleihen rentieren aktuell mit 2,35 Prozent. Mit Euro-Geldmarktfonds oder -ETFs sind hierzulande annualisierte Renditen von zwischen vier und fünf Prozent mühelos zu haben. Welche Segmente sind attraktiv?</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">(Fast) Alles eine Frage der Inflationsprognose</h2>				</div>
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									<p>Halten wir zunächst fest, dass Anleihen über alle Laufzeiten aktuell real eine positive Rendite liefern. Zinsen minus Inflation liefern also eine positive Rendite, egal, ob man in Geldmarktfonds, Kurzläufer oder langlaufende Anleihen investiert: Willkommen in der neuen Zinsrealität!</p><p>Allerdings ist es wichtig, die Rendite relativ zur Inflation zu nehmen. Bei Geldmarktfonds und -ETFs ist die Sache klar: Hier stehen vier Prozent und mehr einer Inflation von nur noch 2,9 Prozent gegenüber. Und was ist mit den zehnjährigen Bunds, die nur mit 2,35 Prozent rentieren? Auch die haben aller Voraussicht nach eine positive Realrendite. Denn länger laufender Anleihen setzt man nicht ins Verhältnis zur aktuellen Inflation, sondern ins Verhältnis zur Inflationserwartung. Schließlich vereinnahmt man die Kupons in diesem Beispiel zehn Jahre lang und nicht nur heute bei einer Teuerung von knapp drei Prozent.</p><p><a href="https://www.bundesbank.de/resource/blob/920342/b4a237de9f9288ffa511a87e5ae75c73/mL/2023-12-prognose-data.pdf+">Die Bundesbank rechnet</a> derzeit mit einer bis auf 2,2 Prozent rückläufigen Inflation bis im Jahr 2026. Bei Bunds ragen also die Renditebäume zwar nicht in den Himmel, aber inflationsbereinigt sind die Renditen aktuell real positiv. Aber wer von Anleihen inflationsbereinigt eine Rendite von, sagen wir, 1-2 Prozent erwartet, muss – Stand heute &#8211; höhere Risiken eingehen, sei es auf der Laufzeitenseite oder – naheliegender – bei der Bonität der Emittenten. Das ist der Stand heute. Aber Anleihen sind in einem Punkt Aktien ziemlich ähnlich: die Preise schwanken. Was heute attraktiv ist, ist es morgen mitunter nicht mehr.</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Anleihe-Renditen: eine Frage des Szenarios</h2>				</div>
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									<p>Wir unterscheiden zwischen zwei Szenarien und starten mit dem Basisszenario: dem sinkender Zinsen. Bei weiter rückläufiger Inflation ist es wahrscheinlich, dass die Notenbanken die Zinsen senken werden. Die Mehrheit der Marktteilnehmer geht derzeit davon aus, dass die EZB den stärkeren Handlungsdruck verspüren wird, weil hierzulande die Wirtschaft deutlich schwächelt, derweil sich die USA sehr robust zeigen.</p><p>Nach diesem Szenario wird die Freude über aktuell vier Prozent am kurzen Ende (Tagesgeld oder Geldmarktfonds) nicht lange währen. Jede Zinssenkung schlägt sich recht schnell beim Tagesgeld und Geldmarkt nieder. Demgegenüber profitieren länger laufende Anleihen voraussichtlich von sinkenden Zinsen. Das gilt für Staatsanleihen und zunächst auch für Unternehmensanleihen. Fallen die Renditen schnell, dann könnte sich eine ähnliche Marktsituation wie zwischen Oktober 2023 und Januar 2024 eintreten. Dann legen vor allem die Kurse riskanter Papiere zu.</p><p>Die untere Tabelle zeigt die Gewinner dieser Phase, in der in den USA die Renditen zehnjähriger Papiere von knapp fünf auf unter vier Prozent gefallen sind und auch Euro-Anleihen deutlich zulegten. Fonds für Euro-Langläufer legten in den vier Monaten um knapp 15 Prozent zu, Fonds für Unternehmensanleihen, einschließlich Hochzinsanleihen und Schwellenländeranleihen, gewannen über sieben Prozent. </p>								</div>
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									<p><em>Rendite in Prozent (ab 3 Jahre p.a.) und in der jeweiligen Basiswährung, Stand der Daten: 31.12024, Quelle: Morningstar.</em></p>								</div>
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									<p>Doch es könnte auch anders kommen. Erlebt die Inflation ein Comeback, wie es <a href="https://thedlf.de/das-grosse-anleihen-raetsel-old-normal-kontra-german-doom/" target="_blank" rel="noopener">einige Vermögensverwalter insbesondere deutscher Provenienz erwarten</a>, dann könnte die Kurzfristzinsen länger oben bleiben, als es heute der Konsens vorsieht. Das würde länger laufenden Anleihen und riskanten Papieren einen Dämpfer verpassen, auch dann, wenn die Fed oder EZB die Zinsen nicht senken. Erinnern wir uns an die Lage 2021: weil die Inflation langsam einen Anstieg verzeichnete, stiegen die Renditen, was bereits vor den Zinserhöhungen die Kurse ins Wanken brachte.  </p><p>Das Jahr 2021 stand bereits im Schatten einer Anleihen-Korrektur, die nicht nur langlaufenden Anleihen hohe einstellige Verluste im Schnitt brachte, sondern auch Staatsanleihen unter Druck setzte. Damals brachte vor allem Schwellenländer-Anleihen stark unter Druck, weil die Aussicht auf Zinserhöhungen in den USA und Europa eine beliebte Strategie von Finanzinvestoren unter Druck setzte: So genannte Carry-Trades. Investoren aus den Industrieländern, die Rendite in Hochzinswährungen gesucht haben, ziehen angesichts der Aussicht auf steigende Zinsen am Heimatmarkt ihr Geld aus den Emerging Markets ab, was dortige Anleihen unter Druck setzt.</p>								</div>
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Anleihen machen die Investment-Welt rentierlicher – und komplexer 
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									<p>Anleger müssen sich daran gewöhnen, dass die Welt von vor 2021 einfache Antworten lieferte. Rendite lieferten die Aktien, und wer diversifizieren wollte, musste entweder nicht-rentierliche Investments (Cash), wenig rentierliche und hochriskante Assets (Anleihen) oder auf Reservewährungen (Gold und, hüstel, Bitcoin) setzen. Rohstoffe lieferten passable Renditen, die aber höchst schwankend waren und häufig von negativen Roll-Renditen gemindert wurden.</p><p>Heute ist die Welt komplexer, weil der Zins zurück ist. Das setzt Aktien mutmaßlich unter Druck, weil Anleger eine rentierliche Alternative zu Aktien haben, die zudem auch im Portfolio-Kontext Diversifikationsvorteile besitzt. Anleger, die einfach nur Bonds halten wollen, werden sich mit einem marktbreit investierenden Fonds zufriedengeben. Sehr konservative Anleger werden sich mit dem Spatz in der Hand begnügen und in Geldmarktfonds investieren – darauf hoffend, dass sich die EZB möglichst lange Zeit lassen mögen mit Zinssenkungen.</p><p>Wer dagegen bei Anleihen Kursschwankungen in Kauf nimmt und ein größeres Portfolio bewirtschaftet, wird zahlreiche interessante Anleihen-Bausteine vorfinden, die nicht nur Diversifikation, sondern auch Rendite bringen. Zwar weisen Anleihen mit niedriger Bonität eine hohe Korrelation zu Aktien auf, aber auch bei Hochzinsanleihen ist die Volatilität relativ zu Aktien geringer, weil Bond-Investoren bei Insolvenz der Unternehmen bei der Verwertung von Vermögenswerten Vorrang haben vor Aktienanlegern, womit ihre Recovery Rate höher ist.</p><p> </p>								</div>
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		<p>The post <a href="https://envestor.de/rendite-chancen-anleihen/">Rendite-Chancen bei Anleihen: alles eine Frage des Szenarios</a> appeared first on <a href="https://envestor.de">envestor.de</a>.</p>
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		<title>Risikomärkte 2023: Wie sich positionieren im Auge des Orkans?</title>
		<link>https://envestor.de/risikomaerkte-2023/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ali Masarwah]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Nov 2023 15:30:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fonds & Service]]></category>
		<category><![CDATA[Aktien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich war das Szenario für den Rest des Jahres klar: Die hohen Zinsen würden den Märkten zu schaffen machen. Aktien, Anleihen und Rohstoffe brachen zwischen Juli und Oktober  ein. Doch seit Anfang November ist alles anders. Die Risikomärkte 2023: Bilder eines herbstlichen Stimmungswechsels, der möglicherweise nicht nachhaltig ist. Macht Hedgefondsmanager Bill Ackman den Unterschied? Im [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="34114" class="elementor elementor-34114" data-elementor-post-type="post">
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									<p>Eigentlich war das Szenario für den Rest des Jahres klar: Die hohen Zinsen würden den Märkten zu schaffen machen. Aktien, Anleihen und Rohstoffe brachen zwischen Juli und Oktober  ein. Doch seit Anfang November ist alles anders. Die <strong>Risikomärkte 2023</strong>: Bilder eines herbstlichen Stimmungswechsels, der möglicherweise nicht nachhaltig ist.</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Macht Hedgefondsmanager Bill Ackman den Unterschied?</h2>				</div>
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									<p>Im Nachhinein wird man nicht sagen können, was den bemerkenswerten Umschwung in den vergangenen Tagen bewirkt hat. Bis Ende Oktober mussten Anleihen monatelang immer dramatischere Verluste hinnehmen. Zehnjährige US-Treasuries durchbrachen die Fünf-Prozent Marke – zum ersten Mal seit 2007. Doch dann wurde ruchbar, dass Hedgefondsmanager Bill Ackman eine Short-Wette gegen US-Staatsanleihen „geschlossen“ hatte. Seine Wette gegen 30-jährige Treasuries brachten dem Manager des Pershing Square Fonds dem Vernehmen nach einen Gewinn von 200 Millionen Dollar ein. Die begleitende Botschaft Ackmans: Da sich die Wirtschaft in den USA verlangsame, sei eine <a href="https://www.ft.com/content/0a7973db-0fd0-4afb-a5b8-322aafbb5d1f">Wette gegen langlaufende Staatsanleihen „zu riskant“ geworden</a>. Hat also der &#8222;Hedgie&#8220; den Markt &#8222;gemacht&#8220;?</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Fed vs. US-Konsument: wer bricht zuerst ein?</h2>				</div>
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									<p>Vielleicht war es aber auch der bärenstarke US-Konsument, der  Anleiheninvestoren überzeugt hat, dass ihr Pessimismus verfehlt war. Immer wieder zeigen die US-Wirtschaftsdaten, dass der US-Konsument nicht gedenkt, mit dem Konsum aufzuhören und die US-Wirtschaft entsprechend keine Wachstumspause einlegt. Die bis ins dritte Quartal zu beobachtende Inversion der Zinskurve spricht dafür, dass die meisten Bond-Anleger ziemlich lange von einer Rezession ausgingen. Doch es kippen offenbar immer mehr Pessimisten um. Das BIP in den USA ist im dritten Quartal um annualisiert 4,9 Prozent gewachsen. Damit wurde das Bären-Szenario einer harten Prüfung unterzogen. </p><p>Aber vielleicht lag es auch an der US-Notenbank, die im September eine Zinspause einlegte. Sie hielt sich zwar ostentativ alle Optionen offen. Aber immer weniger Anleger nahmen der Fed ab, dass sie weiter an der Zinsschraube drehen werde – zumal die Inflation stetig zurückgeht, was die Notwendigkeit von Zinserhöhungen mindert.</p><p>Wie dem auch sei: Seit Ende Oktober zeigen sich die Risikomärkte 2023 wie ausgewechselt: Nicht nur Anleihen legten zu &#8211; Aktien, Anleihen und Rohstoffe im Gleichklang seit Anfang August deutliche Verluste gezeigt, üben sich die Märkte seit rund zehn Tagen in einer regelrechten Aufholjagd. Gewinner sind auf der Aktienseite vor allem die Papiere, die in den vergangenen drei Monaten regelrecht eingebrochen waren: Nebenwerte, Tech- und andere Growth-Aktien, Luxuskonsumgüter-Aktien, Euro-Südländer-Aktien.</p><p>Die Risikomärkte 2023: Was können Anleger aus ihnen lesen? Zwei Szenarien bieten sich an:</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Risikomärkte 2023: Das Bullenszenario</h2>				</div>
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									<p>Das Bullenszenario: Die Gegenbewegung im November ist keine Drei-Tages-Fliege. Das bedeutet, dass die Risikomärkte nach einem „Dreimonatsdurchhänger“ die Aufwärtsbewegung des ersten Halbjahres fortsetzen. Dann sollten Anleger alles kaufen, was in den vergangenen Tagen gestiegen ist: Nebenwerte, Emerging Markets, Tech-Aktien, Growth- und Südeuropa-Aktien. Hintergrund dieses Szenarios ist, dass die Konjunktur weltweit – vor allem in den USA – so robust ist, dass keine Rezession zu erwarten ist.</p>								</div>
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									<p><em>Rendite in Prozent und in Basiswährung, Stand der Daten: 2.11.2023, Quelle: Morningstar</em></p>								</div>
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									<p>Zwei Gewinner stechen aus der oberen Tabelle besonders hervor: US-Regionalbanken und Highgrowth-Aktien, letztere in Gestalt des ARK Innovation ETF von Cathie Wood. Der ARK Innovation verlor zwischen August und Oktober gut 30 Prozent, schnellte in den vergangenen zwei Börsentagen um gut zehn Prozent nach oben. US-Regionalbanken stiegen in den vergangenen Tagen immerhin um knapp sechs Prozent nach Verlusten von rund 18 Prozent in den drei Monaten zuvor. Doch auch Value-Aktien, die sich typischerweise in zyklischen Branchen finden, dürften profitieren.</p><p>Das Bullenszenario setzt allerdings einen ziemlich heiklen Balance-Akt voraus. Eine allzu robuste Konjunktur könnte die Notenbanken dazu verdonnern, die Zinsen weiter zu erhöhen. Dann stünde den Anlegern, die derzeit kein Wässerchen trüben kann, in den kommenden Wochen und Monaten erneut ein Schock bevor. Dann würde es in der Risikokiste wieder ordentlich rappeln, und die November-Erholung wäre eine klassische Bullenfalle gewesen. Gerade <a href="https://envestor.de/ark-etf-als-tenbagger/" target="_blank" rel="noopener">Cathie Woods</a> Lieblinge und die – in vielen Fällen mit ihnen verbandelten – US-Regionalbanken wären zwei prominente Opfer.</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Risikomärkte 2023: Das Bärenszenario</h2>				</div>
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									<p>Das Bärenszenario: Der Rebound der vergangenen Tage ist eine Bullenfalle und die Risikomärkte verlieren 2023 weiter an Boden, der Trend, der sich zwischen Juli und Oktober gezeigt hat, setzt sich fort. Dieses Szenario tritt ein, wenn die Konjunktur in den USA schwächelt. Steigende Ausfallraten bei Highyield-Anleihen und bei Kreditkarten-Schulden sprechen dafür, dass die es mit der Stabilität von Unternehmen und Privathaushalten tatsächlich nicht so weit her ist.</p><p>Diese Entwicklung ist in China und Europa ohnehin bereits zu sehen – Deutschland mit seiner exportabhängigen Konjunktur befindet sich bereits in einer Rezession, die Eurozone dürfte folgen. In einem derartigen Szenario wären Gold und sichere Anleihen zwei Assets, die man haben sollte. Auch Cash zählt in diesem Szenario dazu, da die Notenbanken auch bei einer Rezession nicht sofort mit Zinssenkungen loslegen dürften. Grund hierfür ist, dass die Kerninflation noch viel zu hoch ist. Und weil die Fed und EZB von der galoppierenden Inflation 2021 und 2022 auf dem falschen Fuß erwischt wurden,  werden sie sich mit Zinssenkungen schon deshalb lange Zeit lassen, um sicherzustellen, dass das Gespenst der Inflation nicht doch ein Comeback wagt.</p>								</div>
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									<p><em>Rendite in Prozent und in Basiswährung, Stand der Daten: 2.11.2023, Quelle: Morningstar</em></p>								</div>
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									<p>Doch auch das Bärenszenario hat es in sich. Weil die Inflation hartnäckig hoch bleiben könnte, ist es nicht ausgemachte Sache, dass Anleihen zu den Gewinnern zählen würden – so, wie man es angesichts des Renditeniveaus bei einer Rezession vermuten könnte. Als in den 1970-er Jahren sowohl Inflation als auch Rezessionen herrschten, verloren sowohl Aktien als auch Anleihen an Wert – das Angstwort „Stagflation“ machte damals die Runde – wie übrigens auch 2022, als beide großen Anlageklassen heftige Verluste verbuchen mussten.</p><p>Ein Stagflations-Trade setzt übrigens keine überschießenden Energiepreise voraus. Die aktuell restriktivere Förderpolitik der Opec+-Gruppe könnte durch die sinkende Nachfrage ausgeglichen werden, die bei einer Rezession weltweit droht. Die schweren Verwerfungen bei den Herstellern alternativer Energien zeigen, dass nach wie vor Lieferkettenprobleme ein Thema sind.</p><p>Der Stagflations-Trade zeigte übrigens bereits zwischen August und Oktober seine hässliche Fratze – klassische Mischfonds, die hälftig aus Aktien und Anleihen bestehen, mussten mittlere einstellige Verluste hinnehmen.</p><p>Übrigens wären auch die vielen Quality-Aktien irgendwann gefährdet, die Anleger jetzt als Stagflations-Hedge bevorzugen. Zwar gelten auf der Aktienseite defensive Aktien in Zeiten einer schwächelnden Konjunktur als relative Gewinner. Aber auch der Quality-Krug geht zum Brunnen, bis er bricht. Der Absturz der Nifty-Fifty-Aktien in den 1970-er Jahren zeigt, dass auch Quality Aktien nicht immun sind gegen die Stürme der Konjunktur.</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Fazit: Am Ende bleibt nur Diversifikation</h2>				</div>
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									<p>Die vielen Imponderabilien, die die aktuelle Marktlage mit sich bringt, zeigen, dass Anleger schlecht beraten sind, alles auf die eine oder die andere Karte zu setzen. Die beiden oben diskutierten Szenarien sind mit derart vielen Unsicherheiten behaftet, dass Anleger schon mangels Alternativen zu breit diversifizierten Wertpapierportfolios greifen sollten. Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Cash: wer sich breit aufstellt, sichert sich im Zweifel gegen die vielen Risiken am effizientesten ab.</p><p>Nimmt man die prinzipielle Unsicherheit an den Märkten als ständigen Begleiter in Kauf, dann lässt sich ein wichtiger Vorteil gegenüber der langen Nullzinsphase zwischen 2012 und 2021 identifizieren: Cash bringt aktuell eine positive Realverzinsung, und Kurzläufer-Anleihen geben einen weiteren Performance-Schub. Aktive Manager können auf der Risiko-Zins-Seite zudem die ganze Klaviatur der verschiedenen Renten-Investments spielen, sodass der Schlachtruf: „Bonds are back!“ ein cooler Vibe des Jahres 2023 werden könnte – und wer wollte schließlich Bill Ackman widersprechen?</p>								</div>
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		<p>The post <a href="https://envestor.de/risikomaerkte-2023/">Risikomärkte 2023: Wie sich positionieren im Auge des Orkans?</a> appeared first on <a href="https://envestor.de">envestor.de</a>.</p>
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		<title>Der Zins steigt &#8211; warum fallen die Anleihenkurse?</title>
		<link>https://envestor.de/warum-fallen-die-anleihenkurse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ali Masarwah]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Sep 2023 14:39:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fonds & Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Anleihen]]></category>
		<category><![CDATA[Anleihen einfach erklärt]]></category>
		<category><![CDATA[Kurs-Rendite-Paradoxon]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://envestor.de/?p=33443</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Notenbanken erhöhen die Zinsen, aber warum fallen die Anleihenkurse? Die Welt der Anleihen ist einerseits komplex – und doch können Anleger mit wenigen Daumenregeln verstehen, wie sich Kurse zu Renditen verhalten. Die Auflösung des Kurs-Rendite-Paradoxons. Seit Mitte 2022 hat die Europäische Zentralbank die Leitzinsen von null auf vier Prozent erhöht. Seitdem hat der REXP, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="33443" class="elementor elementor-33443" data-elementor-post-type="post">
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									<p>Die Notenbanken erhöhen die Zinsen, <strong>aber warum fallen die Anleihenkurse?</strong> Die Welt der Anleihen ist einerseits komplex – und doch können Anleger mit wenigen Daumenregeln verstehen, wie sich Kurse zu Renditen verhalten. Die Auflösung des Kurs-Rendite-Paradoxons.</p>								</div>
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									<p>Seit Mitte 2022 hat die Europäische Zentralbank die Leitzinsen von null auf vier Prozent erhöht. Seitdem hat der REXP, die wichtigste Benchmark für deutsche Anleihen, 4,6 Prozent verloren. Im vergangenen Jahr verlor der Index sogar knapp 12 Prozent. Bereits Mitte 2022 konnte man von <a href="https://envestor.de/fast-ohne-worte-der-unbemerkte-crash-des-jahrhunderts/" target="_blank" rel="noopener">einem Jahrhundert-Crash</a> sprechen. In den USA sind die Zinsen sogar noch stärker gestiegen. Wie in Deutschland befinden sich auch die Renditen der wichtigen zehnjährigen Anleihen in den USA auf Niveaus wie zuletzt vor der großen Finanzkrise.</p>								</div>
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									<p>Rendite in Prozent und per 14.9.2023, Quelle: Yahoo Finance</p>								</div>
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									<p>Halten wir also fest, dass Anleihen weltweit bei steigenden Zinsen in die Knie gegangen sind. Wie kann das sein? Ist ein steigender Zins nicht gut für Anleger? Die Antwort ist: Für Neuanleger schon, aber für Bestandsanleger absolut nicht. Für sie waren die Verluste 2022 mitunter traumatisch, da in vielen Wertpapierportfolios die Rollenverteilung so aussieht: Aktien liefern die Performance, Anleihen die Sicherheit. <a href="https://thedlf.de/aktien-markt-crash-2022-was-fuer-anleger-wirklich-zaehlt/" target="_blank" rel="noopener">2022 sind beide großen Anlageklassen in die Knie gegangen</a>.</p><p>Betroffen waren 2022 auch die Anleihen von Ländern wie Deutschland, Finnland oder Österreich, die besonders bonitätsstark sind und die höchsten Ratings von Agenturen wie Standard &amp; Poor’s oder Moody’s halten. Länder wie Frankreich, Italien, Griechenland und Schwellenländer weisen schlechtere Ratings auf und verloren 2022 noch mehr.</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Der Zusammenhang von Renditen und Kursen
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									<p>Doch wie verhält es sich zwischen den Zinsen einer Anleihe und deren Kurs? Der Kurs einer Anleihe stellt den aktuellen Marktpreis dar, zu dem die Anleihe gehandelt wird. Er wird in Prozent des Nennwerts ausgedrückt. Wenn eine Anleihe beispielsweise einen Nennwert von 1.000 Euro hat und zu einem Kurs von 98 Prozent gehandelt wird, beträgt der aktuelle Preis der Anleihe 980 Euro. </p><p>Die Rendite einer Anleihe gibt dagegen an, wie hoch der Ertrag eines Anlegers ist, den er von einer Anleihe in Bezug auf ihren aktuellen Kurs erwarten kann.</p><p>Es gibt verschiedene Arten von Renditen. Die Kuponrendite bezieht sich nur auf den Zins, den eine Anleihe nach dem aktuellen Stand abwirft. So hat die oben bereits erwähnte fiktive Anleihe mit einem Nennwert von 1.000 Euro und einem aktuellen Kurs von 980 Euro im Beispiel einen jährlichen Kupon von 50 Euro. Das entspricht einer Kuponrendite von 5,1 Prozent (50 Euro/980 Euro).</p><p>Die Gesamtrendite berücksichtigt dagegen nicht nur die Kuponzahlungen, sondern auch eventuelle Kapitalgewinne oder -verluste, wenn die Anleihe zu einem anderen Kurs als ihrem Nennwert gehandelt wird. Wenn die Anleihe beispielsweise bei 1.020 Euro verkauft wird (über dem Nennwert), wäre die Gesamtrendite höher als die Kuponrendite.</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Fallende Anleihenkurse - alles nur Mathe?</h2>				</div>
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									<p>Kurse und Renditen bewegen sich in einem inversen Verhältnis zueinander. Das bedeutet, dass der Kurs einer Anleihe sinkt, wenn die Rendite steigt &#8211; und umgekehrt. Dahinter steht die recht einfache Marktlogik von Angebot und Nachfrage.</p><p>Wenn die Marktzinsen steigen, fallen die Kurse von bestehenden Anleihen, die niedrigere Coupons haben, da Investoren nach höheren Renditen suchen. Bestehende Anleihen mit festen Coupons werden daher zunächst unattraktiv. Ihre Kurse fallen so lange, bis sich ihre Rendite auf dem Niveau vergleichbarer Anleihen befindet, die zum höheren Zins emittiert wurden. Dann herrscht wieder ein Gleichgewicht.</p><p>Das Zinsänderungsrisiko ist eines der wichtigsten Anleihenrisiken. Es kann zu Kapitalverlusten führen, sofern Anleger ihre Anleihen vor dem Fälligkeitsdatum verkaufen (müssen). Anleger, die eine Anleihe dagegen bis zur Fälligkeit halten, vereinnahmen planmäßig die Zinsen und erhalten zum Ende der Laufzeit den Nennwert der Anleihe zurück &#8211; sofern der Emittent der Anleihe nicht ausfällt.</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Anleihen für Fortgeschrittene: Bitte anschnallen!</h2>				</div>
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									<p>Wenn Sie bis hierher folgen konnten: Glückwunsch, Sie haben einen guten Teil des Weges geschafft! Wir müssen allerdings etwas weiter ausholen, da neben dem Marktzins weitere Faktoren die Kurse von Anleihen bestimmen. Wir bleiben beim Szenario steigender Zinsen.</p><p>Es gibt &#8211; wir haben es oben bereits angedeutet &#8211; ein Kreditrisiko. Steigen die Zinsen, sind Anleihen von bonitätsschwachen Emittenten anfälliger für Kursverluste, da höhere Zinsen die Bonität dieser Emittenten bedroht und Anleger eine höhere Risikoprämie fordern. Das führt zu einer Erhöhung der Zinslast.</p><p>Auch die Laufzeit der Anleihe spielt eine Rolle bei der Kursentwicklung: Langlaufende Anleihen verlieren bei steigenden Zinsen in der Regel stärker als kurzfristige Anleihen, da ihre Zinsbindungen länger sind. Auch die Coupons haben ein Wörtchen mitzureden: Anleihen mit niedrigeren Zahlungsraten sind bei stark steigenden Zinsen anfällig für Kursverluste, da ihre (festen) Zinssätze im Vergleich zu den neuen, höheren Marktzinsen besonders unattraktiv werden.</p><p>Dann gibt es noch den Faktor Inflation. Er ist Gift für Anleihenkurse. Anleger werden sich erinnern, dass die Verluste bei Anleihen im Jahr 2022 losgingen, lange bevor die EZB anfing, die Zinsen zu erhöhen. Das liegt an der Teuerung. Nach Beginn der russischen Invasion der Ukraine schossen die Energiepreise in die Höhe, was die Inflation anheizte. Eine hohe Inflation bzw. hohe Inflationserwartungen treiben die Renditen nach oben und reduzieren damit die Nachfrage nach Anleihen mit niedrigen (wiederum: festen) Coupons. Das hat zusätzlich auf die Kurse gedrückt und erklärt das historische Ausmaß der Verluste bei Anleihen im Jahr 2022.</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Und sie fallen doch nicht immer: die Psychologie beachten</h2>				</div>
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									<p>Interessant ist, dass die Wirkung steigender Zinsen nicht immer geradlinig ist. Wer das denkt, hat die Rechnung ohne die Marktpsychologie gemacht.</p><p>Aktuell sind die Zinsen in der Eurozone stark gestiegen. Die EZB geht davon aus, dass der Druck auf Konsumenten und Unternehmen so hoch sein wird, dass die Inflation mittelfristig unter Kontrolle zu bringen ist. Das ist logisch: Das Wirtschaftsleben erlahmt wegen hoher Zinsen, weil der private Sektor seine Aktivitäten zurückfährt. Die EZB hat gestern den Leitzins zum zehnten Mal in Folge auf nunmehr vier Prozent erhöht.</p><p>Die Wirkung steigender Zinsen macht sich naturgemäß erst mit einer Verzögerung bemerkbar. Allerdings ist die deutsche Wirtschaft bereits jetzt im Begriff, in eine Rezession zu rutschen. Diese Aussicht bewegt immer mehr Anleger, auf eine baldige Zinspause zu spekulieren; etliche rechnen sogar kurzfristig mit Zinssenkungen. Das wiederum führte zur scheinbar paradoxen Situation, dass am Tag der Zinserhöhung die Renditen der meisten Bundesanleihen gesunken und die Kurse entsprechend gestiegen sind.</p><p>Hat die EZB ihren Job gemacht und die Inflation durch eine herbeigeführte Rezession unter Kontrolle gebracht, dann werden die Zinsen wieder sinken. Dann werden bestehende Anleihen so attraktiv, dass Anleger bereit sein werden, höhere Kurse in Kauf zu nehmen &#8211; weil bei einer Rezession die Zinsen und damit auch die Renditen von bestehenden Anleihen attraktiver als Neuemissionen sein werden. </p>								</div>
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